Die Vertreter der Betriebe glauben an den Erfolg des Projekts. Viele von ihnen haben eine lange Anreise auf sich genommen, um die Jugendlichen kennenzulernen. Es sind nicht nur regionale Produzenten wie die Bäckereien Vielhaber und Junker aus Sundern vertreten, sondern auch Bäckereien aus Dortmund, Gütersloh, Lünen, Hagen oder dem Münsterland. 16 Betriebe haben sich dazu entschieden, an dem Projekt teilzunehmen, sodass am Ende nur jede zweite Bäckerei einen neuen Auszubildenden unter Vertrag nehmen kann.
„Wir freuen uns sehr über das große Interesse der Bäckermeister. Das bestärkt uns darin, dass dieses Projekt eine gute Sache ist und alle davon profitieren können“, sagt Günter Sieke, der die Jugendlichen vor Ort in Olpe betreut.
Nach einer kurzen Vorstellung der Betriebe wird es ernst: Die Jugendlichen und die Bäcker bekommen vier Minuten Zeit, sich zu unterhalten und sich dabei kennenzulernen. Nach dem Gong nehmen die Italiener am nächsten Tisch Platz. Die Jugendlichen wie auch die Vertreter der Betriebe machen sich Notizen. Bewertungskriterien sind unter anderem Sprache, Arbeitserfahrung, Auftreten und Sympathie. Am Ende geben alle ihre ausgefüllten Zettel ab, auf denen sie ihre jeweiligen Lieblingskandidaten ankreuzen können. Am Donnerstag, 7. Juli, werden die Projektbetreuer der Bäckerfachschule die Daten auswerten die Teilnehmer über die Ergebnisse informieren.
Die Jugendlichen starten am kommenden Montag, 12. Juli, mit einem vierwöchigen Praktikum in den jeweiligen Betrieben. Im besten Fall sollen alle sieben italienischen Teilnehmer ab 1. August ihre Ausbildung zum Bäcker in NRW beginnen. Wenn das Projekt erfolgreich ist, sollen im kommenden Ausbildungsjahr wieder ausländische Jugendliche Ausbildungsplätze in der Region bekommen.
Die Bäckerfachschule Olpe wird in den kommenden anderthalb Jahren modernisiert und erweitert. Nach sieben Jahren Planung konnte Ende Juni der erste Spatenstich für das neue Wohnheim für die Meisterschüler und eine Modellbäckerei gemacht werden. 65 Prozent der Kosten von 6,2 Millionen Euro werden durch Bundes- und Landesmittel finanziert.