Das Ergebnis des eigenen Tuns sehen – Max Zündorff wird Schreiner

LP-Serie stellt Ausbildungsberufe vor


  • Kreis Olpe, 15.05.2026
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Besprechung am Montagmorgen (v.l.): Max Zündorff, Thomas Hömberg und Noah Hömberg. von Nicole Voss, Grafik: Ralph Schneider
Besprechung am Montagmorgen (v.l.): Max Zündorff, Thomas Hömberg und Noah Hömberg. © Nicole Voss, Grafik: Ralph Schneider

Kreis Olpe/Trockenbrück. „Was willst du nach der Schule machen?“ – Kaum eine Frage wird Jugendlichen öfter gestellt. Handwerk, Pflege oder doch raus in die Natur? Die Auswahl ist groß. LokalPlus stellt in der neuen Serie „Ein Tag als… Azubi-Edition“ spannende, traditionelle und besondere Ausbildungen im Kreis Olpe vor. Heute erzählt Max Zündorff warum er sich für die Schreiner-Ausbildung entschieden hat.


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Montagmorgen in der Schreinerei Hömberg. Für die Mitarbeiter beginnt die Arbeitswoche. Für Azubi Max Zündorff ist es der erste Arbeitstag nach dem Betriebswechsel.

In der ersten Woche nach dem Neuanfang stand ein Lehrgang auf dem Programm. Jetzt startet der Plettenberger motiviert und neugierig durch. Was erwartet den 20-Jährigen an seinem ersten Arbeitstag? Thomas Hömberg hat da konkrete Pläne: Azubi Max Zündorff begleitet seinen Chef zum Küchenaufbau auf einer Baustelle.

Bevor es losgeht, hilft Max Zündorff noch seinem Kollegen Noah Hömberg, der just am Samstag erfolgreich seine Meisterprüfung abgelegt hat beim Einladen des Transporters für seinen Arbeitseinsatz.

Gegenseitige Unterstützung wird im familiär geführten Unternehmer großgeschrieben. von Nicole Voss
Gegenseitige Unterstützung wird im familiär geführten Unternehmer großgeschrieben. © Nicole Voss

Der neue Meister im familiär geführten Unternehmen hat schon früh im Alter von sechs Jahren den Werkstoff Holz für sich entdeckt, wie Papa Thomas Hömberg strahlend berichtet.

Max Zündorff hingegen war da eher spätentschlossen. Nach dem Abitur begab er sich auch auf Anraten seiner Mutter auf ein „Work- und Travel-Jahr“ in Australien. Bei Gesprächen mit anderen Reisenden wurde Max Zündorff auf den Beruf des Schreiners aufmerksam. Nach der Rückkehr in die Heimat sollte ein zweiwöchiges Praktikum Klarheit bringen. Daraufhin begann der Plettenberger in dem Praktikumsbetrieb auch seine Ausbildung.

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„Mir gefällt der Gedanke, dass ich am Ende des Tages sehe, was ich geschaffen habe“, begründet Max Zündorff seine Berufswahl und zeigt sich überzeugt, dass er persönlich sich in einem Industriebetrieb nicht wohlgefühlt hätte.

Das ist auch das, was Thomas Hömberg bei der Beschreibung des Berufs einfällt: „Der Beruf des Schreiners ist einer der besondere Handwerksberufe, geprägt von vielen Unikaten. Egal, was geplant ist, den letzten Pfiff und die besondere Note geben die Mitarbeiter den Möbelstücken. Man sieht, ob jemand etwas mit Leidenschaft baut.“

Die Maschinen kennenlernen gehört zum Einstieg ins Unternehmen dazu. von privat
Die Maschinen kennenlernen gehört zum Einstieg ins Unternehmen dazu. © privat

Der Chef, der seit 2003 selbstständig ist und seit 2008 in Trockenbrück, freut sich über Kunden, die sagen: „Ihre Mitarbeiter sind ein Gottesgeschenk.“ Diese Aussage ziele laut Thomas Hömberg auf die gute Laune und Motivation seiner Mitarbeiter ab.

Der Vorsatz von Max Zündorff: Viel Lernen und am liebsten auch möglichst oft in der Werkstatt etwas bauen. Dass das nicht immer möglich ist und die Arbeit auch extern auf Baustellen erledigt werden muss, weiß der 20-Jährige bereits aus den Erfahrungen in seinem ersten Ausbildungsbetrieb.

Für Abwechslung ist im Berufsbild des Schreiners gesorgt. von Nicole Voss
Für Abwechslung ist im Berufsbild des Schreiners gesorgt. © Nicole Voss

Was sollte man für den Beruf des Schreiners mitbringen? „Man sollte kreativ sein und im Kopf rechnen können“, so Max Zündorff. Nach Abschluss seiner Ausbildung hat er auch schon Ziele: In anderen Ländern – am liebsten in Neuseeland „Erfahrungen sammeln“. Und vielleicht kehrt er danach ja in die Schreinerei Hömberg zurück.

Der Schreinerbetrieb in Trockenbrück war der erste im Kammerbezirk Arnsberg, der dual ausgebildet hat. Beschäftigt sind dort zwei Meister, drei Gesellen, ein Azubi und zwei Bürokräfte. „Wir sind eine große Familie“, sagt Marco Hufnagel, der bereits seit 20 Jahren im Unternehmen beschäftigt ist.

Über die Ausbildung zum Schreiner

Schulabschluss: rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben

Dauer: regulär drei Jahre, unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. Abitur, gute Leistungen) ist eine Verkürzung auf zweieinhalb oder zwei Jahre möglich

Notwendige Eigenschaften: kreativ sein und gut im Kopfrechnen

Inhalte: Schreiner und Tischler stellen Schränke, Sitzmöbel, Tische, Fenster und Türen, aber auch Innenausbauten sowie Messe- und Ladeneinrichtungen meist in Einzelanfertigung her. Zunächst beraten sie ihre Kunden über Einrichtungslösungen, dabei nehmen sie Skizzen oder den Computer zu Hilfe.

Vergütung: circa 870 bis 1.130 Euro brutto monatlich (vom ersten bis dritten Ausbildungsjahr)

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