Stimme für den Ort: „Ich mag mein Dorf – und möchte, dass es schön ist“

Drei neue Ortsvorsteher im Wendschen


  • Wenden, 10.02.2026
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Die drei neuen Ortsvorsteher in der Gemeinde Wenden (v.l.): David Clemens (Möllmicke), Anne Bredebach (Brün) und Stefan Luke (Wenden). von Lorena Klein
Die drei neuen Ortsvorsteher in der Gemeinde Wenden (v.l.): David Clemens (Möllmicke), Anne Bredebach (Brün) und Stefan Luke (Wenden). © Lorena Klein

Wenden. Anne Bredebach ist 45 Jahre alt und arbeitet als pharmazeutisch-technische Assistentin. David Clemens, 26 Jahre alt, ist als Industriemechaniker tätig. Und Rettungssanitäter Stefan Luke, 51 Jahre alt, hat sich sowohl hauptberuflich als auch ehrenamtlich beim DRK der Rettung von Menschen verschrieben. Was die drei verbindet? Sie sind seit November die neuen Ortsvorsteher in ihren Dörfern in der Gemeinde Wenden.


Engagiert und interessiert, offen für Anliegen und neue Ideen, aufmerksam gegenüber Problemen – wenn das Dorf eine Schulklasse wäre, dann wären Ortsvorsteher wohl die Klassensprecher. Sie vertreten ihr Dorf und seine Interessen.

„Wir sind das Bindeglied zwischen den Bürgern, der Gemeindeverwaltung und dem Rat“, erklärt Stefan Luke, seit vergangenem Herbst Ortsvorsteher von Wenden. Er ist eins von insgesamt drei neuen Gesichtern unter den Ortsvorstehern im Wendener Land: Anne Bredebach hat dieses Amt in Brün übernommen, David Clemens in Möllmicke.

Langjährige Vorgänger hören auf

Der Weg dorthin sah bei allen drei sehr ähnlich aus. Bereits frühzeitig kündigten ihre langjährigen Vorgänger Detlef Breidebach (Möllmicke, 16 Jahre im Amt), Dietmar Häner (Wenden, 23 Jahre) und Werner Kotula (Brün, 24 Jahre) an, das Amt des Ortsvorstehers abgeben zu wollen. Wer könnte sich vorstellen, dies in Zukunft zu übernehmen?

Als besonders engagierte Dorfbewohner wurden Anne Bredebach, David Clemens und Stefan Luke darauf immer wieder mal angesprochen. „Ich glaube, die Entscheidung ist bei uns allen nach und nach gereift“, sagt Anne Bredebach.

Luftbild von Wenden. von Nils Dinkel
Luftbild von Wenden. © Nils Dinkel

Ortsvorsteher werden in der Regel im Rahmen der Kommunalwahlen für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt. In der Ortschaft, die sie vertreten möchten, müssen sie auch wohnen. Auf Vorschlag der Fraktion, die bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen im jeweiligen Ort geholt hat, werden sie vom Stadt- oder Gemeinderat gewählt.

In der Gemeinde Wenden wurde Anfang November darüber entschieden, die Vereidigung der Ortsvorsteher fand Mitte Dezember statt. Für die drei Neuzugänge begann damit ein Kapitel mit vielen neuen Aufgaben, in die man sich erstmal einarbeiten muss.

Learning by doing

„Es ist schon viel, das auf einmal auf deinen Schultern lastet“, erklärt David Clemens, der mit 26 Jahren der aktuell jüngste Ortsvorsteher im Wendschen ist. „Vieles lernt man von seinen Vorgängern – und die Gemeinde Wenden ist auch immer da, wenn man Hilfe braucht.“

Im vielseitigen Vereinsgeschehen in Möllmicke hat sich David Clemens schon immer gerne eingebracht – von den Möllmicker Chören bis zu den Sportfreunden. „Ich mag mein Dorf einfach“, bringt der junge Ortsvorsteher es auf den Punkt. „Und ich möchte, dass es schön ist und noch schöner wird.“

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Das Aufgabenfeld der Ortsvorsteher ist groß – und von Ort zu Ort unterschiedlich. Schließlich hat jedes Dorf seine eigenen Besonderheiten. Und auch je nach Größe und Einwohnerzahl des Orts bringt das Amt neue Herausforderungen mit.

So machte im kleinen Brün mit 340 Einwohnern schnell die Runde, wer neue Ortsvorsteherin ist – während Wenden mit knapp 3.900 Einwohnern dagegen schon fast Kleinstadt-Charakter hat. Und in Möllmicke (rund 1.500 Einwohner) habe es schon für Staunen gesorgt, als sich „der junge Bursche“ als neuer Ortsvorsteher entpuppte, schmunzelt David Clemens.

Ein zeitintensives Ehrenamt

Das Amt des Ortsvorstehers ist ein Ehrenamt. Sie erhalten lediglich eine monatliche Aufwandsentschädigung, gestaffelt nach Einwohnerzahl. Die unterschiedlichen Aufgaben begleiten die Ortsvorsteher aber nahezu jeden Tag, so Stefan Luke. „Viele Dinge, die Mitbürger nicht mitbekommen, laufen auch im Hintergrund“, erklärt er.

„Es ist auf jeden Fall eine tolle Herausforderung“, findet der Wendener Ortsvorsteher. „Man hat die Möglichkeit, den Ort aktiv mitzugestalten, zu verschönern und auch etwas für die Umwelt zu tun.“ So kümmere er sich derzeit darum, dass die Bänke in und rund um Wenden zu Rettungspunkten werden und im Notfall von Einsatzkräften schnell gefunden werden können. Außerdem möchte er sich dafür einsetzen, dass wieder mehr Leben auf dem Marktplatz stattfindet.

„Viele Dinge, die Mitbürger nicht mitbekommen, laufen auch im Hintergrund.”
— Stefan Luke, Ortsvorsteher von Wenden

In Möllmicke hatte David Clemens am Morgen von Heiligabend zu einem Umtrunk am Dorfbrunnen eingeladen. „Diese Tradition gab es hier früher unter ein paar Familien“, erklärt er. Und für Anne Bredebach fand in Brün bereits die erste Dorfversammlung statt. „Mir ist es wichtig, mit den Leuten zu sprechen, um zusammen die Weichen für das Dorf zu stellen“, betont die Ortsvorsteherin. „Es sollen viele Stimmen, Anregungen und Wünsche gehört werden.“

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