Neuntklässler des SGO beschäftigen sich intensiv mit der NS-Vergangenheit

Erinnern, um Zukunft zu gestalten


Die Neunklässler freuten sich darüber, selbst ein Zeichen zu setzen und Geld an zwei Organisationen spenden zu können. von privat
Die Neunklässler freuten sich darüber, selbst ein Zeichen zu setzen und Geld an zwei Organisationen spenden zu können. © privat

Olpe. Ein außergewöhnliches Schuljahr liegt hinter dem neunten Jahrgang des Städtischen Gymnasiums Olpe. Unter dem Leitgedanken „Umgang mit unserer Vergangenheit“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler auf ganz unterschiedliche Weise mit den Verbrechen des Nationalsozialismus – bewegend, nachdenklich und nachhaltig.


Den eindrucksvollsten Moment bildete im Mai eine dreitägige Fahrt zur Gedenkstätte Buchenwald. Dort setzten sich die Jugendlichen intensiv mit den Schicksalen der Opfer und der Verantwortung für eine demokratische, offene und wertschätzende Gesellschaft auseinander. Ein Schüler brachte seine Eindrücke auf den Punkt: „Der Besuch in Buchenwald war ein unvergleichlich besonderes Ereignis.“

Bereits im April nahm der Jahrgang an dem von der Stadt Olpe organisierten Theaterprojekt „Ich wand’re durch Theresienstadt“ teil. Die musikalische Lesung in der Stadthalle Olpe erinnerte eindrucksvoll an das kulturelle Leben im Konzentrationslager Theresienstadt und machte Geschichte auf besondere Weise erlebbar.

Selbst ein Zeichen gesetzt

Im Juni folgte ein weiterer Höhepunkt: der Online-Besuch der tschechischen Zeitzeugin Michaela Vidláková, die als Kind das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte. Ihre persönlichen Erinnerungen berührten die Schülerinnen und Schüler tief und machten historische Ereignisse zu menschlichen Geschichten.

Zum Abschluss des Schuljahres setzten die Jugendlichen selbst ein Zeichen. Mit einer Kuchenaktion in der Schule sammelten sie 350 Euro, die sie je zur Hälfte an den Christlich-Jüdischen Verein Siegen und die Gedenkstätte Buchenwald spendeten. Das Schuljahr hat deutlich gemacht: Erinnerungskultur ist weit mehr als Geschichtsunterricht – sie ist ein Beitrag zur Bildung verantwortungsbewusster junger Menschen.

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