Naturnahes Arbeiten an der frischen Luft mit viel Herzblut

Beschäftigte der Werthmann-Werkstätten


Gemeinsam als Team schon viele Jahrzehnte ganzjährig im Einsatz: Sascha Ortmann, Christiane Timmer und Klaus Küper gehen ihrem Handwerk an der frischen Luft mit Herzblut nach. von Janine Clemens, Caritasverband Olpe
Gemeinsam als Team schon viele Jahrzehnte ganzjährig im Einsatz: Sascha Ortmann, Christiane Timmer und Klaus Küper gehen ihrem Handwerk an der frischen Luft mit Herzblut nach. © Janine Clemens, Caritasverband Olpe

Olpe. Die Begeisterung für die Arbeit im Freien verbindet sie – ebenso der persönliche Hintergrund mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung. Zusammen mit den sechs Beschäftigten steht Gruppenleiter Björn Stauer in den Startlöchern für den Frühling. „Ärmel hochkrempeln und los geht’s“, freut sich Klaus Küper. „Wir sind ein tolles, wind- und wettertaugliches Team, das sich aufeinander verlassen kann“, bekräftigt der 52-jährige, der seit zwölf Jahren zum Gala-Team der Olper Abteilung der Wertmann-Werkstätten gehört.


Es ist kurz nach acht Uhr an einem Werktag. „Jetzt starten wir“, freuen sich die Beschäftigten auf dem Hof in der Günsestraße. Nachdem der anstehende Tag mit Gruppenleiter Björn Stauer durchgesprochen ist, wird die Ausrüstung zusammengepackt und der Transporter beladen. Heute stehen Ast- und Baumschnittarbeiten an.

Berufspraktische Kenntnisse

Bevor es ab April an die Spielstätten im Freien geht, stehen Rückschnitt- und Pflegearbeiten bei ganz unterschiedlichen Kunden im Kreisgebiet an. Auftraggeber für die Garten- und Anlagenpflege der Werkstatt sind neben Kommunen und Städten auch viele gewerbliche Kunden und Privatleute. Unter Anleitung werden die Menschen mit Behinderung täglich auf die vielfältigsten Arbeitseinsätze vorbereitet und fachlich begleitet.

„Wir vermitteln viele berufspraktische Kenntnisse – ob in der Arbeit mit verschiedenen Pflanzen oder im Umgang mit Gartengeräten und Kleinmaschinen“, erklärt Björn Stauer. „Für Personen, die aufgrund ihrer Erkrankung eine Tätigkeit im Freien mit viel Bewegung ausüben können und wollen, schaffen wir hier tolle Möglichkeiten.“

Geschützte Umgebung

„Die Menschen bei uns im Team möchten arbeiten, erkennen auch den Mehrwert für sich, fühlen sich aber oftmals zu beeinträchtigt, um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein zu können“, erklärt Abteilungsleiter Achim Scheckel. „Hier bei uns finden sie eine geschützte Arbeitsumgebung, in welcher ihre Erkrankung akzeptiert wird und keinen Makel darstellt.“ Auch das mache für viele Beschäftigte die oftmals langjährige Tätigkeit in der Werkstatt aus.

„Unsere Leute erleben hier eine geordnete und verlässliche Tagesstruktur und erhalten viel Wertschätzung, die ihnen im Alltag oftmals verwehrt bleibt“, betont Achim Scheckel. Doch Krankheitsbild und Tagesform seien unberechenbar, „so dass es auch vorkommen kann, dass von den sechs Beschäftigten nur drei oder vier Personen ihren Arbeitstag antreten können.“ So wie an diesem Morgen.

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