„Jüdisches Erbe“ wird sichtbar: Stolpersteine in Olpe

Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus


Ein Symbol der Gedenkkultur an das „Jüdische Erbe“ sind die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. von privat
Ein Symbol der Gedenkkultur an das „Jüdische Erbe“ sind die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. © privat

Olpe. Seit nun fast zwei Jahren erarbeitet eine Gruppe aus Bürgerinnen und Bürgern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der weiterführenden Schulen gemeinsam mit der Kreisstadt Olpe ein Konzept zum „Jüdischen Erbe“ in Olpe. Ziel ist es, das Jüdische Leben während der Zeit des Nationalsozialismus sichtbar zu machen, um mit einem mahnenden Blick auf den vergangenen und leider auch gegenwärtigen Antisemitismus aufmerksam zu machen.


Es sollen Orte der Erinnerung an die Opfer entstehen; kreative Projekte und Veranstaltungen werden das Gedenken an die Jüdinnen und Juden wie auch allen anderen Opfern des Nationalsozialismus lebendig halten.

Ein markantes und inzwischen globales Symbol der Gedenkkultur sind die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig, 1947 in Berlin geboren. Am Dienstag, 10. Februar, präsentiert Gunter Demnig sein Projekt um 18 Uhr in der Stadthalle Olpe persönlich.

Nach dem Studium der Kunstpädagogik in Berlin, dem einige Aufbaustudien folgten, begann Demnig schon Ende der 1960er Jahre mit sozial- und politkritischen Kunstwerken im Öffentlichen Raum. Das Konzept der Stolpersteine präsentierte er 1993.

Mehr als 100.000 Stolpersteine

Bis heute wurden mehr als 100.000 Stolpersteine verlegt. Für seine Verdienste um das Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur wurde Demnig das Bundesverdienstkreuz verliehen, wie auch zahlreiche weitere Auszeichnungen. Anhand der Forschungen von Gretel Kemper und anderen wurden vier Stellen festgelegt, an denen erste Stolpersteine in Olpe verlegt werden sollen.

Diese erinnern an die jüdischen, einst hoch angesehenen Familien Lenneberg und Emanuel, die von Nationalsozialisten gedemütigt, beraubt und vertrieben wurden: Julius, Berta, Herta, Ludwig, Hans-Albert und Ilse-Sonja Emanuel, Isaac, Hermann, Mathilde, Hanna „Hannele“, Julius, Gisela und Hans-Hugo Lenneberg. Außerdem Maria Emilie „Mia“ Bonzel, eine katholische Olperin, die wegen ihrer Heirat mit einem Juden im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück ermordet wurde.

„Wir laden alle ein, denen das Entgegenwirken gegen das Vergessen der Opfer des Nationalsozialismus am Herzen liegt, den Vortrag zu besuchen. Es ist uns eine Ehre, Herrn Demnig persönlich begrüßen und am Folgetag die Stolpersteinverlegung begleiten zu dürfen.“, freuen sich Dr. Stephan Schlösser, Dr. Gerd Reichenbach und Bert Kaufmann sichtlich auf die besondere Veranstaltung.

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