Viel mehr als nur Vokabeln – Premiere für die WendschPlatt-App

Nutzer können Audios in Mundart aufnehmen


  • Wenden, 03.09.2026
  • Kultur
  • Von Wolfgang Schneider
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Wenden. Über ein Jahr hat die Konzeption und Entwicklung gedauert, seit dieser Woche ist sie online: die neue WendschPlatt-App. Offiziell vorgestellt wird sie am Donnerstag, 3. September, 19 Uhr, beim nächsten Treffen des Arbeitskreises Wendsch Platt im Hotel-Restaurant Zeppenfeld in Wenden.


Über 1.000 Jahre wurde Wendener Platt gesprochen, doch seit 60, 70 Jahren ist die Mundart immer mehr ins Abseits geraten. Um dem entgegenzuwirken, ist es erklärtes Ziel des Wendener Gemeinderates, das Wendsche Platt als immaterielles Kulturgut zu erhalten. Die neue App soll dazu beitragen, die Mundart in die heutige Zeit zu bringen – mit möglichst vielen Vokabeln zum Anhören.

Hoffen auf Beteiligung

Wie das geht? Wer Wendener Platt spricht und sich als Benutzer registriert, hat die Möglichkeit, plattdeutsche Wörter als Audio aufzunehmen und zu speichern. Andere Nutzer können, auch ohne Registrierung, die App nutzen und sich anhören, wie die Begriffe ausgesprochen werden.

„Indem wir das Sprachwissen in einer benutzerfreundlichen und modernen Form anbieten, machen wir den Dialekt für die jüngeren Generationen greifbar und fördern den aktiven Gebrauch im Alltag. Die App ist ein Instrument, um WendschPlatt als lebendige Sprache weiterzugeben“, heißt es seitens der Initiatoren.

Das akustische Wörterbuch enthält zum Start nur 60 Vokabeln. Nina Stahl, die in der Gemeindeverwaltung das Projekt begleitet, hofft darauf, dass sich das schon beim Stammtisch am Donnerstagabend ändert und die Besucher fleißig neue Audios aufnehmen. „Je mehr sich beteiligen, desto besser und umfangreicher wird die WendschPlatt-App“, so Stahl. „Wir können aber nicht wirklich einschätzen, wie viele Vokabeln zusammenkommen werden.“

„Viel Mühe und Sachverstand“

Laut Nina Stahl hat das neue Angebot aber schon zum Start mehr zu bieten als eine erste Auswahl an Vokabel-Audios. So gibt es einige Videos in Wendener Platt, einen kleinen Literaturbereich und 40 historische Wenker-Sätze als Audios – kurze, typische Sätze im WendschPlatt, die eine besondere Quelle der Sprachforschung darstellen. „In der App steckt viel Mühe und Sachverstand“, betont Nina Stahl.

Jetzt ist das gesammelte Wissen der Platt sprechenden Wendener, Hünsborner, Gerlinger, Ottfinger und Co. gefragt, damit der Vokabelbereich kräftig wächst und möglichst viele Audios bietet. Anhand derer können Menschen akustisch erfahren, wie sich Wendener Platt anhört – und es bestenfalls selbst lernen, damit der historische Dialekt nicht irgendwann völlig in Vergessenheit gerät.

Die App ist übrigens nicht in den gängigen App-Stores verfügbar, sondern vielmehr eine Art Webanwendung, zu erreichen hier. Auf der Website besteht dann die Möglichkeit, eine Art App zu installieren, mit der das Angebot dann auch offline genutzt werden kann.

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