Gerlinger müssen sich gedulden, Kirmes-Fans können wie gewohnt feiern
Neues aus dem Wendener Rat
- Wenden, 14.12.2023
- Politik
- Von Lorena Klein
Wenden. Auf der Hauptstraße in Gerlingen und in den frühen Morgenstunden der Wendener Kirmes herrscht vorerst weiter reges Treiben – für die Gerlinger Anwohner schlechte, für viele Kirmes-Fans wohl eher gute Nachrichten. Neben der langen Haushaltsdebatte standen in der Sitzung des Wendener Gemeinderats am Mittwochabend, 13. Dezember, noch weitere Punkte auf der Tagesordnung.

Erfahrungsgemäß ist zum Ausklang des Kirmessonntags und Kirmesdienstags auf den Straßen und Plätzen – bis auf wenige Besuchermagnete – nicht mehr viel los. Unter anderem deshalb liefen die Überlegungen, die Sperrstunde am frühen Montagmorgen sowie am frühen Mittwochmorgen jeweils von 2 auf 1 Uhr vorzuziehen.
Am Kirmesdienstag beginnt abends bzw. nachts auch der Abbau, der laut Sitzungsvorlage gerade bei großen Fahrgeschäften ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Durch die Regelung einer früheren Sperrstunde könne außerdem Personal eingespart werden.

Der Vorschlag stamme aus Schausteller-Kreisen, erklärte Bürgermeister Bernd Clemens. Auf die Kritik, nicht auf die Wahrnehmung aller Beteiligten eingegangen zu sein, schlug er eine Neubewertung der Situation durch weitere Gespräche vor.
Schausteller, Händler, Ehrenamtler und beteiligte Vereine kamen in diesem Zusammenhang zur Sprache. Doch: „Wer redet mit der Bevölkerung, wer redet mit unseren Jugendlichen?“, stellte Hiltrud Ochel (Grüne) das Interesse der Besucher in den Vordergrund.
Der Haupt- und Finanzausschuss hatte den Beschlussvorschag am Montag, 11. Dezember, bereits mit knapper Mehrheit abgelehnt. Heike Quast (UWG) stellte schließlich den Antrag, die Sperrstunde unverändert zu lassen und auch weitere Überlegungen in diese Richtung einzustellen. Mit 16 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen bleibt für die Wendsche Kärmetze letztendlich alles wie gehabt.

Die Planungen zur Ortsumgehung in Gerlingen ziehen sich dagegen weiter in die Länge. Dem Antrag auf Förderung hat der Bund eine Absage erteilt. Jetzt wartet die Gemeinde Wenden noch auf eine Rückmeldung des Landes NRW. Die Autobahn GmbH plane den Start des Planfeststellungsverfahrens für das Jahr 2027, ein Baustart wäre frühestens im Jahr 2030 möglich, heißt es in der Informationsvorlage.
Auch aus den Haushaltsreden der Fraktionen wurde deutlich: Die Situation in Gerlingen ist nicht in Vergessenheit geraten und der Gemeinderat bleibt am Ball.

Dynamik gibt es in der Gemeinde Wenden allerdings in Sachen Gebühren. Die Erhöhung der Gebühren für den Bio- und Restabfall (LokalPlus berichtete) segnete der Gemeinderat einstimmig ab, genauso wie die neuen Abwassergebühren: Für Kanalbenutzer sinkt die Schmutzwassergebühr auf 3,10 Euro pro Kubikmeter (- 9 Cent), die Gebühren für das Niederschlagswasser steigen um 2 Cent auf 58 Cent pro Kubikmeter.
