Theaterpremiere der Werthmann-Werkstatt war ein voller Erfolg
Selbstgeschriebene Sketche begeistern die Zuschauer
- Olpe, 14.09.2019

Olpe. Als sich am Freitagabend, 13. September, im Speisesaal der Abteilung Olpe der Werthmann-Werkstätten der Theatervorhang schloss, wollte der begeisterte Applaus des Publikums nicht enden. Die Premiere der selbstgeschriebenen Sketche war ein voller Erfolg.

Im ersten Teil führten die Laienschauspieler vor vollem Haus vier Sketche auf. Der Titel „Wolkensprünge“ war die Idee einer der Beschäftigten: „Als ich im Zuge meiner Erkrankung in der Werkstatt ankam, war der Himmel für mich ganz dunkel. Im Laufe der Zeit wurden die Wolken immer heller und strahlender. Das wollten wir in dem Theaterstück zeigen.“ Die Erfahrung, die die Beschäftigte machte, zog sich wie ein roter Faden durch das Stück und war für jeden der Zuschauer eine Ermunterung, in jeder noch so schwierigen Lage ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
Da waren der Student, der wegen der zu hohen Mieten in den Großstädten keine Wohnung fand, und die Oma, die wegen Altersarmut das gleiche Problem hatte. Schließlich die junge Dame, die von ihrem Junggesellinnenabschied zurückkam und zweifelte, ob sie den richtigen Partner gewählt hatte - denn im Zug saß noch ein Mann, der ihr plötzlich besser gefiel als ihr Auserwählter. Mit Mob und Servierwagen führte die Schaffnerin durch das Stück und erwies sich als Bindeglied zwischen den Fahrgästen. Und da sich dann plötzlich alle ihren Problemen stellten, gab es am Ende zwei Happy-Ends.

Petra Müller weiß, dass das Theaterspiel viele Vorteile mit sich bringt, besonders für Menschen mit psychischen Behinderungen: „Sie werden im positiven Sinne durch die neuen Herausforderungen wie das Sprechen und Singen vor Publikum gefordert und setzten so Ressourcen frei. Wenn sie in andere Rollen schlüpfen, wird ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit gesteigert und durch den Umgang mit den anderen wird manches auch anders gesehen. Unsere Beschäftigten werden ermutigt, aus sich heraus zu kommen und sich zu entfalten. Sie wachsen mit ihren Aufgaben und werden selbstsicherer. Sie trauen sich Dinge zu, zu denen sie sich im wahren Leben nicht trauen, zum Beispiel laut zu schreien oder zu fluchen. Durch die Teamarbeit wird auch das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärkt und es wird viel Vertrauen aufgebaut, weil sich der eine auf den anderen verlassen muss.“
Am Samstag, 14. September, wird der erste Teil „Wolkensprünge“ im Kulturgut Schrabbenhof in Silberg aufgeführt. Dort treten verschiedene Künstler auf. Eintritt fünf Euro.
