Zehn Jahre Südwestfalen Agentur: Gemeinsam in die Zukunft

Geschäftsführer Hubertus Winterberg im LP-Interview


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 von Patrick Bonzel/Südwestfalen Agentur
© Patrick Bonzel/Südwestfalen Agentur

Olpe. Runder Geburtstag in Olpe: Die Südwestfalen Agentur wird zehn Jahre alt. Geschäftsführer Hubertus Winterberg beschreibt im Interview mit LokalPlus die Aufgaben der Agentur und erklärt, welche Ziele er und seine Kollegen sich für die Zukunft gesteckt haben.


Zehn Jahre Südwestfalen Agentur – nennen Sie drei prägnante Begriffe, die auf die Organisation zutreffen!

Überzeugungstäter, Netzwerkpartner, authentisch.

Wer steht hinter der Südwestfalen Agentur?

Die Südwestfalen Agentur hat sechs Gesellschafter: den Hochsauerlandkreis, den Märkischen Kreis sowie die Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe und Soest. Sechster und inzwischen größter Gesellschafter ist der Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“, zu dem mittlerweile mehr als 310 Unternehmen gehören.

Was sind die Aufgaben der Südwestfalen Agentur?

Wir haben zwei Kernaufgaben, um Südwestfalen im Vergleich zu anderen Standorten wettbewerbsfähig zu positionieren. Das sind die Bereiche Regionale Entwicklung und Regionalmarketing.  Dazu bündeln wir die Kräfte von Politik und Wirtschaft.

Im Bereich der regionalen Entwicklung geht es darum, die Qualitäten der Region zu verbessern. Dazu arbeitet die Agentur eng mit den Kreisen, den 59 Städten und Gemeinden und vielen anderen Akteuren an Zukunftskonzepten für Südwestfalen. Besonders deutlich wird dies bei der REGIONALE 2025, wo bei uns die Fäden zusammenlaufen.

Das Ziel des Standortmarketings ist es, das Profil Südwestfalens als starke Wirtschaftsregion und attraktiven Lebensraum zu stärken. Wir möchten junge Menschen von ihrer Region überzeugen, sie zu Mitgestaltern machen und dabei helfen, Fach- und Führungskräfte auf die Region aufmerksam machen. Das alles gelingt nur im vertrauensvollen Zusammenspiel mit vielen Partnern, zum Beispiel aus dem Tourismus.

Wie gestalteten sich vor zehn Jahren die Anfänge?

Ich bin kurz nach Gründung der Agentur eingestiegen. Die große Aufgabe bestand darin, Region zu werden und einen abstrakten Begriff wie REGIONALE mit Leben zu füllen. Für viele war Südwestfalen als Region noch nicht greifbar. In manchen Diskussionen wurde die Sorge deutlich, die eigenen Wurzeln verlassen zu müssen. Dabei ging es bei Südwestfalen nie um die Schaffung neuer Identitäten. Die REGIONALE 2013 hat sehr geholfen, solche Missverständnisse aufzuklären. Denn mit der schrittweisen Entwicklung und Umsetzung von Projekten wurde klar: Südwestfalen ist ein Zukunftsprogramm, das allen hilft. Es geht immer um die Perspektive der Menschen und ihrer Region, es geht um den gemeinsamen Erfolg.
 von Michael Bahr/Südwestfalen Agentur
© Michael Bahr/Südwestfalen Agentur
Wie wurde die Südwestfalen Agentur von Wirtschaft und Politik angenommen?

Die fünf Kreise als Gründer der Agentur haben uns gerade in den Anfangszeiten sehr zur Seite gestanden. Wir haben in vielen Runden über die bestmögliche Umsetzung der REGIONALE 2013 diskutiert und gute Lösungen gefunden. Dieser politische wie fachliche Rückhalt war enorm wichtig. So konnten wir sehr schnell an Standing gewinnen.

