Firmvorbereitung führt zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Gedenkstättenfahrt des Pastoralverbundes Wendener Land in ehemaliges Vernichtungslager


Unmenschliche Bedingungen: Die Unterbringung der Langerinsassen erfolgte auf engstem Raum. Mehrere Personen mussten sich ein Bett teilen. von Claudius Rosenthal
Unmenschliche Bedingungen: Die Unterbringung der Langerinsassen erfolgte auf engstem Raum. Mehrere Personen mussten sich ein Bett teilen. © Claudius Rosenthal

Schönau/Altenwenden. Im Rahmen der Firmvorbereitung 2018 werden die Schönauer und Altenwendener das frühere Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz besuchen. Von Montag bis Freitag, 2. bis 6. April 2018, sollen 15 Firmbewerberinnen und Firmbewerber die Möglichkeit haben, gemeinsam mit fünf Betreuerinnenn und Betreuern nicht nur mehr über die historischen Hintergründe zu erfahren, sondern auch, sich mit menschlichen Abgründen und deren Bedeutung für den eigenen Glauben auseinanderzusetzen.


„Wir wissen selbstverständlich, welche Herausforderung und Zumutung dieser Ort darstellt“, sagt Mit-Organisator Diakon Dr. Claudius Rosenthal. „Andererseits gibt uns gerade eine solche Erfahrung die Chance, einmal in besonders ernsthafter Weise über Gott und unseren Glauben nachzudenken.“ Die Studienfahrt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht unvorbereitet antreten. „Allerdings werden wir hier keine schulischen Veranstaltungen vorschalten. Wir setzen zum einen auf Filme und Gespräche und zum anderen darauf, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von sich aus bereit sind, sich mit einzelnen Aspekten des Lagers und der historischen Gesamtsituation auseinanderzusetzen und für die anderen aufzubereiten“, so Firmbegleiter Antonius Klein.
 von Claudius Rosenthal
© Claudius Rosenthal
Auf dem Programm der Fahrt steht zudem ein Besuch Krakaus und des Museums in der früheren Fabrik des Unternehmers Oskar Schindler. Der hatte im sogenannten „Dritten Reich“ mehr als 1000 Menschen jüdischen Glaubens das Leben gerettet. „Denn auch das ist uns wichtig“, sagen Sarah Koch und Caro Tump vom Organisationsteam: „Dass es damals nicht nur Leid und Tod gab, sondern auch Menschen, die Großes getan haben und die uns für unser Tun heute ermutigen.“ Überhaupt soll es viel darum gehen, die Bedeutung des damals Geschehenen für das jetzige Leben klarzumachen. „Wenn auch heute wieder Frauen und Männer, Mädchen und Jungen im Namen einer sogenannten 'Überzeugung' diskriminiert, verletzt und sogar getötet werden, dann braucht es Menschen, die dagegen aufstehen und ‚Nein’ sagen“, so Mitorganisator Martin Vitasek.
Wenige freie Plätze
Vitasek weist zugleich darauf hin, dass noch einige wenige Plätze für die Gedenkstättenfahrt frei sind. Mitfahren können alle Jugendlichen, die sich im Pastoralverbund Wendener Land im Frühjahr 2018 firmen lassen werden. Die Anreise nach Ausschwitz wird mit dem Flugzeug von Dortmund nach Kattowice erfolgen. Für die Transporte vor Ort steht ein Bus zur Verfügung. Untergebracht werden die Teilnehmer im Zentrum für Dialog und Gebet, einem Tagungshaus des Erzbistums Köln. Die Kosten für die Fahrt belaufen sich bislang auf 385,00 Euro. Anträge für Zuschüsse sind gestellt. Sollten diese bewilligt werden, reduziert sich der Teilnehmerbeitrag entsprechend. Weitere Informationen und Anmeldungen bei Claudius Rosenthal (0175-5902173 ab 18 Uhr), am besten per Mail über c.rosenthal@web.de.
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