Alphorn-Messe: „Hirten-Handys“ rufen die Gläubigen zur Dörnschlade

Mit Video: Besondere Premiere


Die Hünsborner Alphornbläser haben im Rahmen einer besonderen Messe an der Dörnschlade aufgespielt. 300 Gläubige kamen zur Kapelle. von privat
Die Hünsborner Alphornbläser haben im Rahmen einer besonderen Messe an der Dörnschlade aufgespielt. 300 Gläubige kamen zur Kapelle. © privat

Dörnschlade. Die Hünsborner Alphornbläser haben am Freitag, 7. August, an der Dörnschlade in Wenden aufgespielt. Pater Norbert Cuypers SVD hatte zur ersten Alphornmesse an der Wallfahrtskapelle eingeladen. Gut 300 Besucherinnen und Besucher ließen sich den besonderen Gottesdienst nicht entgehen.


Schon während der stillen Anbetung vor der Alphornmesse füllte sich der Platz. Helfer stellten zusätzliche Stühle und Bänke auf und verteilten Sitzkissen. Nicht nur in und vor der Kapelle nahmen die Menschen Platz, sondern auch rundherum auf Steinen, Treppenstufen und dem Rasen.

Und als die fünf Hünsborner Alphornbläser zu Beginn der Messe zum ersten Mal in ihre Hörner bliesen, schien es, als riefen sie noch mehr Gäste herbei. Schließlich sei das Alphorn in den Bergen als ein Instrument entwickelt worden, das Signale über weite Strecken vermittelt. „Man nennt sie auch Hirten-Handys“, scherzte Alphornbläser Thomas Schönauer später.

Eine Sprache des Glaubens

Die 2004 gegründeten Hünsborner Alphornbläser treten seit Jahren bei Festen in der Umgebung auf, auch in Verbindung mit Chormusik. In der Heimat ihrer Instrumente haben sie auch schon gespielt, sogar hoch oben auf der Alm. Die Besetzung: Liborius Koch und Andreas Arns (hohe Stimme), Thomas Schönauer und Reinhard Koch (mittlere Stimme) und Josef Alfes (tiefe Stimme).

Der Steyler Missionar Pater Norbert Cuypers, der als Eremit das geistliche Leben an der Dörnschlade gestaltet, ging in seiner Predigt auf eine wiederkehrende Situation ein: Menschen kommen an die Dörnschlade, um die Kreuze ihrer verstorbenen Verwandten abzugeben.

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„Wenn die Erben sagen ‚Das brauchen wir nicht‘, ist das ja in den seltensten Fällen respektlos gemeint“, sagte Pater Norbert. „Sie spüren vermutlich einfach nur eine ehrliche Ehrfurcht vor der Realität: Das war der Glaube von Oma oder Opa. Das war deren Leben, deren Trost, deren Halt.“

Jesus habe auch nicht gesagt „Erbt einfach das Kreuz eurer verstorbenen Eltern und alles wird gut“, erklärte Pater Norbert, sondern: „Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich – also das eigene. Die Wahrheit, die darin liegt, heißt: Jeder Mensch findet seinen eigenen Weg und seine eigene Sprache für den Glauben.“

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Die Hünsborner Alphornbläser haben im Rahmen einer besonderen Messe an der Dörnschlade aufgespielt. 300 Gläubige kamen zur Kapelle.

Dass Musik eine Sprache des Glaubens und der Liebe ist, wurde beim Alphorngottesdienst deutlich. Bei den Zugaben galt eine besondere, augenzwinkernde Aufmerksamkeit einer Gruppe von Seniorinnen, die aus dem St. Josefsheim gekommen waren. Alphornbläser Josef Alfes verließ die Formation und baute sein tiefes Alphorn direkt vor den Damen auf. „Damit sie uns auch wirklich hören“, rief er zur Erheiterung des Publikums.

Pater Norbert ist als gebürtiger Kölner für Humor und Lokalkolorit sehr zu haben. So verabschiedete er die Hünsborner Alphornbläser nicht nur mit großem Dank, sondern auch einem kleinen Augenzwinkern in Richtung Ottfingen: „Das waren also die Hünsborner Alphörner. Nächstes Mal kommen die Ottfinger Nashörner“. Die beiden Orte hätten einander schließlich „ähnlich lieb wie Düsseldorf und Köln“.

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