Lebensraum und Lernort: Neue Streuobstwiese in Hünsborn angelegt

Ein Projekt für Jung und Alt


Eine neue Streuobstwiese entsteht in Hünsborn (von links): Markus Knorr, Prof. Dr. Lorenz Schneider, Jens Hoffmann (beide Lions Club Kurköln) sowie Katharina Neumann von der Gemeinde Wenden trotzten dem Regen und pflanzten eine gelbe Knorpelkirsche. von privat
Eine neue Streuobstwiese entsteht in Hünsborn (von links): Markus Knorr, Prof. Dr. Lorenz Schneider, Jens Hoffmann (beide Lions Club Kurköln) sowie Katharina Neumann von der Gemeinde Wenden trotzten dem Regen und pflanzten eine gelbe Knorpelkirsche. © privat

Hünsborn. 30 Bio-Obstbäume – darunter 20 Apfel-, vier Birnen-, vier Pflaumen- und zwei Kirschbäume – sind kürzlich auf eine Fläche zwischen dem Hundeübungsplatz und dem Islandpferdehof in Hünsborn gepflanzt worden. Hier soll sich, wie bereits auf einigen anderen Flächen im Gemeindegebiet, eine Streuobstwiese entwickeln – und damit ein artenreicher Lebensraum.


Eine großzügige Spende von Reinhold Quiter, Mitglied des Lions Club Olpe-Kurköln, ermöglichte das Projekt. Prof. Dr. Lorenz Schneider vom Lions Club plante die Streuobstwiese in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wenden.

Der Präsident des Lions Club Olpe-Kurköln, Jens Hoffmann, und Prof. Dr. Lorenz Schneider erzählen: „Wir freuen uns sehr, dass wir die Streuobstwiese Wendener Land in der Nähe des neuen, dritten Kindergartens im Ort Hünsborn anlegen können. Das bietet die Chance, dass in der Zukunft die Kinder des Ortes einen lebendigen biologischen Unterricht in der heimischen Natur, in der neuen Streuobstwiese erhalten können.“

Naturschutz mit Blütenpracht

Die Streuobstwiese bietet Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Arten, darunter baumbrütenden Vögeln oder Fledermäusen, aber vor allem vielen Insektenarten, die für die Bestäubung unersetzlich sind. Hinzu kommt der landschaftsprägende Charakter, der besonders während der Blütezeit ein schöner Anblick ist.

Laut Markus Knorr aus Hünsborn, der die Sorten ausgesucht hat und auch die Pflege der Bäume übernimmt, werden die Apfelbäume von Mitte April bis Ende Mai erblühen, hinzu kommt die gewöhnlich frühere Blüte von Kirsche, Pflaume und Birne. Eine gute, dauerhafte Bestäubung und damit ein guter Fruchtertrag sollten daher gegeben sein. Zudem handelt es sich um alte, robuste und windfeste Sorten mit geringem Bodenanspruch.

30 sorgfältig ausgesuchte Bio-Obstbäume wurden vom Bauhof auf eine Fläche in Hünsborn gepflanzt. von privat
30 sorgfältig ausgesuchte Bio-Obstbäume wurden vom Bauhof auf eine Fläche in Hünsborn gepflanzt. © privat

Die neue Streuobstwiese fügt sich in das umliegende Grünland ein, bietet zukünftig Wind- und Erosionsschutz und ermöglicht dort ökologische Wechselbeziehungen. Das sind in Zeiten zunehmender ökologischer Krisen wichtige Eigenschaften.

„Fehlendes Interesse und immer größer gewordene landwirtschaftliche Geräte, für die die Obstbäume Hindernisse waren, haben in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang von Streuobstwiesen und wenig Nachpflanzungen geführt“, erklärt Markus Knorr.

„Die vorhandenen Bestände sind daher oftmals überaltert oder durch das neu entstandene Interesse in den letzten Jahren sehr jung.“ Mit einer weiteren Wiese in Hünsborn wird daher ein wichtiger Zukunftsbeitrag geleistet und ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Förderung von Biodiversität gesetzt.

Ort der Bildung

Mit der Anpflanzung und Pflege soll das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen sein. Die räumliche Nähe zum zukünftigen Kindergarten in Hünsborn spielte bei der Flächenauswahl eine Rolle. Zielvorstellung des Vereins ist es, Raum für Bildung und Erfahrung für die „Kleinen“ zu schaffen und die Fläche weiterzuentwickeln.

Bienenstöcke, ein Bauwagen als Lernraum oder eine gemeinsame Obsternte – vieles ist denkbar. Eine Obstbaumwiese kann früh lehren, dass Makellosigkeit der Obstsorten vieler Supermarktregale nicht die Vielfältigkeit der Natur widerspiegelt.

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