Sechs Windräder an der A 4: Bauantrag noch in diesem Jahr

Ministerin informierte sich in Olpe


Topnews
Auf dem Lohkopf in Saßmicke informierten sich Forstministerin Silke Gorißen über denm geplanten Bau von sechs Windkraftanlagen. Mit dabei waren unter anderem Landrat Theo Melcher (2.v.r.) und MdL Jochen Ritter (4.v.r.). von MLV NRW/ R. Sondermann
Auf dem Lohkopf in Saßmicke informierten sich Forstministerin Silke Gorißen über denm geplanten Bau von sechs Windkraftanlagen. Mit dabei waren unter anderem Landrat Theo Melcher (2.v.r.) und MdL Jochen Ritter (4.v.r.). © MLV NRW/ R. Sondermann

Olpe. Der Wald in Nordrhein-Westfalen ist ein bedeutender Klimaschützer, liefert den nachhaltigen Rohstoff Holz und ist ein beliebter Ort der Erholung – und vor allem braucht er Unterstützung. 15 Prozent der Waldflächen sind durch Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer so schwer geschädigt, dass sie wiederbewaldet werden müssen.


Darüber hat sich Forstministerin Silke Gorißen in Waldgebieten in Burbach und Olpe am Montag, 27. März, informiert. Sie besuchte auch eine geschädigte Waldflächen nahe der A 4 auf dem Lohkopf bei Olpe-Saßmicke. Dort, im Grenzgebiet von Olpe, Drolshagen und Wenden, sollen sechs etwa 250 Meter hohe Windräder errichtet werden.

Dieses Projekt plant das Unternehmen Gelsenwasser bereits seit einigen Jahren. Im Frühjahr 2019 war das Vorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt worden (LokalPlus berichtete) und die sechs Windräder (je zwei auf Olper, Wendener und Drolshagener Gebiet) sollten bis Ende 2022 in Betrieb gehen.

Blick von Saßmicke auf die geplanten Windräder. von Gelsenwasser
Blick von Saßmicke auf die geplanten Windräder. © Gelsenwasser

Danach wurde es relativ still um das Projekt, doch jetzt will Gelsenwasser das Millionenvorhaben angehen. „Die Planung für den Windpark geht in diesem Jahr in die nächste Phase. Zurzeit werden die Gutachten zu Schall, Schatten, Artenschutz und Turbulenzen aktualisiert. Im Sommerhalbjahr arbeiten wir an der Parkkonfiguration und entscheiden über den Typ der Windkraftanlagen.

Ziel ist, Ende 2023 den Genehmigungsantrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz für bis zu sechs Windenergieanlagen (6 bis 7 Megawatt-Klasse) beim Kreis Olpe einzureichen. Wir rechnen in unserer Vorplanung ca. Anfang 2025 mit einem Genehmigungsbescheid, so dass der Baubeginn 2026 und die Inbetriebnahme 2027 erfolgen könnten.

Das sind die geplanten Standorte der sechs 250 Meter hohen Windkraftanlagen. von Gelsenwasser
Das sind die geplanten Standorte der sechs 250 Meter hohen Windkraftanlagen. © Gelsenwasser

Bei einer Produktion von jährlich über 100 Mio. kWh würde dies die bilanzielle Versorgung von mehr als 28.000 Drei-Personen-Haushalten pro Jahr bedeuten„, heißt es von Gelsenwasser.

„Dabei ist uns die Einbindung der Bevölkerung und der Politik vor Ort sehr wichtig“, betonte Michael Ramrath, Projektleiter bei Gelsenwasser. Geplant seien z. B. Bürgerbeteiligungen an den Windrädern. Gemeinsam mit Gelsenwasser-Vorstand Dr. Dirk Waider und Vertretern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW erläuterte Ramrath der Ministerin, Landrat Theo Melcher (CDU), Bürgermeister Bernd Clemens (Wenden) und weiteren Mitgliedern örtlicher Interessengemeinschaften die Pläne.

Besuch von Silke Gorißen am geplanten Windpark bei Olpe: Auch Landrat Theo Melcher (3. v. l.) und Wendens Bürgermeister Bernd Clemens (2. v. l.) informierten sich bei den Gelsenwasser-Vertretern Dr. Dirk Waider (Vorstand) und Projektleiter Michael Ramrath (r., beide in Gelb) über die Pläne. von Gelsenwasser
Besuch von Silke Gorißen am geplanten Windpark bei Olpe: Auch Landrat Theo Melcher (3. v. l.) und Wendens Bürgermeister Bernd Clemens (2. v. l.) informierten sich bei den Gelsenwasser-Vertretern Dr. Dirk Waider (Vorstand) und Projektleiter Michael Ramrath (r., beide in Gelb) über die Pläne. © Gelsenwasser

Ministerin Silke Gorißen sagte „Der beschleunigte Ausbau der Windenergie ist wichtig für eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung. Im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen bieten sich auch geschädigte Waldflächen als Standorte für Windräder an. Unser Ziel ist es dabei aber auch, dass insgesamt keine Waldfläche verloren geht.“ Zum Bau einer Windenergieanlage müssen in der Regel durchschnittlich 5.000 bis 8.000 Quadratmeter Waldfläche umgewandelt werden.

Wildverbiss bereitet Sorgen

Eine Herausforderung bei der Wiederbewaldung ist der Wildverbiss an jungen Bäumen. Ihre Knospen sind beliebt bei den Waldtieren. Jährlich im Frühling finden in den Wäldern Untersuchungen statt, um herauszufinden, wie groß der Schaden und das Risiko durch Verbiss wirklich ist. Wie diese Verbissgutachten erstellt werden, erläuterten Fachleute vom Landesbetrieb Wald und Holz der Ministerin in einem Waldstück in Olpe.

Andreas Wiebe, Leiter Wald und Holz NRW: „Auf den Kalamitätsflächen wächst nun rapide das Nahrungsangebot und Versteckmöglichkeiten für Tiere. Deshalb werden auch die Rehwildbestände deutlich zunehmen. Umso wichtiger ist eine angepasste und im Bedarfsfall auch intensivere Jagd.“

Artikel teilen: