Weihnachten in Stille: Pater Norbert Cuypers als Eremit auf der Dörnschlade

Das Weihnachtswunder begreifen


  • Wenden, 25.12.2021
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Die Weihnachtstage geht Pater Norbert Cuypers ganz ruhig und besonnen an. von Lorena Klein
Die Weihnachtstage geht Pater Norbert Cuypers ganz ruhig und besonnen an. © Lorena Klein

Wenden. Seit etwas mehr als einem Jahr lebt Pater Norbert Cuypers nun schon als Eremit auf der Dörnschlade. Während der Feiertage kommt es dem Ordensmann der Steyler Missionare auf das Wesentliche an: kein Kommerz und kein Trubel, sondern das Begreifen der weihnachtlichen Botschaft, der Menschwerdung Gottes, steht für ihn im Mittelpunkt.


Am Waldrand, fernab von Lärm und Getümmel, liegt die Dörnschlade. Ein Ort der Stille und doch ein Ort, der immer gut besucht ist. Hier kommen die Leute hin, um zu beten, um ihre Not und ihr Elend abzuladen, aber auch, um ihren Dank und ihre Bitten mitzuteilen, um Gott näher zu sein. Hier legt so mancher Spaziergänger Rast ein, um eine Kerze anzuzünden und zur Ruhe zu kommen. Und hier, in der kleinen Klause unmittelbar neben der Kapelle, ist auch das Zuhause von Pater Norbert Cuypers.

„Liebe auf den ersten Blick“

War sein Aufenthalt im Wendschen ursprünglich nur für ein Jahr geplant gewesen, stand für den Einsiedler schnell fest: Hier möchte er auch in Zukunft leben. Nachdem der Geistliche vorher über 40 Jahre in Gemeinschaft gelebt hatte, davon einige Jahre in Berlin, sehnte sich Norbert Cuypers nach Stille.

Seine erste Besichtigung der Kapelle im Sauerland beschreibt er als „Liebe auf den ersten Blick“. Umgekehrt überzeugte auch er den Pfarrer und konnte sich gegen einige andere Bewerber durchsetzen und die Klause als Nachfolger von Schwester Gertrud im November 2020 beziehen.

Selbstverständliche Hilfsbereitschaft

Unglaublich herzlich, hilfsbereit und aufgeschlossen sei er in der Gemeinde Wenden aufgenommen worden, erinnert sich Pater Norbert an seine Ankunft. Diese Warmherzigkeit habe niemals nachgelassen. Im Gegenteil: Er bekommt sie Tag für Tag erneut zu spüren. Gerührt erzählt der Klausner von zahlreichen netten Gesten und Gefallen und auch davon, dass schon oft das ein oder andere Präsent unerwartet vor der Haustür lag.

„Die Wendschen sind gute Menschen“, reimt Pater Norbert mit einem dankbaren Lächeln im Gesicht. „Solche Begegnungen wärmen von innen.“ Umso dankbarer ist er auch, dass er unter Absprache mit seinem Orden für unbegrenzte Zeit im Wendener Land bleiben darf.

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Die Dörnschlade am Waldesrand - ein ganz besonderer Ort für viele Gläubige.

In einer Zeit der vermehrten Kirchenkritik sieht Pater Norbert außerdem einen grünen Zweig in der Dörnschlade, die er immer wieder als Kraft- und Segensort für viele Leute erlebe: „An einem Ort wie der Dörnschlade wächst die Zukunft der Kirche.“

Sich auf das Wesentliche besinnen

Das Weihnachtsfest verbringt Pater Norbert „sehr unaufgeregt und still“. Nachdem er an Heiligabend die Christmette in Schönau gehalten hat, geht er die Feiertage ganz in aller Ruhe und Gelassenheit an. Um Weihnachten im Herzen zu spüren, brauche weder laute Weihnachtsmusik noch prunkvolle Dekoration, so der Eremit. Indem er in der Bibel lese und sich andächtig an die Krippe setzte, besinne er sich voll und ganz auf die weihnachtliche Botschaft.

Ein ganz besonderes und persönliches Ritual darf für ihn dabei nicht fehlen: Angelehnt an eine Erzählung über den Ordensgründer der Steyler Missionare, nimmt Norbert Cuypers das Jesuskind aus der Krippe, drückt es symbolisch an sein Herz und wiegt es.

Ein ganzjähriges Anliegen

„Gott begegnet dir in jedem Menschen, selbst in so einem kleinem Kind“, erklärt Norbert Cuypers das Weihnachtswunder. Als Seelsorger versuche er das ganze Jahr über, Jesus im Herzen eines jeden Menschen zu finden. Die Menschen in schwierigen Zeiten zu unterstützen und ihnen ihren eigenen göttlichen Kern bewusst zu machen, sei sein Auftrag: „Dann bin ich glücklich. Das sind für mich Weihnachtsgeschenke.“

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