Menschen mit Problemen bleiben ein Stück weit auf der Strecke

LP blickt hinter verschlossene Türen - AWO Wenden


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Reinhard Jung, Ortsvereinsvorsitzender der AWO Wenden.  von Nicole Voss
Reinhard Jung, Ortsvereinsvorsitzender der AWO Wenden.  © Nicole Voss

Wenden. „Präsent, vor Ort und ansprechbar sein“, ist die Maxime der Ehrenamtlichen im Bürgerbüro und der Begegnungsstätte der AWO in Wenden. Die Türen sind nach wie vor geschlossen.


Reinhard Jung, Vorsitzender des Ortsverbandes Wenden und stellvertretender Kreisvorsitzender, bedauert, dass die Ehrenamtlichen nicht persönlich für die Hilfesuchenden da sein können.

Menschen, die Unterstützung in Rentenfragen, bei Anträgen auf Pflegegrade und dem Schriftverkehr mit Behörden benötigen und mit den „Brückenbauern“ versierte Ansprechpartner haben, bleiben mit ihren Anliegen ein Stück weit auf der Strecke. „Es gibt auch Menschen, die einfach eine Orientierung brauchen. Es kann nichts stattfinden, das tut uns allen weh“, bedauert Reinhard Jung.

Die Nistkästen, die in den AWO-Werkstätten in Deuz gefertigt werden, sind auch in Wenden begehrt.  von Nicole Voss
Die Nistkästen, die in den AWO-Werkstätten in Deuz gefertigt werden, sind auch in Wenden begehrt. © Nicole Voss

Beratungsgespräche finden für gewöhnlich montags vormittags und nach vorheriger Terminabsprache im geschützten Rahmen statt. Hinzu kommen die Freizeitangebote wie die monatlichen Kniffel- und die wöchentliche Skatrunde.

„Den Menschen fehlt was“, ist sich Reinhard Jung sicher. Beim Blick zurück ins Jahr 2020 erinnert sich der Ortsvereinsvorsitzende daran, wie viele Menschen angerufen und gebeten haben: „Bitte, macht doch wieder auf.“ Selbst wenn wir öffnen dürften, wer will denn die Verantwortung übernehmen?“, mahnt Jung.

Wann wieder geöffnet werden darf, steht noch nicht fest.  von Nicole Voss
Wann wieder geöffnet werden darf, steht noch nicht fest. © Nicole Voss

Leichte Kritik übt Reinhard Jung daran, dass Veranstaltungen wie die „Wendsche Platt-Runde“, die auf Anregung in der Vergangenheit organisiert wurden, nicht besucht worden sind. „Wir möchten gerne wieder etwas für die Menschen organisieren und ihnen Angebote machen“, fasst der Ortsvereinsvorsitzende zusammen.

Er befürchtet, dass einige Gäste nicht wiederkommen, wenn die derzeitige Situation zu lange anhält. „Wir hoffen einfach, dass sich die Lage bald wieder entspannt und uns die Leute erhalten bleiben“, so der ehemalige Landtagsabgeordnete, der sich in politischen und sozialen Bereichen ehrenamtlich engagiert.

Reinhard Jung freut sich darauf, 14 Säcke mit Korken nach Kork zu bringen, wenn es die Lage wieder erlaubt.  von Nicole Voss
Reinhard Jung freut sich darauf, 14 Säcke mit Korken nach Kork zu bringen, wenn es die Lage wieder erlaubt. © Nicole Voss

Nach wie vor gut laufe der Verkauf von Nistkästen für Vögel, der auch nach vorheriger Absprache in den Räumen in der Wendebachstraße stattfindet. Ein weiteres Feld ist die Aktion „Korken für Kork“. In in diesem Zusammenhang präsentiert Reinhard Jung 14 prallgefüllte Säcke mit Korken, die, wenn es wieder möglich ist, nach Kork in der Nähe von Kehl gebracht werden.

Telefonische Kontaktaufnahme zur AWO Wenden ist unter 0177-7122006 möglich.

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