Investitionen mit Pflichtbewusstsein: Was stärkt die Zukunft der Gemeinde?

Haushalt in Wenden verabschiedet


Topnews
Der Wendener Rat hat den Haushalt für 2026 beschlossen: Dr. Patrick Bredebach (CDU) bei seiner Haushaltsrede. von Lorena Klein
Der Wendener Rat hat den Haushalt für 2026 beschlossen: Dr. Patrick Bredebach (CDU) bei seiner Haushaltsrede. © Lorena Klein

Wenden. Einstimmig haben die Mitglieder des Wendener Gemeinderats am Mittwochabend, 4. Februar, den Haushaltsplan für 2026 verabschiedet. In finanziell schwierigen Zeiten sei eine sinnvolle Prioritätensetzung bei den Investitionen von zentraler Bedeutung – da waren sich alle Fraktionen einig.


Nachdem der Haushaltsplanentwurf im Dezember (LokalPlus berichtete) vorgestellt und seither beraten und angepasst wurde, galt es nun für die vier Fraktionsvorsitzenden, ihre Haushaltsreden zu halten.

CDU: „Sicherung der Daseinsvorsorge“

„Nicht alles, was wünschenswert ist, wird künftig finanzierbar sein“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Patrick Bredebach. „Investitionen müssen sich daran messen lassen, ob sie unsere Gemeinde langfristig stärken, resilienter machen und zur Sicherung der Daseinsvorsorge beitragen.“

Investitionen für die Schulen und Feuerwehren im Wendener Land seien aus Fraktionssicht dabei ganz oben anzusiedeln. Eine weitere Pflichtaufgabe sei der Hochwasserschutz. Hierfür sei „absehbar, dass deutlich größere Investitionen auf uns zukommen werden“, so Dr. Bredebach.

UWG: „Fairere Lastenverteilung“

Bezüglich der geplanten Investitionsschwerpunkte rund um Schulen und Kitas, kommunale Gebäude sowie Straßen, Wege und Infrastruktur machte auch UWG-Fraktionsvorsitzender Thorsten Scheen deutlich: „Das sind keine Prestigeprojekte. Das sind Pflichtaufgaben.“

Symbolfoto. von pixabay.com
Symbolfoto. © pixabay.com

Doch besonders laufende Kosten werden für die Gemeinde Wenden zur großen Herausforderung, erklärte Scheen und nannte dabei vor allem die Kreis- und die Jugendamtsauflage. Beide steigen immer mehr und seien „Symptome eines tieferliegenden Problems“, das nicht auf Kreisebene, sondern auf Bundes- und Landesebene verursacht werde. Langfristig müsse es eine „fairere Lastenverteilung“ geben, so Scheen.

SPD: „Starke Wirtschaft sichert Einnahmen“

„Uns alle eint der Anspruch, unsere Gemeinde verantwortungsvoll weiterzuentwickeln und zukunftsfest aufzustellen“, hob auch Matthias Böhler, Fraktionsvorsitzender der SPD, hervor. Feuerwehr, Grundschulen, die Gesamtschule Wenden und die Ortskernentlastungsstraße für Gerlingen stehen für die SPD dabei ganz oben auf der Liste.

Für das neue Hallenbad gelte es außerdem, so Böhler, ein „zukunftsfähiges Betriebskonzept zu entwickeln“. Wie auch Redner der anderen Fraktionen machte er auf die wichtige Bedeutung von (neuen) Gewerbeflächen aufmerksam: „Eine starke, vielfältige Wirtschaft sichert langfristig die Einnahmen aus der Gewerbesteuer.“

Grüne: Vorbereitet sein auf Klima- und Bevölkerungsentwicklung

Zu den steigenden Umlagen erklärte Elmar Holterhof, Vorsitzender der Wendener Grünen-Fraktion und Mitglied im Kreistag: „Über 98 Prozent der Kreisausgaben sind Pflichtausgaben und davon profitieren auch die Bürger der Gemeinde Wenden.“

Für die Gemeinde seien in den nächsten Jahren, so Holterhof, „zwei Themen von höchster Tragweite: der demografische Wandel durch Bevölkerungsrückgang und die Klimaveränderung.“ Der prognostizierte Bevölkerungsrückgang habe Auswirkungen auf zahlreiche Bereiche – von Gesundheit und Pflege bis zum Arbeitsmarkt.

Anträge zum Haushalt

Zum Haushalt stellten die Fraktionen folgende Anträge, die jeweils einstimmig verabschiedet wurden:

Öffentliche Wasserspender (UWG): Im Gemeindegebiet sollen an geeigneten, hochfrequentierten Orten öffentliche Trinkwasser-Zapfstellen eingerichtet werden. Ein erster Wasserspender soll an der Wendener Hütte aufgestellt werden, dann könnten weitere Optionen geprüft werden. Im Haushalt werden dafür zunächst 20.000 Euro bereitgestellt.

Unterstützung für Bürgerbus (UWG): Der Bürgerbus-Verein wird in die Förderrichtlinien aufgenommen und erhält eine Zuwendung von 1.000 Euro jährlich. Damit sollen laufende Betriebs- und Sachkosten gedeckt werden.

Vortrag zum demografischen Wandel (Grüne): Was bedeutet der demografische Wandel für die Gemeinde Wenden und wie kann sie handeln? Dazu soll ein Experte eingeladen werden, der über dieses Thema informiert.

Mögliches Baumpflanzprogramm (Grüne): Im Umweltausschuss soll der Vorschlag geprüft werden, ein Pflanzprogramm für neue Bäume auf Flächen innerhalb der Ortschaften zu starten. Ziel: 100 Bäume im Jahr.

Artikel teilen: