Wie geht es nach den politischen Erschütterungen in der Kreisstadt weiter?

Kommunalwahl 2025: So ist die Ausgangslage in Olpe


  • Olpe, 29.07.2025
  • Politik
  • Von Wolfgang Schneider
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Das Rathaus der Kreisstadt Olpe. von Nils Dinkel
Das Rathaus der Kreisstadt Olpe. © Nils Dinkel

Olpe. Im Vorfeld der Kommunalwahlen am Sonntag, 14. September, stellt LokalPlus in einer kleinen Serie die Ausgangslage in allen sieben Städten und Gemeinden sowie im Kreis Olpe vor. Heute, zum Auftakt, beleuchten wir die Situation in der Kreisstadt Olpe. Dort verspricht der Wahlausgang besonders spannend zu werden, denn es ist so einiges passiert, was die politischen Grundfesten erschüttert hat.


Das Scheitern der Wohnungsbaugenossenschaft Olper Hütte mit Millionenverlust für die Stadt und die Kostenexplosion beim neuen Rathaus, die dazu führte, dass die Pläne vorerst ruhen – das sind Dinge, die schließlich zu einem politischen Erdbeben führten.

Bürgermeister Peter Weber teilte im April mit, dass er nicht erneut antreten werde, sondern nach zwei Legislaturperioden aufhört. Der vorerst letzte Akt folgte Mitte Juli, als der Stadtrat die Technische Beigeordnete Judith Feldner, die erst im vergangenen Jahr wiedergewählt worden war, einstimmig abwählte.

Symbolgrafik Kommunalwahl im Kreis Olpe von Chat GPT (mit KI generiert)
Symbolgrafik Kommunalwahl im Kreis Olpe © Chat GPT (mit KI generiert)

Die Olper CDU, die im Stadtrat die absolute Mehrheit hat, steht vor einem ziemlichen Trümmerfeld und bemüht sich seit Wochen um Schadensbegrenzung und einen Neuanfang. Als neuen Bürgermeisterkandidat hat die Union den Olper Hauptamtsleiter Tobias Schulte ins Rennen geschickt.

„Ich möchte Verantwortung übernehmen für eine starke Verwaltung, lebendige Ortsteile, ein starkes Ehrenamt und eine zukunftsfähige Innenstadt“, sagt der 44-Jährige. Er räumt auch ein: „Natürlich ist nicht alles gut gelaufen – das sehen wir auch. Gerade deshalb ist jetzt der richtige Moment, um neue Impulse zu setzen.“

Gingen gemeinsam auf Kandidatensuche (v.l.): Die Fraktionsvorsitzenden Volker Reichel, Zaklina Janson und Christian Ratte. von Wolfgang Schneider
Gingen gemeinsam auf Kandidatensuche (v.l.): Die Fraktionsvorsitzenden Volker Reichel, Zaklina Janson und Christian Ratte. © Wolfgang Schneider

Einen bislang einmaligen Weg beschritten Grüne, UCW und SPD. Die drei Parteien suchten per Stellenausschreibung einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten – und fanden ihn schließlich auch. Der parteilose Dr. Norbert Seyfert wurde im Juni als Kandidat vorgestellt. Der 66-Jährige hatte bisher noch kein politisches Mandat inne.

Der gebürtige Schwabe lebt seit 1989 in Olpe und macht Wahlkampf unter dem Motto „Ein Bürgermeister für alle“. Er verspricht eine sachliche und bedarfsorientierte Kommunalpolitik für alle Olper Einwohner. So richtig bekannt geworden ist er vielen Einwohnern vor wenigen Tagen, als er den Vogel abschoss und Schützenkönig in Olpe wurde.

Schützenfestmontag in Olpe: Dr. Norbert Seyfert (r.) ist der neue König, CDU-Kandidat Tobias Schulte gratuliert. von Nicole Voss
Schützenfestmontag in Olpe: Dr. Norbert Seyfert (r.) ist der neue König, CDU-Kandidat Tobias Schulte gratuliert. © Nicole Voss

Wie die Wahl auch ausgeht, eines ist sicher: Ein Ergebnis von 72,2 Prozent, das Peter Weber vor fünf Jahren einfuhr und damit seine Gegenkandidaten von Grünen (17,8 Prozent) und SPD (10,0 Prozent) abhängte, wird es diesmal nicht geben.

Um die 38 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung kämpfen fünf Parteien. Die CDU stellt bisher 20 Ratsmitglieder und holte 2020 mit 52,2 Prozent die absolute Mehrheit – und alle 19 Direktmandate. Politische Beobachter gehen davon aus, dass die Union einen Denkzettel bekommt und die absolute Mehrheit verliert.

Können sich UCW und SPD erholen?

Profitieren könnten die Grünen (6 Sitze), die 2020 bereits von 8,0 auf 14,8 Prozent zugelegt hatten, und die UCW (5 Sitze), die bei der vergangenen Wahl deutlich von 21,1 auf 14,0 Prozent abgerutscht war.

Auf der Suche nach vergangener Stärke ist man in der SPD. Vor fünf Jahren hatte sie einen herben Dämpfer einstecken müssen und war von 17,2 auf 9,6 Prozent abgerutscht. Mit vier Ratsmitgliedern ist sie aktuell nur viertstärkste Kraft vor der FDP (2 Sitze, 5,8 Prozent). Die Offene Liste Olpe (OLO), die 2020 erstmals dabei war und einen Sitz holte, tritt nicht mehr an.

Die UCW ist im Wahlbezirk 15 (Alten- und Neuenkleusheim) übrigens nicht wählbar, weil sie dort keinen Direktkandidaten aufgestellt hat. Die AfD tritt in Olpe nicht an.

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