„Dramatische Schäden“: Schönauer Familie erlebt Erdbeben in Kolumbien
Alexander Sieler und sein Verein „Lazos de Amistad“ wollen helfen
- Wenden, 14.08.2026
- Verschiedenes
- Von Kerstin Sauer
Kolumbien/Kreis Olpe. Ein schweres Erdbeben mit der Stärke 7,4 hat am Montag, 10. August, Kolumbien erschüttert: Häuser stürzten ein, begruben Menschen unter sich, bis heute wird nach Vermissten gesucht. Nicht mittendrin, aber nah dabei sind Alexander Sieler aus Schönau und seine Familie. Im Gespräch mit LokalPlus berichtet er, wie es heute, vier Tage nach dem Erdbeben, in Kolumbien aussieht.

Alexander Sieler kennt und liebt Kolumbien. Sechs Mal war der Vorsitzende von „Lazos de Amistad – Bänder der Freundschaft“ (siehe Infokasten) schon dort, hat Menschen kennengelernt, Freundschaften geknüpft. Vier Wochen verbringen er, seine Frau und die beiden Kinder derzeit in Kolumbien. „Wir sind auf einer Hochzeit eingeladen, ich bin Trauzeuge“, sagt der 39-Jährige am Telefon.




Umso erschütternder ist, was die Sauerländer gerade erleben müssen. „Obwohl wir aktuell weit weg vom Epizentrum sind, konnten wir hier – wie fast im ganzen Land – Ausläufer des Bebens spüren.“ Familie Sieler selbst schlief, als das Beben die Erde erzittern ließ. Leichte Risse in den Wänden – mehr sei in dem Haus, in dem die Vier derzeit wohnen, nicht passiert.
Anders dort, wo Familie Sieler noch wenige Tage zuvor wohnte, im Kaffeegebiet rund um Pereira: „Dächer sind abgedeckt, der Putz bröckelt von den Wänden, Regale kippten um.“
Vier Tage sind seit dem Erdbeben vergangen. Und in den Gebieten, wo nicht viel passiert sei, kehre Ruhe ein, berichtet Alexander Sieler: „Aber es wird viel darüber geredet. Jeder kennt Menschen, die betroffen sind. Und in vielen Statusmeldungen wird nach Vermissten gesucht, es gibt Hilferufe, aber auch viele Hilfsangebote.“

Anders sieht es in den am stärksten betroffenen Gebieten aus, wie der Schönauer weiß: „Straßen sind zerstört, Dächer abgedeckt, manche Häuser sind komplett eingestürzt.“ In Manizales sei der Kirchturm zur Seite gekippt – Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
„Die Schäden sind in manchen Regionen dramatisch“, sagt ein hörbar ergriffener Alexander Sieler und erzählt von dem Onkel eines von seinem Verein Geförderten, dessen dreistöckiges Haus vor seinen Augen komplett einstürzte.
„Jetzt gerade“, so sagt Alexander Sieler am Telefon, „läuft die 72-Stunden-Frist aus, von der man sagt, dass in dieser Zeit noch Menschenleben gerettet werden können.“ Die Menschen in Kolumbien seien erschüttert – und hätten Angst: Die größte Herausforderung sei, dass viele Häuser noch sehr unsicher seien.

Jetzt hoffen die Menschen in Kolumbien auf internationale Hilfe. Wenn sie denn kommen darf, denn: „Der neue Präsident ist ultrarechts und lehnt internationale Hilfe ab. Das ärgert die Menschen hier maßlos“, weiß Alexander Sieler.
Doch in dieser akuten Katastrophe gibt es etwas, das Familie Sieler stark beeindruckt: „Die Hilfsbereitschaft und Solidarität sind unglaublich groß“, lobt der Schönauer. Auch sein Verein „Lazos de Amistad“ will mit zwei Projekten helfen. So fahren einige der von dem Verein Geförderten seit Dienstag täglich mit Pkw in die betroffenen Gebiete und bringen Nahrung, Decken, Medikamente und Dinge für das tägliche Leben.
Gleichzeitig unterstützt der Verein „Lazos de Amistad“ direkt drei befreundete Familien, die besonders stark betroffen sind: Ihre Häuser sind teilweise komplett zerstört, sie mussten bei Familien oder Freunden unterkommen.
„Für einen, dem es gut geht, ist es sehr bewegend, das Elend hier vor Ort zu sehen“, sagt Alexander Sieler, der zum Abschied betont: „Uns geht es gut. In all der Situation genießen wir auch das wunderbare Land und die vielen Begegnungen mit wunderbaren, gastfreundlichen Menschen. Dabei denken wir immer wieder an die vielen Betroffenen und die Bilder des Bebens.“

Spenden und helfen
Der Verein Lazos de Amistad – Bänder der Freundschaft wurde 2012 gegründet und schlägt eine Brücke zwischen Deutschland und Kolumbien: Er fördert die weiterführende Bildung junger Menschen in Kolumbien. Neben finanziellen Zuschüssen unterstützt Lazos insbesondere durch ideelle Förderung.
Wer dem Verein und seiner aktuellen Initiative für die Erdbebenopfern vor Ort in Kolumbien helfen möchte, kann hier spenden:
Spendenkonto:
Lazos de amistad
DE42 4665 0005 0068 0040 27
Paypal: info@lazosdeamistad.de
Stichwort „Erdbeben“
