Warum im Ottfinger Dorfladen jeder Einkauf zählt

Weniger Umsatz in 2022


  • Wenden, 03.02.2023
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Der Dorfladen ermöglicht einen nahen und vielseitigen Einkauf im Herzen Ottfingens: Genossenschaftsvorsitzender Olaf Arns (2.v.l.) mit den Mitarbeiterinnen Martina Fischer, Regina Schrage und Silvia Vennteicher (v.l.). von Lorena Klein
Der Dorfladen ermöglicht einen nahen und vielseitigen Einkauf im Herzen Ottfingens: Genossenschaftsvorsitzender Olaf Arns (2.v.l.) mit den Mitarbeiterinnen Martina Fischer, Regina Schrage und Silvia Vennteicher (v.l.). © Lorena Klein

Ottfingen. Wer auf dem Land lebt, ist es durchaus gewohnt, für den Wocheneinkauf in den Nachbarort zu fahren. Nicht selten fehlt die Einkaufsmöglichkeit direkt vor Ort. In Ottfingen sieht das anders aus: Hier gibt es seit September 2020 wieder einen Dorfladen, der auf kleinem Raum alles bietet, was man alltäglich so braucht. Einige Dorfbewohner und auch Menschen aus der Umgebung kaufen hier regelmäßig ein - doch das Angebot könnte noch besser genutzt werden.


Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine hat auch das Team rund um den Ottfinger Dorfladen im vergangenen Jahr unmittelbar gespürt. „Im März und April haben wir deutlich Umsatz einbüßen müssen“, berichtet Olaf Arns, Vorsitzender der Genossenschaft, die den Laden ins Leben gerufen hat und betreibt.

„Die Leute haben in dieser Zeit anders eingekauft. Günstiger, weniger frisch.“ Diesen kurzzeitigen Einbruch habe man über das Jahr nicht mehr ausgleichen können. Für 2022 rechne man mit einem mittleren vierstelligen Betrag im Minus. “Besser wäre es natürlich, wenn wir stattdessen im Plus wären“, betont Arns. Liquiditätsmäßig sei der Dorfladen jedoch nach wie vor stabil - und das sei das Entscheidende.

Große Produktvielfalt auf kleinem Raum

„Nach wie vor möchten wir die Leute im Ort ansprechen, die den Laden noch nicht nutzen“, so Olaf Arns, der mit seiner Familie fast ausschließlich nur noch im Dorfladen einkauft. Vielen sei noch nicht bewusst, dass das Sortiment einen kompletten Wocheneinkauf ermögliche.

Von frischen und abgepackten Lebensmitteln über Drogerie- und Schreibwaren bis hin zu regionalen Spezialitäten und einer Möglichkeit zum Kaffee-Plausch ist alles dabei. Mehr als 3.000 Produkte auf gerade einmal 280 Quadratmetern.

An der Frischetheke haben die Verkäuferinnen viel zu tun. von Lorena Klein
An der Frischetheke haben die Verkäuferinnen viel zu tun. © Lorena Klein

Regelmäßig vergleiche man die Preise ausgewählter Produkte aus allen Bereichen mit anderen großen Supermärkten in der Nähe, so Arns. Das Ergebnis: Der Dorfladen schneide mit am günstigsten ab. Teilweise seien die Preise, gerade bei der Eigenmarke, sogar mit Discountern vergleichbar.

Der Fokus des Ladens liegt vor allem auf frischen Produkten, wie Obst und Gemüse, Backwaren sowie Käse und Wurst an der Frischetheke. Diese würden auch 38 Prozent des Umsatzes ausmachen, betont der Vorsitzende.

Ein paar Kunden mehr

Im Schnitt werden pro Tag etwa 230 Bons gedruckt - kleinere und größere Einkäufe, vor allem von Dorfbewohnern, aber auch Personen aus anderen Ortschaften. Das sind etwa 3.000 Euro Nettoumsatz täglich. Freitag ist meist der verkaufsstärkste Tag. „Damit kommen wir soweit zurecht, dass wir die Fixkosten decken können.“ Unter anderem mit der Anschaffung neuer Gefriertruhen versuche man zudem, Energie und Kosten zu sparen, erklärt Arns.

Hier wird fleißig für den Warenkorb gesammelt - dreimal in der Woche werden die Produkte gespendet. von privat
Hier wird fleißig für den Warenkorb gesammelt - dreimal in der Woche werden die Produkte gespendet. © privat

Und trotzdem: Das Ziel ist die schwarze Null - und die ist gar nicht mal so weit entfernt. „100 Euro mehr am Tag würden uns gut tun“, so Olaf Arns. Ein paar Kunden mehr, damit im Jahr ein leicht positives Ergebnis erziehlt würde. Überschüsse und Rücklagen, die in der Genossenschaft und Ottfingen bleiben und in entsprechende Anschaffungen und Projekte fließen würden.

Doch der Vorsitzende der Genossenschaft ist zuversichtlich, dass sich das Konzept des Dorfladens bewährt: „In mittlerweile zweieinhalb Jahren haben wir uns gut organisiert und sind auch personell gut aufgestellt. Wenn wir diese Krise mit hohen Inflationspreisen überleben, werden wir den Laden auch langfristig halten können.“ Auch preislich sei der Dorfladen wettbewerbsfähig, somit komme es jetzt auf die Einkäufer an. „Am Ende entscheiden die Leute mit ihren Füßen.“

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