Ultimative Show und Eskalation: Deichkind heizen Besuchern ein
Biggesee Open Air
- Olpe, 22.06.2025
- Kultur
- Von Catriona Rath
Sondern. Spaß, schräge Bühnenbilder und eine ultimative Show waren die Devise am Samstagabend, 21. Juni, beim Biggesee Open Air am Sonderner Kopf. Die Band Deichkind machte ihrem Ruf alle Ehre – abgefahrene Kostüme und Tanzchoreos bis zur Crowd-Interaktion. Es war kein leises Happening. Deichkind machten Ernst mit ihrer Selbstbeschreibung „Entertainment der Spitzenklasse“ und „Hi-Fi mit High Five auf die Zwölf“. Der Gig war genauso überschäumend und chaotisch wie es sich gehört und man wurde frontal weggeblasen.

Eröffnet wurde der Abend von Lina Winter, besser bekannt unter dem Namen „futurebae“. Mit ihrem Mix aus Pop, Indie und Rap schafft sie es einen Wiedererkennungswert zu kreieren. Sie macht tiefgründige genrefluide Musik und bei ihr kann eine Pianoballade auch mal problemlos neben einem Club-Banger stehen.
Die Temperaturen waren warm, zum späteren Zeitpunkt sogar durch den Schatten im Bereich der Location angenehm, die Sonne war nie ganz verschwunden. Die Konzertbesucher tanzten, sprangen und grölten lauthals mit.
Als Deichkind die Bühne betrat, rastete das Publikum aus. Schon zu Beginn hauten sie ihre Hits „Denken Sie groß“ und „Auch im Bentley wird geweint“ raus und zeigten ihre abgefahrene Bühnenshow - Eines der Bandmitglieder ritt auf einer überdimensionierten roten Chanel-Handtasche über die Bühne.
Spätestens bei ihrem Hit „Bon Voyage“ konnte niemand mehr stillstehen. Richtige Eskalation gab es dann aber, als Deichkind das Publikum fragte: „Habt ihr Bock auf Hits?“ und sie ihren Song „Bück dich hoch“ anstimmten. Die Band bewies immer wieder ihr Gespür für griffige Parolen, ausgefallene Bühnenbilder und Choreografien. Bei „Bück dich hoch“ saßen alle auf Bürostühlen, rollten über die Bühne und auf den Lehnen gab es jeweils einen Buchstaben, sodass in der richtigen Reihenfolge „fuckafd“ zu lesen war - womit die Gruppe ein klares Statement gegen rechts setzte.
Deichkind schaffte es sogar einen Bezug zur Location in ihren Texten einzubauen. In Songs wie „In der Natur“ und „Geist“ hieß es auch mal abgewandelt „Biggesee“ oder „Olpe“, was für laute Begeisterung im Publikum sorgte.
Ein Moshpit durfte natürlich auch nicht fehlen, wozu die Band das Publikum animierte. Doch sie legte dabei sehr viel Wert darauf, dass alle aufeinander Acht geben, damit keiner verletzt wird beim wilden Tanzen, Springen und Gegeneinanderstoßen. „Das gibt richtig schön Muskelkater am nächsten Morgen,“ lachte die Band.
Als Zugabe spielten sie ihren Superhit „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ und nicht nur das Publikum rastete aus, sondern auch die Band auf der Bühne. Eines der Bandmitglieder ritt auf einer großen Abrissbirne und ein anderer wurde in einem riesigen Plantschbecken über die Menge getragen und bewarf das Publikum dabei mit weißem Konfetti. „Seid noch einmal Kids in eurem Alter!“, animierte die Band die Besucher bei ihrem Konzert und wünschten den Besuchern am Ende „Gute Nacht, Kinder!“.




