Kinderpornografie-Prozess gegen Olper: „Das wird mir im Kopf bleiben“

Polizisten sagen bei zweitem Verhandlungstermin aus


  • Olpe, 13.08.2026
  • Verschiedenes , Blaulicht
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Das Landgericht in Siegen. von Nils Dinkel
Das Landgericht in Siegen. © Nils Dinkel

Olpe/Siegen. In dem Prozess um den Olper, dem vorgeworfen wird, kinderpornografisches Material erworben, hergestellt, besessen und verbreitet zu haben, haben am Donnerstag, 13. August, drei Polizisten am Landgericht Siegen ausgesagt.


Dem 55-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, in mehreren Fällen kinderpornografisches Material der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, besessen und hergestellt zu haben sowie auch jugendpornografisches Material besessen und abgerufen zu haben. Dafür habe er die seit 2024 abgeschaltete Darknet-Plattform „Alice in Wonderland“ genutzt. Insgesamt seien bei dem Angeklagten mehr als 90.000 kinderpornografische Dateien auf mehreren Speichermedien gefunden worden (LokalPlus berichtete).

Beim zweiten Verhandlungstermin haben am Donnerstag, 13. August, drei Polizisten vor der großen Strafkammer des Landgerichts Siegen ihre Aussagen gemacht und von den Ermittlungen in dem Fall berichtet.

Festnahme im Dezember 2025

Zuständig für die technische Überwachung des Angeklagten war ein Kriminalbeamter aus Hagen. Er habe das Online-Verhalten des Angeklagten überwacht, um Regelmäßigkeiten zu erkennen und herauszufinden, wann der Angeklagte online ist. Sobald der Angeklagte verdächtige Aktivitäten startete, wusste die Polizei darüber Bescheid. „Wir wollten die Person vor laufender Maschine kriegen“, so der Kriminalbeamte, was der Polizei auch im Dezember 2025 gelungen ist.

Im Anschluss an die Wohnungsdurchsuchung und Festnahme folgte die Sichtung und Bewertung des gefundenen Materials. Dabei habe man auch Fotos von nicht bekleideten Mädchen auf einem Boot gefunden. „Das war der erste Treffer“, erinnert sich der Kriminalbeamte. Da der Angeklagte Bilder bei „Alice im Wonderland“ hochgeladen hat (was er auch zugegeben hat), galt es herauszufinden, ob er diese Fotos auch selbst gemacht hat.

Das Landgericht in Siegen. von Landgericht Siegen
Das Landgericht in Siegen. © Landgericht Siegen

Die Kriminalhauptkommissarin und den Fall leitende Sachbearbeiterin berichtete, man habe anfangs „in alle Richtungen ermittelt“. Die Polizei sei Hinweisen nachgegangen, die sie zu einem Campingplatz in Österreich und anschließend in Kroatien führten. Dort sollen die selbstgemachten Fotos mit kinderpornografischen Inhalten im Rahmen eines Urlaubs des Angeklagten auf einem FKK-Campingplatz entstanden sein. Zu einem reellen Missbrauch, so sagte sie, sei es nicht gekommen.

Die leitende Sachbearbeiterin hat im Verlauf der Ermittlungen sowohl die Familie des Angeklagten, die Familien der Kinder, die auf den von dem Angeklagten gemachten Fotos zu sehen sind, als auch den Angeklagten selbst vernommen.

Bei der Vernehmung der Familie des Angeklagten und seinem privaten Umfeld habe sich dabei ein einheitlicher Tenor ergeben: Schock. Das Umfeld berichtete mehrheitlich, dass es ein gutes Verhältnis zu dem Angeklagten hatte und damit nicht gerechnet habe. In Olpe ist der Angeklagte bekannt, hatte u.a. eine tragende Rolle in einem Sportverein.

„Der Datenumfang hat mich überrascht”
— Kriminalbeamter

Als sie den Angeklagten zur Vernehmung in der JVA besuchte, habe der 55-Jährige einen sehr ruhigen Eindruck auf sie gemacht. Er habe vorbereitet gewirkt, sehr durchdacht geantwortet und sich sehr wortgewandt gezeigt. „Er hat gesagt, dass es ihm leid tue und er auf eine zweite Chance hofft“, so die Kriminalhauptkommissarin. Außerdem habe er seine Neigung als „Krankheit“ bezeichnet.

Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob der Fall Besonderheiten aufweisen würde, antwortet die leitende Sachbearbeiterin: „Das wird mir im Kopf bleiben, aufgrund der Masse und der öffentlichen Rolle des Angeklagten.“ Die Menge an Beweismitteln sei im Vergleich zu ähnlichen Fällen herausragend.

Ähnlich äußerte sich auch der Kriminalbeamte: „Der Datenumfang hat mich überrascht.“ Die Menge sei enorm gewesen. Der Angeklagte habe nahezu täglich mehrere Stunden im Darknet verbracht.

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