„Kreisel sind Werbeobjekte statt Vorzeigeprojekte geworden“

Leserbrief zur Umgestaltung in Olpe


 von Symbol Grafik: Sophia Poggel
© Symbol Grafik: Sophia Poggel

Olpe. Zum Bericht „Zwei Kreisverkehre in Olpe werden wieder grün“ äußert sich Alice Holterhoff in einem Leserbrief. Als Imkerin und Mitglied der Grünen sieht sie die Umgestaltung äußerst kritisch. Holterhoff schreibt:


„Mit großer Bestürzung habe ich die Neugestaltung der beiden Kreisel am Bratzkopf beobachtet. Die üppige, naturnahe Pflanzenvielfalt wurde rigoros beseitigt. Entstanden ist nun ein stylischer Schaugarten, wie man ihn auf Hochglanzprospekten von GaLaBau-Unternehmen findet.
Was ist daran insektenfreundlich?
Und dann muss ich noch lesen, dass „bei der Auswahl der Bepflanzung ... die Bienen- und Insektenfreundlichkeit wichtig war“. Was bitte ist an kugelig geschnittenen Eiben, Hortensien, Gräsern und dem „Golfrasen“ insektenfreundlich? Mädesüß, Blutweiderich, Wiesenknopf, Karthäusernelke, Flockenblume, Schafgarbe, Pechnelke, Wiesenraute und Sternmiere sind heimische Pflanzen, die den Titel insektenfreundlich wirklich verdienen.

Etwa die Hälfte der Kreiselfläche auf der Bruchstraße ist mit einem Tuff- oder Bimssteingranulat abgestreut worden. Wieso? Der vielleicht erhoffte Wasserspeichereffekt dürfte im Vergleich zur enormen Hitzespeicherung dieses Gesteins wohl eher verpuffen. Ein weiterer Hotspot ist in der Innenstadt entstanden, den es eigentlich in den aktuellen heißen und trockenen Sommern zu verhindern gilt.
Warum nicht Anregungen geholt?
Dann wurden noch zwei Bäume gepflanzt, deren Bestimmung einige Schwierigkeiten bereitet, da die Blätter schon stark vertrocknet sind. Es darf zu hoffen sein, dass es sich dabei um Linden handelt. Es wäre wenigstens ein kleines Trostpflaster für die 24 gesunden und stattlichen Linden, die an der Imbergstraße gefällt wurden.

Die Neugestaltung der Kreisels hat die Stadt sicherlich einiges an Geld gekostet. Warum holt man sich nicht im Vorfeld Anregungen und Rat bei Imkern, die wirklich etwas von insektenernährenden Pflanzen verstehen? Die Kreisel hätten ein Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Artenschutz werden können. Nun sind sie Werbeobjekte für GaLaBau-Betriebe. Schade.“
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