Die Grundschule Ottfingen bleibt nach den Sommerferien geschlossen: Der Gemeinderat hat am Mittwochabend, 20. April, mit 24:8 Stimmen beschlossen, den Teilstandort des Grundschulverbunds „Wendener Land“ zu schließen.
Insbesondere aus Reihen der CDU wurde Kritik laut. Bei den Kommunalwahlen hätten sich alle Parteien in ihren Wahlprogrammen für die Förderung der Schulen eingesetzt. Jetzt würden Wahlversprechen gebrochen, hieß es aus Reihen der Christdemokraten. Die Konservativen attackierten auch die Schulleitung, die sich bei der Schulkonferenz in der vergangenen Woche gegen den Erhalt des Teilstandorts ausgesprochen hatte. Mit der Entscheidung gegen die Grundschule Ottfingen seien Eltern aus Ottfingen unter Druck gesetzt worden. SPD-Fraktionsvize Robert Dornseifer warf der Schulleitung offen Versagen vor.
Scharfe Kritik an Bürgermeister Bernd Clemens übte indes dessen erster Stellvertreter: Ludger Wurm (CDU) warf dem Gemeindeoberhaupt vor, bereits im November vergangenen Jahres Zahlen und Erkenntnisse vorliegen gehabt zu haben, die auf die prekäre Situation der Grundschule aufmerksam machen, habe diese aber erst im Februar veröffentlicht. „Hätte man früher gehandelt, wäre es nicht soweit gekommen“, schob Wurm hinterher.
Kritik, die Clemens ebenso entschieden zurückwies wie Vorwürfe, keine Überlegungen zur Verbesserung der Situation in Ottfingen angestellt zu haben. Und dann schoss der Bürgermeister seinerseits scharf: Im Gegensatz zu anderen Schulen seien das Thema Offener Ganztag erst im vergangenen Jahr in Ottfingen angegangen worden. „Das war viel zu spät“, so Clemens, der sich außerdem vor die Schulleitung stellte: „Ich finde es unverschämt, dass Leserbriefe und Kommentare zu der Situation derart unter die Gürtellinie gehen und persönlich werden.“
Gleichzeitig stellte das Gemeindeoberhaupt klar, Verständnis zu haben für eine Ortschaft und ihre Bewohner, die um den Erhalt der Schule kämpfen. Clemens, der dem in seiner Funktion als Bürgermeister offiziell dazu geraten hatte, der Auflösung des Teilstandortes Ottfingen zuzustimmen, betonte, dass die Bezirksregierung Arnsberg nun den nächsten Schritt machen müsse. Für den 28. April sei ein Treffen angesetzt, bei dem über die Zukunft der Grundschule dann endgültig entschieden werden soll.
Vor diesem Hintergrund ließ der Rat die Beschlussfassung ändern – mit der Bitte, den Erhalt der Schule zumindest nochmal als Option prüfen zu lassen. Clemens indes räumte diesem Unterfangen keinerlei Chancen auf Erfolg ein. Er versicherte, dass die Schule in Ottfingen nach den Sommerferien und der Schließung für weitere Aktivitäten „so gut wie möglich genutzt werden“ soll.