Wendener Hallenbad kurz vor Fertigstellung – so sieht es von innen aus
Rundgang durch den Neubau
- Wenden, 15.09.2026
- Verschiedenes
- Von Lorena Klein
Wenden. Wie ein türkis-blauer Spiegel ruht das Wasser im großen Schwimmbecken des neuen Wendener Hallenbads. Doch schon bald ist diese Ruhe vorbei. Dann wird das Wasser aufgemischt von zahlreichen Schülern, Freizeitschwimmern und planschenden Familien. Bis zur Eröffnung des Bads fehlen nur noch wenige Restarbeiten. LokalPlus durfte sich den Neubau schon einmal von innen anschauen.

Mit dem Ablauf der Bauarbeiten sind Kämmerer Thomas Munschek, Nina Stahl (Fachdienstleitung Bildung) und Schwimmmeister Nils Latusek von der Gemeinde Wenden sehr zufrieden. „Für einen 14-Millionen-Bau war es eine sportliche Bauzeit“, betont Thomas Munschek. Begonnen haben die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Parkplatzgelände an der Gesamtschule Wenden im Sommer 2025. Kostenmäßig liege man derzeit etwa bei 8 Prozent mehr als geplant.
Bis zur Eröffnung des Hallenbads dauert es nun nicht mehr lange. „Aufgrund der Nacharbeiten sind wir zwei, drei Wochen später als ursprünglich geplant, damit wir das Schwimmbad in einer hohen Qualität eröffnen können“, so Munschek. Das werde voraussichtlich nach den Herbstferien im November der Fall sein.
Bereits von außen macht der Neubau ordentlich was her mit seiner Holzvertäfelung und den großen Fensterfronten. Nicht direkt sichtbar, aber dafür umso wichtiger: die große PV-Anlage auf dem Dach. Durch automatische Schiebetüren gelangen Besucher in ein einladendes Foyer, das bald noch mit einem Kassenautomat ausgestattet wird.

Die zukünftigen Eintrittspreise sind Thema in der kommenden Ratssitzung. Geplant sind unter anderem Tagestickets in Höhe von 5 Euro für Erwachsene, Kinder und Jugendliche (U18) zahlen 4 Euro, Kinder bis einschließlich drei Jahre haben freien Eintritt. Auch die Haus- und Badeordnung steht auf der Agenda.
„Da wir uns dazu entschieden haben, das Bad selber zu betreiben, kommt jetzt auf der Zielgeraden natürlich der ganze organisatorische und personelle Aufwand hinzu“, erklärt Nina Stahl. Federführend ist der neue Schwimmmeister Nils Latusek zuständig für den Betrieb – von Technik und Reinigung bis hin zu Belegungsplänen.
Vom Foyer geht es durch den Stiefelgang zu den Einzel- und Sammelumkleiden sowie zu den Duschen und WCs für Damen und Herren. Außerdem sind direkt vom Foyer aus behindertengerechte und geschlechtsneutrale Umkleiden und Sanitäranlagen zu erreichen.

Kabinen, Fliesen und Spinte sind nach einem Farbkonzept aus Mintgrün, Cremefarbe und Holzoptik gestaltet. Bei der Umsetzung einzelner Bereiche habe das Bauunternehmen Pellikaan dem Arbeitskreis Hallenbad der Gemeinde Wenden immer wieder Möglichkeiten gegeben, selbst mitzuentscheiden, erklärt Thomas Munschek.
Herzstück des Bades ist das 10 mal 25 Meter große Becken – über dem gerade ein großer, aufblasbarer Pelikan wacht. Das Wasser wurde diesen Sommer ins Becken gefüllt und umfangreich getestet, berichtet Schwimmmeister Nils Latusek. Maximal passen, je nach Einstellung des Hubbodens, 462.500 Liter hinein.

„Wir haben hier vollautomatisierte Badewassertechnik, wir sind fast klimaneutral, da wir auf fossile Brennstoffe verzichten“, freut sich der 25-Jährige auf den Betrieb des Hallenbades. „Wir sind ein Bad für jedermann, das heißt, wir sind auch behindertengerecht eingerichtet.“ So gebe es auch eine Einrichtung, mit der man Menschen ins Wasser heben kann. Auch der moderne Beka-Pool statt eines Edelstahlbeckens oder Betonbeckens sei ein Highlight.
Anstelle von flüssigem Chlorgas wird das Wasser übrigens durch eine Elektrolyseanlage sauber und keimfrei gehalten. Direkt neben dem Beckenbereich befinden sich das Domizil des Schwimmmeisters mit Sanitätsraum sowie ein Multifunktionsraum für Besprechungen und Vereine.
Im Rahmen des Probebetriebs sollen zeitnah schon einzelne Schulklassen im neuen Hallenbad schwimmen dürfen. Zuvor muss allerdings kurzfristig noch eine Druckerhöhungsanlage angeschafft werden, da der Wasserdruck derzeit noch nicht ausreichend ist. Dazu liegt dem Gemeinderat ein Dringlichkeitsbeschluss vor.
Mit Blick auf die baldige offizielle Inbetriebnahme informiert Nina Stahl: „Wir starten zuerst mit den Schulen, dem öffentlichen Badebetrieb und dem Vereinsschwimmen. Eine große Nachfrage gibt es auch für Kurse. Diese sind auch das erklärte Ziel, werden aber nicht direkt zu Beginn stattfinden.“
Doch was passiert nach der Eröffnung eigentlich mit dem alten Hallenbad an der Grundschule auf dem Westerberg? „Im Rahmen der Schulentwicklung an diesem Standort wird auch das alte Hallenbad mitgedacht“, erklärt Nina Stahl. Ein externer Architekt solle bei der Planung des Um- und Erweiterungsbaus der Wendener Grundschule auch Perspektiven für das Hallenbad einbeziehen. Konkrete Pläne gebe es aber noch keine. Von der Um- bzw. Weiternutzung bis zum Abbruch sei noch alles offen.