Schon die Bewerbung zur ersten REGIONALE zeigte die klare Unterstützung der Wirtschaft. Dieses Miteinander wuchs in den folgenden Jahren und führte im Herbst 2011 zur Aufnahme des Vereins „Wirtschaft für Südwestfalen" als sechsten Gesellschafter. Aus den 33 Gründungsmitgliedern ist heute ein Unterstützerkreis von 310 Unternehmen und Institutionen der Wirtschaft geworden. Das sagt viel.

Wie hat sich die Südwestfalen Agentur im Laufe der Jahre entwickelt?

Aus dem kleinen Team um Geschäftsführer Dirk Glaser ist heute eine Mannschaft von 20 Köpfen entstanden. Zunächst galt alle Konzentration der erfolgreichen Umsetzung der REGIONALE 2013. Dabei haben wir sehr intensiv mit den Projekt-Akteuren vor Ort gearbeitet. Ihr Erfolg war der unsere.

Dann kam das Regionalmarketing dazu. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich die „Alles echt!"-Kampagne mit vielen Angeboten und Aktivitäten, die Region ins rechte Licht zu bringen. Die Marke Südwestfalen ist etabliert. Möglich ist das nur mit einem guten Team und einer Region mit Teamgeist.

Ein Prüfstein war das Ende der REGIONALE 2013. Ich bin sehr froh, dass die Region in dieser Phase an der Agentur festgehalten hat. Wie richtig diese Entscheidung war, hat die erneute REGIONALE-Bewerbung gezeigt. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit im Zusammenspiel mit vielen Partnern ein überzeugendes Konzept entwickeln.

Welche Ziele hatten Sie sich vor zehn Jahren gesteckt? Und haben sich diese verändert?

Schon bei der Gründung war klar: Diese Agentur soll eine REGIONALE erfolgreich umsetzen und die Profilierung des Standortes Südwestfalens voranbringen. Diese Ziele haben sich in der Zeit nur unwesentlich verändert. Mit der neuen REGIONALE 2025 schließt sich damit sozusagen der Kreis. Damals wie heute werden wir nur dann überzeugen, wenn wir an den Qualitäten der Region arbeiten und diese ins rechte Licht bringen. Südwestfalen muss die passende Antwort auf die Lebensentwürfe der Menschen geben - gerade für die jungen.

Welche Erfolge können Sie verbuchen?

Wir sind nicht mehr im Tal, aber auch noch nicht über den Berg. Der Standortwettbewerb bekommt gerade durch die Attraktivität der Metropolen immer wieder neue Herausforderungen. Mit der REGIONALE 2013 und dem Regionalmarketing konnten wir deutlich an Stärke gewinnen. Die Wahrnehmung Südwestfalens ist unverkennbar gestiegen: bei der Politik in Düsseldorf, Berlin und in Brüssel und auch bei den Menschen in der Region. Ganz wichtig ist mir aber zu sagen: Das gelingt nur, weil wir in der Region an einem Strang ziehen und das gemeinsame immer vor dem einzelnen Interesse steht. Sonst funktioniert das nicht.

Zum zehnten Geburtstag ein Blick in die Zukunft: Wie soll es weiter gehen?

Wir wollen Südwestfalen für die nächste Generation zukunftsfähig aufstellen und die Digitalisierung nutzen, um die Herausforderungen unserer Region anzugehen. Und da erhoffe ich mir im Zuge der REGIONALE 2025 einen Qualitätssprung. Mit der Jugendkonferenz und Denkwerkstatt UTOPiA holen wir die jungen Menschen aktiv und verantwortlich in diesen Prozess. Sie sind die eigentlichen Zukunftsgestalter - das ist eine große Chance.

Und ich wünsche mir, dass sich noch mehr Unternehmen dem Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“ anschließen, damit wir im Regionalmarketing noch schlagkräftiger werden, um so tolle Projekte wie das Gap Year Südwestfalen zu erarbeiten. Das wäre für mich ein schöner Blick in die Glaskugel.
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