Werthmann-Werkstätten: Zukünftigen Rentnern Freizeitmöglichkeiten aufzeigen

Wie der Alltag im Ruhestand gelingt


Lisa Schröder (links) und Petra Müller vom Begleitenden Dienst der Werkstätten sprechen über den baldigen Renteneintritt. von privat
Lisa Schröder (links) und Petra Müller vom Begleitenden Dienst der Werkstätten sprechen über den baldigen Renteneintritt. © privat

Olpe. Für jeden, der im Berufsleben steht, kommt irgendwann der Tag, an dem es Abschied nehmen heißt und ein neues Leben fernab von Kollegen und Arbeitsstätte im Ruhestand beginnt. Einige freuen sich darauf, andere blicken auf diesen Tag mit gemischten Gefühlen, aber für alle gilt dasselbe: Das Leben muss neu organisiert werden. So ergeht es auch den Beschäftigten in den Werthmann-Werkstätten des Caritasverbands Olpe.


Für Lisa Schröder, die in der Abteilung in Olpe tätig ist, ist es in diesen Tagen soweit. Vor über zehn Jahren kam sie nach einer langen Zeit der Erkrankung zu den Werthmann-Werkstätten. Zunächst war sie im Berufsbildungsbereich tätig und nach einer anderthalbjährigen Findungsphase fand sie ihre Stärke in der Elektromontage, wo sie bis heute eine zuverlässige und engagierte Beschäftigte ist.

Bereits vor zwei Jahren trat Petra Müller vom Begleitenden Dienst an ihre Seite und wollte mit ihr über ihren Renteneintritt sprechen. „Da dachte ich noch: ach, das ist noch so weit weg. Aber die Zeit ist wie im Flug vergangen,“ erzählt Lisa Schröder. Petra Müller erläuert: „Damit die Beschäftigten der Werkstätten ein zufriedenes Rentendasein führen können, beginnen wir zwei Jahre vor Renteneintritt mit dem strukturellen Übergangsmanagement.“

Gesteuerter Übergang nimmt Angst

Hier wird mit dem Beschäftigten besprochen, wie der Alltag aussehen könnte. Jeder Punkt wie Mobilität, Wohnen, Freizeit, Bewegungsangebote und soziale Kontakte wird einzeln beleuchtet. „Wir sorgen dafür, dass Struktur und Stabilität im Alltag der ehemaligen Beschäftigen nicht verloren gehen,“ ergänzt Achim Scheckel, Abteilungsleiter der Abteilung Olpe.

Durch den gesteuerten Übergang wird den Beschäftigten die Angst vor dem neuen Lebensabschnitt genommen. Es geht darum, dass Beschäftigte nicht wieder unbewusst in „den alten Trott“ vor dem Eintritt in die Werkstatt verfallen.

Lisa Schröder bleibt Betrieb erhalten

Für Schröder bedeutet dies konkret, dass sie weiterhin ehrenamtlich für die Werkstätten tätig sein kann und gerade in den Spitzenzeiten, also in der Urlaubszeit oder bei einer hohen Krankheitsrate, einspringen wird. Weiterhin wird sie auch an der Theatergruppe teilnehmen, worüber sie sich besonders freut.

Coronabedingt wird es zum Abschied keine große Feier geben, aber mit den engsten Begleitern wird mit einer leckeren Currywurst der Ausstand zelebriert. Lisa Schröder: „Die Werkstatt feiert im nächsten Jahr ihr 50-jähriges Bestehen, da werden wir sicher nochmal alle zusammen feiern.“

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