„Initiative Olpe – gemeinsam in die Schule“ startet Petition an den Landtag

400 Unterschriften nach einem Tag


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Das Anliegen lautet: Alle Kinder sollten weltoffen und gleichberechtigt aufwachsen.  von privat
Das Anliegen lautet: Alle Kinder sollten weltoffen und gleichberechtigt aufwachsen. © privat

Olpe. Die Verantwortlichen der „Initiative Olpe – gemeinsam in die Schule“ haben einiges erreicht und sich mit ihrer Petition an die Stadt Olpe Gehör verschafft. Jetzt ist der nächste Schritt eingeleitet: Eine weitere Petition – an den Landtag NRW - ist gestartet.


Die Verantwortlichen haben damit auf das Empfehlungsschreiben des Petitionsausschusses reagiert, das in der vergangenen Woche eintraf, Kontakt zur Stadt Olpe bezüglich weiterer Gespräche aufgenommen und eine landesweite Petition gestartet. Dazu hat sich die Olper Initiative mit Max Ehlers (Bonn, Initiatve: Kurze Beine, kurze Wege) verbündet.

Ziel ist es, dass ihr Anliegen, katholische Bekenntnisgrundschulen abzuschaffen, auch im Landtag besprochen wird. Hintergrund ist, dass auch andere Grundschulen im ganzen Land betroffen sind. Bekenntnisgrundschulen sind mittlerweile nur noch in der nordrhein-westfälischen Verfassung und in Teilen Niedersachsens verankert.

„Sind froh, den Schritt gewagt zu haben“

Vor zehn Jahren wurde die Thematik bereits im Landtag besprochen, ohne Erfolg. Die Petition ruft Menschen in ganz NRW auf den Plan. Die Vorgabe, wann ein Thema im Landtag besprochen werden muss, liegt bei 29.000 Unterzeichnern. Nach einem Tag waren es bereits 400.

Betül Isiklar, eine der Initiatoren der Initiative und der Petition „Nein! Zu religiöser Ausgrenzung bei Schulanfängern in Olpe“, ist optimistisch: „Rückblickend können wir sagen, dass wir froh sind, den Schritt gewagt zu haben und dass die Problematik in Olpe in der Politik, im Privaten und in den Kindergärten diskutiert wird.

Betül Isiklar und ihre Mitstreiterinnen haben viel erreicht.  von privat
Betül Isiklar und ihre Mitstreiterinnen haben viel erreicht.  © privat

Wir sind der Überzeugung, dass alle Kinder weltoffen und gleichberechtigt aufwachsen sollten. Das ist auch in weiteren Kommunen in NRW ein Thema. In Olpe ist das Verhältnis der Bekenntnisgrundschulen zu Gemeinschaftsgrundschulen 4:1, in Köln liegt es bei 30:5.“

Trotz Petition an den Landtag wollen die Verantwortlichen in Olpe ihren Weg weitergehen und hoffen, es wenigstens zu erreichen, dass eine Schule umgewandelt wird.

„Es wäre viel schöner und angenehmer wenn man sagen könnte: Bekenntnisgrundschulen gibt es hier nicht mehr“, so Betül Isiklar, die hervorhebt, dass man versuche, das ganze landesweit im Kern zu verändern.

Selektierung aus religiösen Gründen vermeiden

Zur landesweiten Petition wurden die Initiatoren der „Initiative Olpe – gemeinsam in die Schule“, bei ihrem Gesprächstermin beim Petitionsausschuss animiert. Den Termin nahmen sie gemeinsam mit Vertretern der Stadt, Matthias Koch (Bündnis 90/Die Grünen), zwei Vertretern des Bildungsministeriums und zwei Vertretern des Petitionsausschusses wahr.

Sigrid Beer vom Petitionsausschuss regte an, dass in Olpe die weitere Vorgehensweise sein könne, in den letzten beiden Kindergartenjahren eine Abfrage in den Kindergärten zu machen, um besser planen zu können und Selektierungen aus religiösen Gründen zu vermeiden. Der Petitionsausschuss empfiehlt ferner eine Infoveranstaltung und mehr Aufklärung über konfessionsgebundene Grundschulen.

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