Nachwuchs-Referee Conner Walbersdorf leitet erstes Spiel mit Bravour

Jüngster Schiedsrichter beim VSV Wenden


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Mit zwölf Jahren stand Conner Walbersdorf zum ersten Mal mit der Pfeife auf dem Platz. von Nils Dinkel
Mit zwölf Jahren stand Conner Walbersdorf zum ersten Mal mit der Pfeife auf dem Platz. © Nils Dinkel

Wenden. Conner Walbersdorf ist einer der jüngsten Schiedsrichter im Kreis Olpe. Der zwölfjährige Nachwuchs-Referee vom VSV Wenden hat am Samstag, 12. April, sein erstes Spiel geleitet.


Um 11 Uhr pfiff er die Partie zwischen der JSG Gerlingen/Möllmicke und der JSG Elspe/Oedingen/Halberbracht/Oberelspe I an. Die Vorfreude war groß. „Nervös war ich nicht“, so der Zwölfjährige. Das Spiel ging über zwei Mal 35 Minuten – konditionell für Conner kein Problem – und endete 4:2 (1:1) für die Gastgeber.

Er gab zwei gelbe Karten für Foulspiele an die Gastmannschaft. „Es war ein schönes und faires Spiel mit wenig Gemeckere. Ich habe mich gefreut, dass unsere Schiedsrichter Wolfgang Lemme und Dietmar Kazmarek anwesend waren“, so der Neu-Referee.

Fußball ist sehr wichtig für den Dortmund-Fan, der schon sieben Mal den BVB bei Heimspielen anfeuerte. „Es bringt Spaß und Emotionen“, so Conner. Trotzdem war selbst Kicken für ihn keine Option. „Ich mag den Fußball, den Mannschaftssport. Aber mein Hobby – das Tanzen – beansprucht schon viel Zeit. Da ich sehr an diesem Sport interessiert bin, habe ich mir überlegt, Schiedsrichter zu werden“, erzählt Conner.

„Es passt perfekt“

Das sei auch wesentlich interessanter, als die Spiele aus dem Zuschauerbereich zu verfolgen. Außerdem gebe es viel zu wenige Schiedsrichter, was ein weiterer Anreiz für Conner gewesen sei.

Montags bis mittwochs habe er durch die Schule und das Tanztraining „lange Tage“, an den anderen könne er Spiele leiten. Das Tanzen sei vor allem in der fünften Jahreszeit sehr zeitintensiv – eine Zeit, in der es im Fußball eher ruhiger sei. „Es passt perfekt“, so Conner.

Conner Walbersdorf besucht die sechste Klasse der Gesamtschule Wenden. von Nils Dinkel
Conner Walbersdorf besucht die sechste Klasse der Gesamtschule Wenden. © Nils Dinkel

Conner besucht die sechste Klasse der Gesamtschule Wenden. Neben ihm habe kürzlich auch ein gleichaltriger Klassenkamerad an der Schiedsrichter-Ausbildung teilgenommen. „Der DFB empfiehlt ein Einstiegsalter von 14 Jahren. Die Kreise können aber individuell entscheiden“, erzählt Marco Cremer, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses Olpe.

Und weiter: „Mit zwölf als Schiedsrichter zu starten ist sehr jung, aber möglich – entscheidend ist die Persönlichkeit. Wichtig ist eine enge Begleitung, denn es kann viel schiefgehen, aber auch sehr viel Erfahrung bringen. Zwei 15-Jährige, die besondere Qualitäten mitbringen, pfeifen demnächst sogar in der Bezirksliga“.

„Einwurf ist ein großes Thema im Jugendfußball!”
— Conner Walbersdorf

Beim Schiedsrichter-Neulingskurs musste Conner 50 Meter in 9,5 Sekunden, 100 Meter in 16,6 Sekunden und einen Kilometer in 5,30 Minuten hinter sich bringen. „Das war alles kein Problem“, so der Zwölfjährige.

Beim Schiedsrichter-Kurs war aber nicht nur Fitness gefordert; es stand auch Regelkunde – von Abseits, Abstoß, Foulspiel, Spielerausrüstung bis Strafstoß – auf dem Programm.

Conners Mutter war früher aktive Fußballspielerin und gab das Interesse an diesen Sport an ihren Sohn weiter. von Nils Dinkel
Conners Mutter war früher aktive Fußballspielerin und gab das Interesse an diesen Sport an ihren Sohn weiter. © Nils Dinkel

„Einwurf ist ein großes Thema im Jugendfußball. Das wird oft falsch gemacht“, brachte Conner sein frisch erlangtes Wissen ein. Und da soll neben den Erfahrungen in der Praxis noch theoretisches hinzukommen: Einmal monatlich findet eine Fortbildung statt. Die Erste hat er jetzt in Grevenbrück hinter sich gebracht. Aktive Schiedsrichter müssen mindestens an neun dieser Termine jährlich teilnehmen.

Seine Freunde und Eltern unterstützen ihn in der Sache. „Solange es mir Spaß macht, wollen sie mich unterstützen“, erzählt der Zwölfjährige.

Conner Walbersdorf ist mit seinen zwölf Jahren einer der jüngsten Schiedsrichter im Kreis Olpe. von Nils Dinkel
Conner Walbersdorf ist mit seinen zwölf Jahren einer der jüngsten Schiedsrichter im Kreis Olpe. © Nils Dinkel

Als Schiedsrichter-Vorbild sieht er seinen Kursleiter Sebastian Weber, der auch die Spiele der C-Jugend ansetzt. „Er begleitet mich die ersten drei Spiele. Wir werden nicht ins kalte Wasser geschmissen“, so der Neu-Schiedsrichter.

Der VSV Wenden ist stolz darauf, seinen jüngsten Schiedsrichter in der Vereinsgeschichte zu begrüßen.

Jungspund mit Vorbildfunktion

„Wir sehen in Conner nicht nur einen motivierten und talentierten Jungschiedsrichter, sondern auch ein Vorbild für andere, die sich für das Schiedsrichteramt interessieren“, sagt Sebastian Scherer aus dem Vorstand des VSV Wenden. Das könne ein Anreiz für andere Jugendliche sein, sich dafür zu begeistern. Laut Scherer gibt es aktuell fünf Schiedsrichter beim VSV Wenden.

Interessierte können sich per E-Mail an info@vsvwenden.de oder an den Vorstand wenden. Der Verein stellt Schiedsrichter-Trikots zur Verfügung. Auch Fahrten können erstattet werden.

In einem Etui sind alle Utensilien untergebracht, die Conner für die Leitung eines Spiels benötigt. von Nils Dinkel
In einem Etui sind alle Utensilien untergebracht, die Conner für die Leitung eines Spiels benötigt. © Nils Dinkel

Conner fühlt sich beim VSV Wenden gut aufgehoben. „Ich wurde von den älteren Schiedsrichtern herzlich aufgenommen.“

Er hofft natürlich, als Schiedsrichter ganz groß rauszukommen. Je früher man anfängt, desto realistischer ist das. Geschafft im Kreis Olpe haben das unter anderem Wolfgang Friedrichs, Detlef Scheppe und Thorben Siewer.

Conner Walbersdorf mit Sebastian Scherer (Vorstand VSV Wenden). von Nils Dinkel
Conner Walbersdorf mit Sebastian Scherer (Vorstand VSV Wenden). © Nils Dinkel

Der nächste Schiedsrichterkurs findet am 23. August statt.

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