Erstes Teilbauwerk der Talbrücke Ottfingen fällt am ersten Ferienwochenende

Infos zur Sprengung


  • Wenden, 07.07.2026
  • Straße & Verkehr , Verschiedenes
  • Von Lorena Klein
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An der A 45-Talbrücke Ottfingen laufen die Vorbereitungen für die Sprengung des ersten Teilbauwerks am Sonntag, 19. Juli, auf Hochtouren. von Lorena Klein
An der A 45-Talbrücke Ottfingen laufen die Vorbereitungen für die Sprengung des ersten Teilbauwerks am Sonntag, 19. Juli, auf Hochtouren. © Lorena Klein

Ottfingen. Bald ist sie weg – zumindest halb: Das erste Teilbauwerk der A 45-Talbrücke Ottfingen wird am Sonntagmorgen, 19. Juli, um 8 Uhr gesprengt. Alle Informationen zum Ablauf der Sprengung haben das Team der Autobahn GmbH und Mitarbeiter des Sprengunternehmens am Dienstagvormittag, 7. Juli, bei einer Pressekonferenz auf der Baustelle vorgestellt.


Die Pfeiler sind eingepackt und von Bohrlöchern durchzogen, Erdmassen zu einem Fallbett aufgeschüttet, und der Abstand zum anderen Brückenbauwerk, auf dem gerade noch der Verkehr rauscht, ist größer geworden. Seit Anfang Juni sind Sprengmeister Stefan Gräßle und seine Kollegen vom Bohr- und Sprengunternehmen Lothar Rapp dabei, das erste Teilbauwerk der Talbrücke Ottfingen, vormals Fahrtrichtung Frankfurt, auf die Sprengung vorzubereiten.

160 Kilogramm Sprengstoff und 900 Meter Sprengschnüre werden den Koloss am ersten Ferienwochenende zu Fall bringen. Die Pfeiler, so erklärt der 34-jährige Sprengmeister, gehen mit einer Sprengfaltung zu Boden – sie knicken also ein. Der großen Überbau stürzt 30 Meter tief und senkrecht nach unten.

Ein Kissen für den Koloss

Rund 5.700 Kubikmeter Erde werden insgesamt bewegt, damit die Brücke weich fällt – „wie in ein Kissen“, vergleicht Projektleiterin Jennifer Johannsen von der Autobahn-Außenstelle Netphen bildhaft. So werde verhindert, dass Trümmer unkontrolliert umherfliegen.

An der A 45-Talbrücke Ottfingen laufen die Vorbereitungen für die Sprengung des ersten Teilbauwerks am Sonntag, 19. Juli, auf Hochtouren. von Lorena Klein
An der A 45-Talbrücke Ottfingen laufen die Vorbereitungen für die Sprengung des ersten Teilbauwerks am Sonntag, 19. Juli, auf Hochtouren. © Lorena Klein

Und nicht nur das zweite Teilbauwerk, auf dem schon jetzt und während der Bauzeit des neuen ersten Teilbauwerks der komplette Verkehr fließt, darf durch die Sprengung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Besondere Rücksicht nehmen muss das Sprengteam auch auf die Regenwasser-Behandlungsanlage auf dem Gelände. „In diesem Bereich wird ein Teilbereich des Überbaus zusätzlich gesprengt, damit keine großstückigen Trümmer hinunterfallen“, so Sprengmeister Stefan Gräßle.

In die Brückenpfeiler werden 530 bis zu 2 Meter tiefe Löcher gebohrt. Alles, was an der Brücke schon vorher abgebaut werden konnte – unter anderem Schutzplanken, Geländer sowie Rand- und Mittelkappen –, ist in den vergangenen Wochen entfernt worden. Denn je „leichter“ die Brücke ist, desto weniger Erschütterungen gibt es bei der Sprengung. Auch die Asphaltschicht ist weg, dementsprechend sieht das Sprengbauwerk nun ziemlich nackt aus.

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An der A 45-Talbrücke Ottfingen laufen die Vorbereitungen für die Sprengung des ersten Teilbauwerks am Sonntag, 19. Juli, auf Hochtouren.

Am Sonntagmorgen, 19. Juli, wird es dann ernst. Der Sprengablauf orientiert sich an einem strengen Plan mit umfassenden Sicherheitsvorkehrungen. Nach mehreren Signalen durch Fanfarentöne folgt eine Minute vor der eigentlichen Sprengung eine Vergrämungssprengung, die Vögel von der Baustelle vertreiben soll. Um 8 Uhr soll das Teilbauwerk der Brücke dann fallen.

Keine gute Sicht – dafür Live-Stream

Viel sehen können werden Schaulustige vor Ort an diesem Morgen nicht. Die Sicherheitszone erstreckt sich in einem Radius von 300 Metern rund um die Brücke und wird ringsherum von 40 Helfern des THW genaustens kontrolliert. Auf die entfernteren Wirtschaftswege gelangt man ausschließlich zu Fuß, jedoch gibt es aufgrund der Topografie keinen Ort, an dem Zuschauer die komplette Brücke sehen können.

Sprengmeister Stefan Gräßle (Foto) und sein Team bereiten das Teilbauwerk der Brücke auf die Sprengung vor. von Lorena Klein
Sprengmeister Stefan Gräßle (Foto) und sein Team bereiten das Teilbauwerk der Brücke auf die Sprengung vor. © Lorena Klein

Autobahn-Pressesprecherin Anke Bruch weist jedoch darauf hin, dass alle Interessierten sich die Sprengung ab 7.30 Uhr über einen Live-Stream auf YouTube anschauen können – „ganz gemütlich am Frühstückstisch!“. Die A 45 ist am Tag der Sprengung zwischen den Anschlussstellen Freudenberg und Olpe-Süd in beiden Fahrtrichtungen von 6 bis etwa 13 Uhr voll gesperrt. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.

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„Wir wissen, dass der 19. Juli auf das erste Ferienwochenende fällt und bestimmt viele Menschen in den Urlaub starten“, erklärt der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter Bau und Erhaltung, Önder Sahin, von der Autobahn-Außenstelle Netphen. „Die Sprengung findet deshalb so früh wie möglich statt, so dass hoffentlich mittags der Verkehr fließen kann.“ Unmittelbar nach der Sprengung soll es dann mit der Zerlegung der Trümmer und dem Neubau des Teilbauwerks weitergehen.

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