Wie sich die Stadt Olpe das ThyssenKrupp-Gelände sichern will

Große Chance für Lütringhausen


  • Olpe, 31.03.2022
  • Politik
  • Von Wolfgang Schneider
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Eine Ideenskizze der Verwaltung: So könnte das ThyssenKrupp-Gelände in Lütringhausen umgestaltet werden. von Stadt Olpe
Eine Ideenskizze der Verwaltung: So könnte das ThyssenKrupp-Gelände in Lütringhausen umgestaltet werden. © Stadt Olpe

Olpe/Lütringhausen. Das ehemalige Betriebsgelände von ThyssenKrupp in Lütringhausen möchte sich die Stadt Olpe gerne sichern, um so für eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu sorgen. Damit sie im demnächst anstehenden Bieterverfahren nicht gegen etwaige andere Interessenten mitbieten und womöglich den Preis hochtreiben muss, will sie sich durch den Erlass einer entsprechenden Satzung ein Vorkaufsrecht sichern.


Der Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen gab dazu am Donnerstagabend, 31. März, einstimmig grünes Licht. Die Zustimmung des Haupt- und Finanzausschusses und der endgültige Beschluss am kommenden Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung gelten als Formsache.

Ort ist bisher geteilt

Das rund 27.000 Quadratmeter großen ThyssenKrupp-Gelände befindet sich in zentraler Lage der Ortschaft Lütringhausen und teilt das Dorf praktisch in zwei Teile. Das Areal wird schon jahrhundertelang gewerblich genutzt. Im Rathaus möchte man nicht, dass das Gelände auch künftig industriell-gewerblich genutzt wird.

Das könnte geschehen, wenn im anstehenden Bieterverfahren jemand den Zuschlag erhält, der entsprechende Pläne hat. Ein solcher Interessent ist der Wendener Unternehmer Bernd Hesse, Chef der Firma Sibo-Verpackungen. Hesse hat öffentlich sein Interesse an dem ThyssenKrupp-Gelände bekundet, auf dem er bisher auf verschiedene Standorte verstreute Teile seines Unternehmens zusammenfassen möchte.

Neue Wohnhäuser möglich

Die Stadtverwaltung hingegen will die bisherige Gemengelage von Industrie und benachbarter Wohnbebauung nicht mehr, sondern strebt eine Neuordnung des gesamten Areals an. „Der Standort bietet die Möglichkeit, sowohl wohnbauliche als auch Büro- und Dienstleistungsnutzungen sinnvoll miteinander zu verbinden und durch neue Nutzungen zu ergänzen.

Insbesondere die Chance einer Wiedervereinigung des Gesamtortes Lütringhausen und die damit einhergehende Aufhebung der jahrzehntelangen räumlichen Trennung sollte genutzt werden. Der Standort bietet Raum für dringend benötige Angebote an Wohnraum und Gewerbeflächen. Diese können sinnvoll in die vorhandene Siedlungsstruktur eingefügt und aufeinander abgestimmt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

„Es gibt nur Vorteile“

„Das wäre für den Ort Lütringhauser ein riesengroßer Gewinn“, lobte Carsten Sieg (CDU). Auch Klaus-Peter Langner (SPD) fand: „Das ist eine gute Sache fürs Dorf und für ganz Olpe.“ Um die zu verwirklichen, muss die Stadt aber in den Besitz des Grundstücks kommen. Dabei soll das kommunale Vorkaufsrecht helfen. Wenn jemand das Grundstück gekauft hat, kann die Stadt anstelle des ursprünglichen Käufers das öffentliche Interesse an dem Grundstück nachweisen und in den Vertrag eintreten.

Dabei muss sie nicht zwingend den vereinbarten Kaufpreis zahlen, mindestens aber den Verkehrswert der Immobilie. Gegen den Einstieg einer Kommune in einen abgeschlossenen Kaufvertrag kann der Verkäufer jedoch vorgehen. Der Leiter des Bauordnungs- und Planungsamtes, Arne Bubenheim, ist jedenfalls guter Dinge, was das Procedere mit der Vorkaufsrecht-Satzung betrifft: „Es gibt nur Vorteile – bis auf den möglichen Kaufpreis.“

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