Freizeitbad Olpe: Jeder Besucher sorgt für 10,93 Euro Defizit

2,2 Millionen Euro Minus im vergangenen Jahr


  • Olpe, 08.09.2022
  • Verschiedenes
  • Von Wolfgang Schneider
    Profilfoto Wolfgang Schneider

    Wolfgang Schneider

    Redaktion


    E-Mail schreiben
Topnews
Das Freizeitbad in Olpe. von Nils Dinkel
Das Freizeitbad in Olpe. © Nils Dinkel

Olpe. Das Olper Freizeitbad hat im vergangenen Jahr ein Minus von 2,22 Millionen Euro gemacht. Damit ist das Defizit gegenüber dem Jahr 2020 um ca. 300.000 Euro gestiegen. Grund sind die langen Schließungszeiten des Bades während der Corona-Pandemie. Das berichtete der Geschäftsführer der Olper Bäderbetriebe, Ingo Ehrhardt, am Mittwoch, 7. September, in der Sitzung des Olper Stadtrates.


Die Corona-Einschränkungen haben die Zahl der Bad- und Saunagäste sinken lassen – vom „Allzeithoch“ von knapp 275.000 Besucher im Jahr 2019 über 130.000 in 2020 auf 120.500 im vergangenen Jahr. Die finanzielle Lage des Freizeitbades hat sich dadurch deutlich verschlechtert.

„Die Aufwandsdeckung lag vor Corona noch bei fast 50 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie nur noch bei 28,76 Prozent. Das ist eine alarmierende Größe“, so Ehrhardt – und nannte anschauliche Zahlen: Sorgte jeder zahlende Besucher 2019 für einen Verlust von (nur) 4,53 Euro, bescherte jeder Gast im vergangenen Jahr den Bäderbetrieben ein Minus von 10,93 Euro. Ehrhardt: „Das Bad ist und bleibt ein Zuschussgeschäft.“

In diesem Jahr sei man auf einem guten Weg gewesen, die wirtschaftliche Situation wieder zu verbessern, doch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges in Form von enorm steigenden Energiekosten hätten die Hoffnungen zunichte gemacht. Deshalb sei man zu Sparmaßnahmen gezwungen.

So wurde das Freibad am 21. August vorzeitig geschlossen. Die Nackenduschen und Bodensprudler im Bad sind bereits abgestellt, eine Abdeckung für das Solebecken im Außenbereich wird in Kürze montiert. Zudem überlegt man, das Solebecken im Winter ganz zu schließen. Eine weitere Sparmaßnahmen ist die Senkung der Wassertemperatur.

Mit einer gewissen Sorge blickt Ingo Ehrhardt dem Winter entgegen. Falls es zur Ausrufung der Stufe 3 des Notfallplans Gas komme, habe das direkt Auswirkungen auf den Betrieb des Freizeitbades: „Bevor Firmen wie Viega oder Schell vom Netz genommen werden, wäre das Freizeitbad dran.“

Artikel teilen: