Ein Tag Verschnaufpause: Warum gibt es den Kirmesmontag (nicht)?
Dreimal feiern, einmal ruhen
- Wenden, 17.08.2026
- Verschiedenes
- Von Lorena Klein
Wenden. Es ist feste Tradition: Am Kirmesmontag ist die Wendsche Kärmetze im Schlummermodus, Pause ist angesagt. Karussells stehen dann still, die Rollläden der Stände sind heruntergelassen und im Vergleich zu den Besucherströmen der Vortage sind die Straßen heute wie leergefegt. Doch warum eigentlich?

Dass die Wendener Kirmes immer an einem Samstag, Sonntag und Dienstag gefeiert wird, hat sich über viele, viele Jahrzehnte so entwickelt. Der älteste Kirmestag ist dabei der Kirmessonntag. Seinen Ursprung hat das Volksfest nämlich im sogenannten Kirchweihfest, das am 13. August 1752, einem Sonntag, zur Einweihung des damaligen Neubaus der St.-Severinus-Kirche gefeiert wurde.




Das Kirchweihfest, aus dem auch der Begriff Kirmes hervorgeht, wurde zur jährlichen Tradition und neben dem Krammarkt immer weiter mit Attraktionen bereichert. So kam 1842 die große Tierschau hinzu, die seither ein fester Programmpunkt ist. „Für die Tierschau wurde dann irgendwann der dritte Dienstag im August festgelegt“, erklärt Nicole Williams vom Organisationsteam der Wendschen Kärmetze.
Mehr als ein Jahrhundert verging, bis schließlich noch ein dritter Festtag hinzukam. Seit 1993 wird in Wenden auch am Kirmessamstag gefeiert. „Dieser Tag ist auf Wunsch der Schausteller entstanden“, so Nicole Williams. „Der Aufbau der Karussells war über die Jahre immer aufwendiger geworden, deshalb sollten sich die Kirmestage für die Schausteller auch lohnen.“

Für den Kirmessamstag, erzählt die Marktmeisterin, bedanken sich die Schausteller seitdem spätabends mit dem Höhenfeuerwerk, das auch von ihnen finanziert wird. Dieses Jahr musste die Feuerwerkstradition wegen extremer Trockenheit und Hitze allerdings pausieren.

Und der Kirmesmontag? Der blieb frei. Eine genaue Erklärung dazu lasse sich auch in der Kirmes-Chronik nicht finden, berichtet Nicole Williams. Vielmehr habe sich der Montag in der bisherigen, fast 275-jährigen Geschichte der Kirmes als Ruhetag etabliert. Ein Tag Erholung für die Schausteller und auch für so manchen Besucher. Wobei, erwähnt Nicole Williams mit einem Augenzwinkern: „Viele Wendsche nutzen den Kirmesmontag auch für Privatfeiern.“
