20 Jahre Trauertreffen: Ort des Trostes, der Gemeinschaft und der Hoffnung

Ehrenamtliches Team schafft Lichtblicke


  • Wenden, 08.04.2026
  • Verschiedenes , Glaube & Religion
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Das ehrenamtliche und ökumenische Team der spirituellen Trauertreffen: Maria Hillgemann, Rita Lörler, Petra Alterauge, Martina Alscher, Regina Bongers, Annemarie Becker (vorne, v.l.), Angelika Theile, Magdalene Junge, Annette Wurm und Anneliese Arns (hinten, v.l.). von privat
Das ehrenamtliche und ökumenische Team der spirituellen Trauertreffen: Maria Hillgemann, Rita Lörler, Petra Alterauge, Martina Alscher, Regina Bongers, Annemarie Becker (vorne, v.l.), Angelika Theile, Magdalene Junge, Annette Wurm und Anneliese Arns (hinten, v.l.). © privat

Wenden. Seit nunmehr 20 Jahren gibt es in der Gemeinde Wenden einen besonderen Ort für Menschen in Trauer – einen Ort, an dem Erinnern erlaubt ist, Tränen ihren Raum haben dürfen und Hoffnung behutsam wachsen kann. Das spirituelle Trauertreffen ist zu einem festen und geschätzten Angebot geworden – für Menschen aus Wenden und darüber hinaus. Es gilt allen, unabhängig von Konfession oder Nationalität. Denn in der Trauer sind alle gleich.


Seinen Anfang nahm das Angebot im Herbst 2006. Unter der Schirmherrschaft des damaligen Pfarrers Heiner Diehl entstand auf Initiative von Brigitte Knott (†) und der Trauerbegleiterin Heike Schürmann sowie engagierten ehrenamtlichen Hospizhelferinnen das erste „Trauercafé“.

Die Intention war klar und zugleich zutiefst menschlich: Trauernden aus der Gemeinde einen Ort, einen geschützten Raum und gemeinsame Zeit zu schenken – Zeit für das Gedenken an ihre Verstorbenen, Zeit für Austausch, Zeit für Gemeinschaft. Aus dem „Trauercafé“ entwickelte sich später die „Lichtblick-Andacht mit Lebenscafé“ – ein Name, der bis heute ausdrückt, worum es geht: in dunklen Zeiten kleine Lichtblicke zu entdecken.

Archivfoto: Lichtblick-Andacht im Zirkuszelt auf der Pfarrheim-Wiese. von privat
Archivfoto: Lichtblick-Andacht im Zirkuszelt auf der Pfarrheim-Wiese. © privat

Nach dem Tod eines geliebten Menschen geht das Leben anders weiter. Viele Betroffene fühlen sich mit ihrer Trauer und ihren Fragen allein gelassen. Gespräche mit anderen Betroffenen können dabei eine große Hilfe sein. Gemeinsam erinnert man sich, teilt gute Erinnerungen, entdeckt Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und lernt, die Begrenztheit und Vergänglichkeit des Lebens anzunehmen. So wird Lebenszeit wieder als kostbares Geschenk erfahrbar.

Begleitung mit Herz

Von den Gründungsmitgliedern sind Anneliese Arns und Regina Bongers bis heute aktiv engagiert. Seit 2013 ergänzt Martina Alscher von der evangelischen Kirchengemeinde das ökumenische, ehrenamtliche Team. Darüber hinaus gehören Petra Alterauge, Rita Lörler, Maria Hillgemann, Annemarie Becker, Annette Wurm, Angelika Theile und Magdalene Junge dazu. Mit viel Einfühlungsvermögen, Erfahrung und Herz begleiten sie Trauernde ein Stück auf ihrem persönlichen Weg.

Die Treffen finden an jedem ersten Montag im Monat statt und beginnen um 14.30 Uhr. Meistens kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Pfarrheim Wenden zusammen, manchmal auch im evangelischen Gemeindezentrum, im Zirkuszelt auf der Pfarrheim-Wiese oder mit Pater Norbert an der Dörnschlade.

Archivfoto: Lichtblick-Andacht an der Dörnschlade. von privat
Archivfoto: Lichtblick-Andacht an der Dörnschlade. © privat

Im Mittelpunkt steht eine ökumenische Lichtblick-Andacht. Meditative Elemente, einfühlsame Impulstexte, moderne Lieder – begleitet von Gitarrenmusik – sowie feste Rituale geben der Trauer Ausdruck. Sie schenken Mut, neue Kraft und Zuversicht. Leitgedanken begleiten durch das Jahr und sprechen Betroffene in ihren jeweiligen Lebenssituationen an. Sie helfen, neue Perspektiven zu entdecken und trotz aller Verluste mit Mut in die Zukunft zu schauen.

Rund 40 Menschen nehmen regelmäßig teil, bei besonderen Veranstaltungen sind es mehr als 80 – zum Beispiel beim jährlichen Nachmittag der Begegnung, den Pastor Markus Püttmann in den vergangenen drei Jahren gestaltet hat.

Trauer gemeinsam tragen

Neben den monatlichen Treffen besteht auch die Möglichkeit zu Trauer-Einzelgesprächen nach vorheriger Absprache mit der Trauerbegleiterin. Im Anschluss an jede Lichtblick-Andacht sind alle zu Kaffee und Gebäck eingeladen. In vertrauter Runde entstehen Gespräche, neue Kontakte und manchmal auch Freundschaften – getragen von gegenseitigem Verständnis.

Weitere Informationen gibt es bei Martina Alscher (Tel. 02762 / 98 89 58) sowie bei der Trauerbegleiterin (BVT) Regina Bongers (Tel. 02762 / 92 94 20).

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