Matthias Koch (Grüne): Mehr Raum und Lebensqualität für die Olper
LP-Serie: Fragen an die Kandidaten
- Olpe, 22.08.2020
Olpe. Im Rahmen der LokalPlus-Wahlberichterstattung stellen wir im Vorfeld der Kommunalwahl alle Kandidaten um das Bürgermeisteramt vor. Alle Bewerber haben einen Fragebogen mit identischen Fragen beantwortet. Heute kommt Matthias Koch, Kandidat der Olpe Grünen, zu Wort. Er möchte Olpe bis 2035 zur klimaneutralen Kommune führen.
Gerade im Hinblick auf steigende Infektionszahlen ist Haustürwahlkampf schwierig. Wir Grünen stehen bis zur Wahl jeden Samstag von 9 bis 13 Uhr auf dem Wochenmarkt in Olpe. Wir freuen uns auf Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern – mit Maske und unter Einhaltung der Hygienebedingungen.
Zusätzlich haben wir mehr Informationen über das Internet und die sozialen Medien verbreitet. Ich selber habe, gerade wegen des durch Corona eingeschränkten Wahlkampfes, die eigene Webseite www.matthias-koch-olpe.de erstellt. Hier können die Wählerinnen und Wähler, welche keine Möglichkeit des persönlichen Gespräches haben, mich und meine Ziele kennenlernen.
Besonders am Herzen liegen mir zwei Themen. Da ist mit Priorität der dringend notwendige Klimaschutz. Die Rahmenbedingungen hierfür werden in Europa, Bund und Land geschaffen, umgesetzt werden muss der Klimaschutz aber durch und in der Kommune.
Das zweite wichtige Thema ist bezahlbarer Wohnraum. Hierzu möchte ich den Bauträgern einen geschützten Rahmen zum Bau von Sozialwohnungen schaffen und deren zügigen Ausbau forcieren. Außerdem muss eine Senkung des Preises für erschlossene Baugrundstücke, z.B. durch kommunalen Zwischenerwerb und eine Anpassung der Bauleitplanung, erwirkt werden.
Klimaschutzpolitik ist in Olpe quasi nicht vorhanden. Man verwechselt ein paar Einzelmaßnahmen im Umweltschutz damit und beruft sich auf ein paar wenige, vor vielen Jahren erstellte Photovoltaikanlagen. Es sind keine Klimaschutzziele definiert. Klimaneutralität zur Abwendung der Klimakatastrophe muss mit der gesamten Kommune erreicht werden und betrifft nicht nur die Gebäude der öffentlichen Hand. Hier existiert ein großes Missverständnis.
Der Preis für Baugrund und Wohnraum in Olpe unterliegt weitgehend dem freien Wettbewerb und Investoren. Die Folge sind für Privatpersonen unerschwingliche Kosten für den Erwerb oder die Schaffung von Wohnraum sowie zu teure Mieten in der Kernstadt und auf den Dörfern.
Wen haben Sie als Vorbild (muss nicht nur politisch sein) und warum?
Klaus Bondam. Er hat als Bürgermeister die Stadt Kopenhagen von einer Auto- zur Fahrradstadt gemacht, und die Einwohner haben sich begeistert daran beteiligt. Die Stadt entwickelte sich durch sein Wirken zusammen mit dem Architekten Jan Gehl zu einer der lebenswertesten Städte. Eine Stadt mit mehr Raum und Lebensqualität für die Menschen, das ist mein Ziel auch für Olpe.
Warum fühlen Sie sich im Kreis Olpe zu Hause bzw. damit verbunden?
Ich bin in Olpe geboren und aufgewachsen. Meine Eltern haben uns Geschwistern die Liebe zu Olpe und seiner Umgebung mit viel Herz vermittelt. Mit Olpe fühle ich mich tief verwurzelt. Ich bin ein „Draußenmensch“ und schätze heute das Leben in unserer Kleinstadt nahe der Natur, den Wäldern und den Seen. Zu den kulturellen Oberzentren in der Nähe hätte ich gern eine bessere Anbindung durch den ÖPNV.
Zur Person:
Geburtsdatum: April 1962
Familienstand: verheiratet, vier erwachsene Töchter, zwei Enkelkinder
erlernte Berufe:
- Radio- und Fernsehtechniker
- Staatlich geprüfter Tauchlehrer
- Kaufmann und Ausbilder im Einzelhandel
- seit Sommer 2019 Mitglied von Bündnis 90/DieGRÜNEN
- zur Kommunalwahl 2020 NRW für Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Bürgermeisterkandidat, Kandidat im Wahlbezirk 09 (Rochusstr./Kortemicke), Listenplatz 2