Günstige Mietwohnungen: So ist der aktuelle Stand auf der Olper Hütte

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  • Olpe, 31.03.2023
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  • Von Wolfgang Schneider
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Das städtische Grundstück auf der Olper Hütte (ockerfarbig markiert) soll mit Wohnhäusern bebaut werden. von Geoportal Kreis Olpe
Das städtische Grundstück auf der Olper Hütte (ockerfarbig markiert) soll mit Wohnhäusern bebaut werden. © Geoportal Kreis Olpe

Olpe. Wie geht es weiter im geplanten Quartier Olper Hütte? Diese Frage beschäftigte am Mittwochabend, 29. März, die Olper Stadtverordnetenversammlung. Immobilienentwickler und Investor Christof Gerhard informierte über seine ehemaligen Pläne für die Industriebrache und Vorstandsmitglieder der von Stadt, Sparkasse und der Firma Pyramis gegründeten Genossenschaft Olper Hütte stellten ihre Planungen vor.


Christof Gerhard ist seit 2012 auf dem Gelände der Olper Hütte aktiv und hat dort das „Silikon Valley“ von Olpe geschaffen. „Wir haben gute Firmen dort angesiedelt und das Stadtbild attraktiver gemacht“, stellte er sein Licht nicht unter den Scheffel.

Auf dem Gelände der ehemaligen Firma GTO (Gusstechnik Olpe), das 2019/2020 zum Teil die Familie Gerhard und zum Teil die Stadt Olpe gekauft haben, hatte Gerhard Großes vor und wollte 15 Millionen Euro investieren. Er plante, beide Grundstücke zu bebauen und dort sechs Mehrfamilienhäuser, Altenwohnungen, Betreutes Wohnen, eine Kita und ein Café zu errichten.

Grundstückstausch war angedacht

Diese Pläne platzten im Juni 2022, weil die Stadt sich nicht für die angedachte Konzeptvergabe ihres Grundstücks entschied, sondern sich stattdessen für die Genossenschaftslösung entschied, weil diese schneller umzusetzen war.

Die Genossenschaft plant jetzt den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen auf dem (ehemals) städtischen 8.600-qm-Grundstück. Um das optimal nutzen zu können und vor allem eine zusätzliche Zufahrt auf die Martinstraße zu vermeiden, war zwischen Genossenschaft und Familie Gerhard ein Grundstückstausch von fast gleich großen Flächen angedacht.

„Wer würde so etwas machen?“

Der sei wegen völlig unterschiedlicher Preisvorstellungen nicht zustande gekommen, berichtete Gerhard. „Ich wollte 1.080 gegen 1.081 Quadratmeter tauschen. Da kam der Gegenvorschlag, wir sollten unsere 1.081 Quadratmeter kostenlos an die Genossenschaft übertragen und für deren 1.080 Quadratmeter 400 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Wer würde so etwas machen?“, berichtete Gerhard.

Der geplatzte Tausch hat zur Folge, dass die Genossenschaft das Grundstück nicht über die vorhandene Gerhard-Einfahrt erschießen kann, sondern eine weitere Zufahrt schaffen muss. Konsequenz: höhere Kosten und weniger Platz für Wohnungen. Eine Situation, die sich vielleicht noch ändern lässt. „Für uns sind die Türen noch nicht zu. Wir sind nach wie vor gesprächsbereit“, so Christof Gerhard.

Gemeinsame Zufahrt wünschenswert

„Eine gemeinsame Zufahrt wäre wünschenswert“, fand auch Bürgermeister Peter Weber. „Ich fühle mich mit der jetzigen Situation nicht wohl. Es wäre schön, wenn beide Seiten einen Kompromiss finden“, sagte Johannes Truttmann (SPD).

Auf dem städtischen Grundstück sollen nach der aktuellen Vorplanung der Genossenschaft zwei Mehrfamilienhäuser mit neun bzw. zwölf Wohneinheiten, sieben Reihenhäuser und vier Doppelhaushälften entstehen. Das Gelände soll im hinteren Bereich zum Olpebach hin um ein bis zwei Meter angefüllt werden, um es barrierefrei gestalten zu können.

Hohe Wohnqualität

„Wir haben ordentliche Freibereiche geplant, um die Wohnqualität zu erhöhen, denn wir möchten qualitätsvollen, preisgünstigen Wohnraum schaffen“, so Arne Bubenheim, Vorstand der Genossenschaft. Ein Sozialwohnungs-Flair solle unbedingt vermieden werden.

Dass das Projekt noch in einem frühen Stadium ist und es noch keine gesicherten Zahlen zu Kosten und Finanzierung gibt, machte Bürgermeister Peter Weber deutlich: „Wir zeigen nur den Sachstand auf. Wir haben noch keine Kalkulation, keine genaue Planung und keine Förderzusage.

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