Gebetszettel zur Osterkommunion: Hesse und Steiling mussten nochmal ran
Katholische Kirche Olpe
- Olpe, 31.03.2021
- Kultur
Olpe. Die Gebetszettel zur Osterkommunion haben in Olpe Tradition. In jedem Jahr, häufig aktuellen Ereignissen geschuldet, wird ein neuer Gebetszettel aufgelegt. Eigentlich waren Pfarrer Clemens Steiling und Kirchenvorsteher Wolfgang Hesse davon ausgegangen, dass im vergangenen Jahr zum letzten Mal ein Gebetszettel als gemeinsame Arbeit entstehen würde. Aber durch die Verschiebung der Besetzung der Pfarrerstelle mussten beide nochmal ran.

Die Herangehensweise verlief traditionell. Die Prachtmonstranz in der St.-Martinus-Kirche aus dem Jahr 1913 wurde aus dem Tresor geholt. Unter dem Schaugefäß und oberhalb des Fußes ist ein Medaillon eingearbeitet, das der Öffentlichkeit noch nie gezeigt wurde.

Es handelt sich um ein Bild der heiligen Agatha. In der von der Corona-Pandemie geprägten Zeit ein passendes Motiv, da Agatha sonst als Schutzpatronin angerufen wird zur Hilfe gegen Feuer, Krieg und Katastrophen.

Die Gebetszettel dienten ursprünglich dazu, die Zahl der Menschen zu ermitteln, die zum Fest die Kommunion empfingen. Diese statistische Funktion haben die Zettel längst verloren. Das älteste Exemplar in der Sammlung, die Steiling und Hesse zusammentrugen, stammt aus dem Jahr 1912. Bis zum Ende der 50er-Jahre dienten die meist vierseitigen Drucke dem Pfarrer dazu, aktuelle kirchliche Anliegen aufzugreifen.
Die meisten Bilder waren keine Aufreger. Doch das Motiv von 2015, ein Hungertuch des Hilfswerks Misereor, sorgte für Diskussionsstoff. Der Bildausschnitt hatte die Überschrift „Gott begegnen im Fremden“ und zeigte die Themen Flucht und Vertreibung.

„Die Gebetszettel sind Miniaturen des christlichen Glaubens“, so Pfarrer Steiling. „Sie sind kleine, aber wirkungsvolle Mittel, eine lebendige Volksfrömmigkeit zu unterstützen, ohne in Kitsch und Belanglosigkeit abzugleiten.“ Beide Protagonisten des Osterbildes wollen eine Mini-Ausstellung mit den Osterzetteln zusammenstellen und in der Kirche präsentieren.
Da am Osterfest Gottesdienste nur sehr eingeschränkt stattfinden, liegen die Osterzettel in allen Kirchen und Kapellen in Olpe aus. Sie laden ein zu Gebet und Betrachtung und sollen ein wenig Hoffnung auf bessere Zeiten vermitteln.
