Musikunterstützter Mal-Workshop für „bunte“ Menschen

Laura Solbach singt


Laura Solbach sorgte beim Mal-Workshop für eine meditative Stimmung. von privat
Laura Solbach sorgte beim Mal-Workshop für eine meditative Stimmung. © privat

Heid. Ein kleines Sommer-Highlight für Menschen mit Behinderungen konnte die Brücke GmbH trotz Pandemie doch noch anbieten. Für eine Kleingruppe aus Jugendlichen und Erwachsenen wurde kürzlich ein Mal-Workshop in Heid veranstaltet. Zum Thema „Sonnenvogel“ entstanden mit Begeisterung und Farbe fröhliche Acrylgemälde.


Ganz still war das Werkeln zeitweise, nur die Stimme der 25-jährigen Lehramtsanwärterin Laura Solbach war zu hören, während sie zu ihrer Gitarrenuntermalung mit Gesang alle Teilnehmer in ihrer Welt versinken ließ. Selbst Jendrik vergass das Sprechen darüber - und Lilly meldete sich nur mit einem kurzen „Fertig“, sobald Farbe nachgefüllt werden musste.

Für Katharina war es das drittes Leinwandbild, soweit sie sich erinnern konnte. Ihr Sonnenvogel am Strand mit Bikini und Schwimmreifen sah nach Urlaub aus. Bei leichtem Nieselregen arbeitete sie an ihrem Kunstwerk unter einem Sonnenschirm. Das schöne Wetter kann man sich schließlich malen. Mit der Künstlerin Ilona Weber standen als ehrenamtliche Helferinnen der Einrichtung Die Brücke Vera Stremmel und Lena Walas zur Verfügung.

„Malen und Musik, das geht gut!“, meinte Sängerin und Musikerin Laura Solbach genau wie Workshopleiterin Ilona Weber. Das zeigt sich bei Jung und Alt, unabhängig von Temperament, Feinmotorik und Allgemeinbildung. In dieser Welt der Kunst spielt es keine Rolle, ob man gesund oder ein Mensch mit Einschränkungen bzw. Behinderungen ist. Der größte Aspekt bei diesem Malangebot ist das sinnliche Erfahren gewesen.
Meditatives Malen mit Musik
Die Musik hemmte die Kursteilnehmer ein wenig, sich zu viel nach den Tischnachbarn rechts und links zu orientieren. Ruhige Klänge schaffen eine sanfte Stimmung, so beginnt jeder, intuitiver zu malen und zentriert sich in diesem Fokus auf sich selbst. „Als verselbstständige sich die Farbe, so beginnt die Musik Bilder zu malen“, erzählen die beiden Heiderinnen auch aus vorherigen gemeinsamen Aktionen mit Kindern und Erwachsenen.
Bildergalerie starten
Musikunterstützter Mal-Workshop für „bunte“ Menschen
Es geht beim meditativen Malen in Kombination mit Gesang und Instrument weniger um fotografische Präzision auf der Leinwand. Vielmehr beginnt die Kunst damit ihren eigenen Realismus unabhängig von der bildnerischen Wirklichkeit zu entwickeln. Es ist ein sinnliches und wertfreies Arbeiten, bei dem kein schulischer Aspekt im Mittelpunkt steht.

Nur allein begleitet durch die Gitarre wurde für das Experimentieren mit den Farben diese besondere Atmosphäre geweckt. Das Fazit zum Abschluss: „Es war für alle Beteiligten ein wunderschönes Erlebnis.“
Artikel teilen: