Update: Hausbrand in Rhode – Familien finden langsam zurück in den Alltag
Enorme Spendenbereitschaft
- Olpe, 20.01.2026
- Blaulicht
- Von Nils Dinkel
Rhode. Nach dem verheerenden Hausbrand in der Neujahrsnacht in Rhode, bei dem zwei Familien ihr Zuhause verloren haben, zeichnet sich einige Wochen später ein vorsichtig positives Bild ab. „Den Umständen entsprechend geht es den Familien gut. Sie haben sich mit der Situation arrangiert“, sagt Ortsvorsteher Steffen Sasse, der die Hilfen vor Ort koordiniert.



Update von 17.10 Uhr:
Auch für die zweite Familie ist inzwischen ebenfalls eine Wohnung gefunden worden. Auch die Möbelstücke sind vollständig. Für die zweite Wohnung, die sofort bezugsbereit ist, fehlen lediglich Wohnzimmermöbel, so Ines Ewers, Schwester der Betroffenen. Sie sagte, dass die Familie tief beeindruckt ist. Die Hilfe hätte bereits in der Brandnacht begonnen. „Das war der Wahnsinn“, sagt sie rückblickend.
Ursprünglicher Artikel:

Unmittelbar nach dem Brand waren die Betroffenen zunächst in Ferienwohnungen untergebracht worden. Inzwischen hat sich die Lage weiter stabilisiert: Für die Familie mit Kindern konnte mittlerweile eine Wohnung vermittelt werden.
„Die Kinder haben sich erstaunlich schnell an die neue Situation gewöhnt. Wichtig war uns, dass sie wieder einen normalen Alltag bekommen“, so Sasse. Nach den Weihnachtsferien besuchen sie wieder die Grundschule.
Für die Seniorenfamilie wird derzeit noch eine passende Wohnung für zwei Personen im näheren Umfeld von Rhode gesucht. Parallel dazu organisiert die Dorfgemeinschaft Rhode konkrete Hilfe für die Neueinrichtung der Wohnungen.

Gesucht werden aktuell unter anderem ein Doppelbett mit Lattenrost, zwei Kinderbetten, ein größerer Kleiderschrank, Nachtschränkchen, Deckenlampen sowie Möbel für Wohn- und Essbereich.
„Wir haben das gestern gemeinsam mit der Familie abgestimmt, damit gezielt das angeschafft wird, was wirklich gebraucht wird“, erklärt Sasse.
Auch finanziell ist die Unterstützung enorm. Über das eingerichtete Spendenkonto sind bislang rund 27.000 Euro eingegangen – von etwa 250 Spendern. „Darunter sind viele Vereine, Unternehmen, aber auch zahlreiche Privatpersonen. Dafür sind wir sehr dankbar“, so der Ortsvorsteher.
Darüber hinaus sind durch eine Gofundme-Aktion, die die Schwester einer Betroffenen initiiert hatte, weitere rund 25.000 Euro zusammengekommen. Das Geld wird vor allem für Dinge des täglichen Lebens eingesetzt: Kleidung, Schuhe, Haushaltsgegenstände und Spielzeug.
„Die Familien waren über die Feiertage unterwegs und hatten im Grunde nichts mehr außer dem, was sie am Leib trugen. Mit den Spenden konnten wir einen Grundstock schaffen, damit sie ihre nahe Zukunft wieder etwas unbeschwerter gestalten können.“
Besonders bewegt zeigt sich Sasse von der großen Solidarität im Ort: „Die Anzahl und die Breite der Menschen, die auf uns zugekommen sind, hat mich sehr beeindruckt. Das Telefon stand kaum still. Angebote kamen aus allen Bevölkerungsschichten.“
„Auf dem Dorf hilft man sich – aber mit dieser Vielzahl und Intensität hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.”
Unterstützung habe es nicht nur in Form von Geld gegeben, sondern auch durch Sachspenden und Wohnraumangebote. „Auf dem Dorf hilft man sich – aber mit dieser Vielzahl und Intensität hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.“

Wie es mit dem abgebrannten Haus weitergeht, zeichnet sich ebenfalls ab. Nach aktuellem Stand sollen die verbliebenen Kellermauern vollständig abgerissen werden. „Nach meiner Kenntnis wird das Gebäude komplett neu errichtet. Die Familie plant, gemeinsam mit den Schwiegereltern wieder dort einzuziehen“, so Sasse.
Auch öffentlich haben sich die Betroffenen inzwischen zu Wort gemeldet. Michael Schulz, dessen Familie von dem Brand betroffen ist, richtete sich über soziale Netzwerke mit einem Dank an die zahlreichen Helfer.
Man sei „überwältigt von all der Hilfe“, schrieb Schulz. Jede Nachricht, jede Spende und jedes tröstende Wort habe der Familie in dieser Situation sehr viel bedeutet. Besonders hob er den Einsatz der Feuerwehr hervor, die mit mehr als 70 Kräften die ganze Nacht und bis in den Morgen hinein im Einsatz war.
Seinen Dank richtete Schuld auch an die Dorfgemeinschaft Rhode, Ortsvorsteher Steffen Sasse sowie an die Nachbarschaft, die bei der Organisation der Hilfe entscheidend unterstützt habe.
