Ganz Europa an einem Tisch: Emotionaler Konzertabend des Musikzuges Wenden
Vielfältige Stücke
- Wenden, 22.03.2023
- Kultur
Wenden. Nach dreijähriger Pandemiepause hatte der Musikzug Wenden der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden zum Jahreskonzert geladen und begeisterte seine Gäste. Das Motto „Ganz Europa an einem Tisch“, das besonders in diesen Zeiten mehr als Symbolcharakter hat, zog sich durch den musikalischen Abend.

Mehr als 50 Musiker genossen es, wieder auf der Bühne zu spielen. Außerdem wurde ein neues Konzept umgesetzt: Statt klassischer Konzertbestuhlung konnten die Besucher den Abend an Tischen genießen.
Unter der Leitung von Ewald Metzger begann das Konzert mit der fulminanten Europahymne. Sie ist ein offizielles Symbol der Europäischen Union und die Instrumentalfassung aus dem letzten Satz der 9. Symphonie von Beethoven. Die Moderation des Konzerts teilten sich Ewald Metzger und verschiedene Musikerinnen, teilweise angesagt in der jeweiligen Landessprache.

Danach begann die Reise durch Europa in Island. „Aurora Borealis“, der wissenschaftliche Name für Polarlichter, ist eine moderne Komposition von Rossano Galante.
Der Gänsehautmoment des Abends war das darauf folgende „Prayer for Ukraine“. „Ich habe ein Konzert erlebt mit diesem Stück und war sehr ergriffen“, so Ewald Metzger. Auf der Suche nach der richtigen Version wurden er und der Vorsitzende Markus Grebe in Amerika beim Militär fündig. Durch eine Mailanfrage gelang es, die Noten als Datei zu bekommen.
Gefühlvoll und aufrüttelnd interpretierte die Sopranistin Olena Slobodyska, die seit einem Jahr in Siegen lebt, das Gebet, das regelmäßig zum Schluss von Gottesdiensten der ukrainisch-orthodoxen Kirche gesungen wird. Ebenso erklingt es bei nationalen Ereignissen der Ukraine.

Zu Beginn solistisch eingefangen von Judith Grebe am Englisch Horn und Linus Stahl am Klavier, setzte das Orchester den Gesang in Szene. Standing Ovations des Publikums und Tränen in den Augen der Sängerin zeigten die Ergriffenheit und die Verbindung zur Ukraine.

Musikalisch wurde die Reise dann in Frankreich mit „Paris Montmartre“, komponiert von Toshio Mashima, fortgesetzt. Die französischen Chansons, begleitet von Matthias Wurm am Akkordeon, verwandelten den Saal in ein kleines Bistro in der Nähe von Sacre Coeur.

Der erste Teil endete mit der 16 Minuten langen Suite „Tirol 1809“ in drei Sätzen aus der Feder von Sepp Tanzer. Nach der Pause ging es weiter mit dem deutschen Marsch „Unter dem Grillenbanner“, ein Geschenk von Franz Ruttmann vor vielen Jahren. Danach folgte die tschechische Polka „Prager Gassen“.
Showtime im Konzertsaal und auf nach Großbritannien zum großen Andrew Lloyd Webber: Stilecht auf Rollschuhen und im Glitzeroutfit rollte Jennifer Voß durch den Saal und moderierte in Englisch die „Selection of Starlight Express“ mit den „Volenteer Firefighters“ an.
Zurück nach Deutschland ging es mit „80er Kult(Tour)2“ und den Hits „Dein ist mein ganzes Herz“, „Wunder gescheh´n“, „Verdammt lang her“ und „Major Tom“. Der Song „Jump“ von Van Halen beendete die Europareise mit dem Gesang von Franziska Scherer und Akzenten von Lukas Müller an der E-Gitarre sowie Matthias Wurm am Synthesizer.
Der begeisterte Schlussapplaus ließ den Musikzug nicht von der Bühne. Nach dem „Radetzky-Marsch“ und dem Nachtlied „Guten Abend, gut' Nacht“ mit gefühlvollen Saxophontönen von Nadine Butzkamm und einem weichen Trompetensolo von Christopher Stuff war die Bühne frei für “Tonight.You.Dance.“, der Tanzband des Musikzugs.
