Tobias Schulte: Es ist mein ganz großer Wunsch, dass wir ins Handeln kommen

Interview mit dem neuen Olper Bürgermeister (II)


  • Olpe, 24.02.2026
  • Politik
  • Von Wolfgang Schneider
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26. November 2025: Bürgermeister Tobias Schulte und TV-Moderator Dieter Könnes (r.) packen bei einer Pflanzaktion in Sondern mit an. von Jana Becker
26. November 2025: Bürgermeister Tobias Schulte und TV-Moderator Dieter Könnes (r.) packen bei einer Pflanzaktion in Sondern mit an. © Jana Becker

Olpe. 100 Tage gelten als Zeitraum, in dem ein neuer Amtsinhaber sich einarbeiten kann. Dann folgt die erste Zwischenbilanz. LokalPlus hat mit dem neuen Olper Bürgermeister Tobias Schulte (CDU) gesprochen – wegen Karneval nicht nach 100, sondern nach 111 Tagen. Wie seine Startbilanz ausfällt, lest ihr in unserem zweiteiligen Interview. Heute gibt es Teil zwei mit persönlichen Einblicken.


Herr Schulte, wie hat sich Ihr Alltag seit November verändert?

Es ist gut, dass ich meine Arbeitszeiten nicht mehr stempeln muss. Ich glaube, ich würde die Grenze des Arbeitszeitgesetzes reißen. Es gibt sehr viel Kontakt mit Menschen und das macht auch mordsmäßig Spaß. Man kommt mit Leuten ins Gespräch, nimmt Stimmung auf, nimmt Interesse wahr. Es ist schön, dass man mit Menschen im Austausch steht, die für unsere Stadt etwas bewirken wollen.

14. September 2025: Die Feuerwehrkollegen gratulieren Tobias Schulte zur gewonnen Wahl zum Bürgermeister. von Nicole Voss
14. September 2025: Die Feuerwehrkollegen gratulieren Tobias Schulte zur gewonnen Wahl zum Bürgermeister. © Nicole Voss

Sie sind Feuerwehr-Mann mit Leib und Seele. Ist das eine Sache, die auf Dauer weiterzuführen ist?

Mein Herz schlägt für die Feuerwehr, aber ich habe mich im Wesentlichen aus der Einsatzabteilung zurückgezogen, weil ich der Sache nicht mehr gerecht werde. Ich lasse mich aber gerne bei dem einen oder anderen Ereignis sehen und unterstütze die Kameraden.

Feuerwehr ist für mich eine herausragende Tätigkeit an Menschen und für Menschen. Deshalb will ich dieses Ehrenamt auch in meiner neuen Funktion unterstützen, aber eben nicht mehr so ganz an der Front.

Was motiviert Sie in Ihrem Amt am meisten?

Olpe hat mir wahnsinnig viel gegeben. Wir stehen vor Jahrhundert-Chancen in Olpe, davon bin ich fest überzeugt. Die Stadtentwicklung voranzubringen und mitgestalten zu dürfen, das motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

Beim Interview: Bürgermeister Tobias Schulte (l.) und LP-Redaktionsleiter Wolfgang Schneider. von privat
Beim Interview: Bürgermeister Tobias Schulte (l.) und LP-Redaktionsleiter Wolfgang Schneider. © privat

Was war der schönste Moment bisher?

Das war eine besondere Begegnung – eine Eiserne Hochzeit in Saßmicke. Das Ehepaar hat die 65 Ehejahre mit mir gemeinsam ein bisschen rückwärts betrachtet und das war so herzlich, ehrlich und offen.

Das Paar hat gesagt: Wir kommen hier klar in unserem hohen Alter. Man hält hier zusammen und wir haben tolle Nachbarn. Das hat mir einfach noch mal gezeigt: Mensch, wenn wir mit diesem Optimismus in die Welt gucken, dann wird alles positiver. Das war einfach ein wahnsinnig toller Moment, der auch sehr motiviert und Gänsehaut hervorgerufen hat.

Und was empfinden Sie als nervig?

Von vielen Menschen wird leider alles nur sehr negativ gesehen. Dabei haben wir doch allen Grund, mit einer positiven Grundhaltung konstruktiv nach vorne zu schauen – gerade auch hier in der Stadt Olpe.

Es stehen alle Zeichen auf sehr positiv und trotzdem hat man das Gefühl, dass viele Menschen in ihrem Negativen verhaftet sind. Das finde schade – und das macht es auch herausfordernd, die eigene positive Grundhaltung zu bewahren.

10. Januar 2026: Bürgermeister Tobias Schulte mit seiner Ehefrau Silke beim Olper Schützenball. von Catriona Rath
10. Januar 2026: Bürgermeister Tobias Schulte mit seiner Ehefrau Silke beim Olper Schützenball. © Catriona Rath

Gibt es noch genug Zeit für die Familie oder bedauern Ihre Frau und Ihr Sohn, dass Sie Bürgermeister geworden sind?

Nein, der Satz ist noch nicht gefallen. Meine Familie weiß ja auch, wie sehr ich für meinen Job und die Stadt Olpe gebrannt habe und brenne. Die Familienzeit genießen wir mehr als vorher und erleben sie bewusster. Dort, wo wir die Möglichkeit haben, nehmen wir auch gerne Termine gemeinsam wahr.

Werfen wir den Blick voraus aufs Jahresende. Was wird dann erledigt oder angepackt worden sein?

Dass wir das Bürgerhaus entschieden haben, dass wir eine klare Marschrichtung haben und dann auch bauen werden. Dass die Dörfer und Ortschaften ganz klar die Wahrnehmung haben: Es geht nicht nur um die Kernstadt, sondern auch um uns. Dass die Stadtverwaltung als guter Dienstleister wahrgenommen wird.

Ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger haben keine Lust mehr, sich mit Bürgerhaus/Rathaus auseinanderzusetzen. Es wollen alle mal sehen, dass es vorwärts geht. Es ist mein ganz großer Wunsch, dass wir ins Handeln kommen. Ich wünsche mir, hinter diese Sachen im Laufe dieses Jahres einen Haken zu machen, der von allen akzeptiert wird.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

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