100 Prozent selfmade: Jona Boubaous verwirklicht erstes Solo-Album
„JonAlien“ mit Hip-Hop-Beats am Start
- Wenden, 12.03.2023
- Kultur
- Von Lorena Klein
Rothemühle. Jona Boubaous ist Musiker durch und durch. Als Schlagzeuger rockt der 24-Jährige zusammen mit Dennis Wurm und Eniz Gülmen seit Kindesalter in der Band TIL, die bereits deutschland- und europaweit auf der Bühne stand. Momentan lässt es die Gruppe nach einer intensiven Phase künstlerisch etwas ruhiger angehen. Zeit für Jona, um eigene musikalische Wege zu gehen - und das komplett eigenständig.

„JonAlien“ – so heißt das Solo-Projekt des hauptberuflichen Musikers aus Rothemühle, den es mittlerweile nach Siegen verschlagen hat. In ihm möchte Jona die Genres Rock und Pop und Hip-Hop verschmelzen lassen. Im Pop-Rock bzw. Pop-Punk ist auch die Band TIL zuhause.
Parallel dazu sei Jona in den vergangenen Jahren immer mehr in die Hip-Hop-Szene eingetaucht, produzierte Beats und schrieb Rap-Songs für Künstler und Newcomer und tourte mit bekannten Interpreten wie Kurdo (“Ya Salam").

Während der Corona-Pandemie begann er dann, eigene Songs zu schreiben – eine Zeit, die für den jungen Musiker von psychischen Problemen überschattet war. „Schon vor Corona hatte ich das Gefühl, ich kann nicht mehr. Mit der Pandemie bin ich dann in ein Loch gerutscht.“
Seine Probleme habe er versucht, mit Drogen in den Hintergrund zu drängen. Letztendlich habe er sich Hilfe geholt und eine Therapie begonnen. “Das Thema mentale Gesundheit ist mir sehr ans Herz gewachsen. Es ist wichtig, darüber zu reden, aufzuklären und zu wissen, dass man nicht allein ist.“
Ein musikalisches Zeichen setzte Jona mit TIL und JonAlien im vergangenen Jahr beim „Mental Health Festival“ in der BlueBox in Siegen, das zusammen mit dem Bündnis gegen Depressionen und der Mental-Health-Aktivistin „Erfolgreich Durchgeknallt“ auf die Beine gestellt wurde. Mentale Gesundheit sei auch ein zentrales Thema seines Albums, das diesen Sommer erscheinen wird.

Auch hinter dem Namen „JonAlien“ steckt eine besondere Idee: „Das Album erzählt die Geschichte eines Aliens, der die Welt von oben betrachtet und ihre Missstände sieht, zum Beispiel die Klimakrise. Der Alien kann das Handeln der Menschen nicht verstehen“, erklärt Jona.
Mit der ersten Single „Sad“, zu dem auch eine Challenge auf TikTok gestartet wurde, ist bereits am Freitag, 10. März, ein kleiner Vorgeschmack auf das Album erschienen. Die „Lost Tapes EP“ mit allen Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben, gibt es ab Freitag, 17. März, zu hören.
Vor dem großen Album-Release im Sommer sind außerdem noch zwei bis drei weitere Singles geplant, unter anderem mit den Features Young Lime und Edin („Magisch“). Auch Pop-Punk Künstler wie Xela Wie, Zirkel, Nery und Ryko-J wirken auf dem Album mit.
Mit seinem ersten Solo-Album möchte Jona in seinen schrillen Outfits dieses Jahr auch auf Deutschland-Tour gehen, sowohl auf kleineren Festivals spielen als auch eigene Konzerte geben. Das Besondere: Jona bildet dabei seine eigene Band. Alles was er dafür braucht, ist eine Loop-Station.

Schlagzeug, Gesang, E-Gitarre, Bass und Gesang – all diese Elemente verbindet er auf der Bühne mit dem kleinen Gerät. Auch in seinem Studio in Rothemühle habe er alle Instrumente selbst eingespielt. Dazu kommen Rap-Parts und Beats, die ins Ohr gehen. Vom Songwriting über die Produktion bis hin zur Veröffentlichung: „Es ist alles selbstgemacht“, betont Jona. Die Arbeit als Selfmade-Musiker möchte er demnächst auch in einer Doku festhalten.
Und auch der Band TIL bleibt Jona weiterhin treu. „Wir fahren momentan etwas ruhiger. In den vergangenen Jahren haben wir ununterbrochen Musik gemacht, sind viel getourt. Dadurch wurde auch die Kreativität eingeschränkt.“ Fest steht: „ Wir machen auf jeden Fall weiter.“
