Segelfliegen - ein Hobby, um den Alltag mal hinter sich zu lassen

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein


  • Wenden, 29.08.2021
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  • Von Catriona Rath
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Beim Segelfliegen bieten sich atemberaubende Ausblicke. von Catriona Rath
Beim Segelfliegen bieten sich atemberaubende Ausblicke. © Catriona Rath

Hünsborn. Wer träumt nicht davon, über den Wolken zu sein? Fast jeder saß schon in einem Ferienflieger oder vielleicht auch schon in einem Hubschrauber oder einem kleinen Motorflugzeug. Doch wer kann schon von sich behaupten, selbst ein Flugzeug gesteuert zu haben? Wer hätte gedacht, dass man schon mit 14 Jahren damit anfangen darf.


Beim Segelfliegen ist genau das möglich. Jedoch muss man 16 Jahre alt sein, um die praktische Prüfung zu absolvieren und damit den Segelflugschein zu bekommen. Es ist ein faszinierendes, spannendes und vielseitiges Hobby für jedermann.

Beim Luftsportverein Hünsborn (LSVH) kann man das Segelfliegen erlernen. Falls ein Interessent sich zu Beginn nicht sicher ist, ob das Segelfliegen wirklich etwas für ihn ist, gibt es die Möglichkeit einer Schnuppermitgliedschaft. Das bedeutet, dass man nur einen geringen Vereinsbeitrag bezahlt und sich dafür alles einen Monat genauer anschauen darf.

Voraussetzungen und Prüfungsinhalte

Sollte sich ein Interessent dazu entschließen, dem Verein beizutreten, kann direkt mit der praktischen Ausbildung begonnen werden. Grundvoraussetzung ist, dass ein Fliegerarzt die Flugtauglichkeit des Schülers bescheinigt. Das heißt, dass der Flugschüler gesundheitlich in der Lage sein muss, ein Segelflugzeug sicher und allein steuern zu können.

Im Verlauf der Ausbildung sind neben den Flügen und praktischen Erfahrungen auch einige theoretische Prüfungen abzulegen. Dazu zählen unter anderem Luftrecht, Meteorologie, Navigation, Technik und das Verhalten in besonderen Fällen. Diese Theorie Prüfung findet in den Wintermonaten innerhalb der ersten zwei Jahre statt, besteht überwiegend aus Multiple-Choice-Aufgaben und wird in Münster abgelegt.

Zwei bis dreijährige Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre. Es braucht meistens 40 bis 50 Starts und Landungen, ehe der Schüler sicher genug ist, um das erste Mal allein zu fliegen. Das ist dann die sogenannte A-Prüfung, die aus drei Flügen besteht. Danach geht es in der Praxis um die weitere Sammlung von Erfahrungen, Fliegen weiterer Flugzeugmuster und Fliegen in der Thermik, wobei sowohl Flüge mit und ohne Fluglehrer absolviert werden müssen. Insgesamt sollten 50 bis 60 Starts und Landungen mit Fluglehrer vorgewiesen werden können.

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Mit dem Luftsportverein Hünsborn geht es im Segelflieger hoch hinaus.

Im Laufe der praktischen Ausbildung werden nicht nur doppelsitzige Segelflugzeuge, sondern auch Einsitzer eingesetzt und geflogen. Üblicherweise wird die sogenannte B-Prüfung in einem einsitzigen Segelflugzeug absolviert. Hierbei muss der Flugschüler zwei Übungen fliegen, Kreiswechsel und Rollübungen, und das wie bei der A-Prüfung dreimal.

Im Rahmen des dritten und letzten praktischen Ausbildungsabschnittes ist unter anderem eine Überland-Flugeinweisung Bestandteil, die als Vorbereitung für den ersten alleinigen Überlandflug dient. Bei der C-Prüfung kommen weitere Rollübungen, Kreiswechselflug, Seitengleitflug und drei Starts und Landungen unter der Beobachtung des Fluglehrers auf den Prüfling zu. Der selbst geplante 50-km-Flug krönt die praktische Ausbildung.


Flugsaison und Luftsportverein

Die Flugsaison findet von März oder April bis Ende Oktober statt, wenn das Wetter mitspielt. November bis März ist die Wintersaison, während der in der Regel nicht geflogen, sondern die Flugzeuge gewartet und alles in Stand gehalten wird. Zurzeit hat der LSVH neun Segelflugzeuge und 121 Mitglieder (77 Aktive und 44 Passive), von den 20 bis 25 regelmäßig am Flugplatz sind. In Hünsborn gibt es aktuell sechs Segelfluglehrer, die sich über neue Schüler freuen.

Nähere Infos und weitere Auskünfte unter:

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Mit dem Luftsportverein Hünsborn geht es im Segelflieger hoch hinaus.


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