Erfolgreiche Segelkunstflug-Meisterschaft in Hünsborn
Sportlicher Erfolg nach schwerer Zeit
- Wenden, 11.08.2026
- Sport
Hünsborn. Loopings, Rollen und Turns in rund 1.300 Metern Höhe: Eine Woche lang hat der Flugplatz Hünsborn im Zeichen des Segelkunstflugs gestanden. Auf die Ausrichtung des beliebten Flugplatzfestes verzichtet der Verein nach dem tödlichen Segelflugzeug-Absturz im Mai allerdings.

Bei den offenen Landesmeisterschaften sind vom 26. Juli bis 1. August insgesamt 31 Piloten gegeneinander angetreten. Für den gastgebenden Luftsportverein Hünsborn war die Veranstaltung zugleich eine besondere Rückkehr.
Nach fast 30 Jahren Pause wurde die Meisterschaft erstmals wieder an dem traditionsreichen Standort ausgetragen. Geflogen wurde in den drei Klassen „Sportsman“, „Advanced“ und „Unlimited“.
Neben zuvor trainierten Pflichtprogrammen mussten sich die Teilnehmer auch sogenannten unbekannten Programmen stellen. Die kurzfristig vorgegebenen Figurenfolgen galt es ohne vorheriges Üben innerhalb einer gedachten, einen Kilometer großen „Box“ am Himmel zu präsentieren. Bewertet wurden unter anderem Loopings, Turns, Rollen und Rückenflugpassagen nach Präzision und Ästhetik.
In der „Sportsman“-Klasse setzte sich Daniel Welling aus NRW mit 5349,30 Punkten durch. Platz zwei ging an Gerald Schegk aus Bremen vor Jun Takahata aus NRW. Besonders knapp fiel die Entscheidung in der „Advanced“-Klasse aus: André Kubasik aus Niedersachsen gewann mit 5048,98 Punkten vor Nora Geusen aus NRW und Oliver Frank aus Bayern.




In der Königsklasse „Unlimited“ gingen alle Teilnehmer mit Flugzeugen des Typs Swift S-1 an den Start. Wolfgang Schieck aus Bayern sicherte sich mit 6534,38 Punkten den Landesmeistertitel. Robin Kemter aus Baden-Württemberg belegte Platz zwei, Gisbert Leimkühler aus NRW wurde Dritter.
Für den LSV Hünsborn stand die Meisterschaft allerdings unter besonderen Vorzeichen. Erst am 23. Mai war es im Umfeld des Flugplatzes zu einem schweren Segelflugzeug-Absturz mit tödlichem Ausgang gekommen. Die Ereignisse wirken im Verein und in der regionalen Fliegergemeinschaft weiterhin nach.
Umso stärker hebt der Verein den Zusammenhalt während der Meisterschaft hervor. Zahlreiche Ehrenamtliche sorgten für einen reibungslosen Ablauf – von den Schlepppiloten, die die Kunstflugzeuge auf die notwendige Ausgangshöhe brachten, bis zu den Helfern bei Organisation und Verpflegung.
„Gerade nach der schweren Zeit, die hinter unserem Verein und der gesamten regionalen Fliegergemeinschaft liegt, zeigt sich die Stärke unserer Gemeinschaft“, erklärt der Vereinsvorstand. Die positive Resonanz habe gezeigt, dass der Segelkunstflug in Hünsborn „ein echtes, heilendes Gemeinschaftserlebnis“ gewesen sei.

Ganz zur Normalität zurückgekehrt ist der Verein dennoch nicht. Das ursprünglich für 22. und 23. August geplante Flugplatzfest wurde für dieses Jahr abgesagt. Man spüre, „dass wir derzeit noch nicht wieder öffentlich unbeschwert feiern wollen“, heißt es vom Vorstand.
Die Landesmeisterschaft diente gleichzeitig als Qualifikation und Punktelieferant für die offizielle Segelkunstflug-Rangliste des Deutschen Aero Clubs. Mit Siegerehrung und gemeinsamer Abschlussfeier endete die Wettbewerbswoche.
