Emotionale Momente beim Abschiedskonzert von Christoph Scheppe
Musikverein Rehringhausen in der Biggeseehalle
- Olpe, 26.03.2023
- Kultur
- Von Nicole Voss
Sondern. Es ist das gewohnte Bild: Mit seinem verschmitzten Lächeln und seiner lockeren Art lässt Christoph Scheppe als Dirigent des Musikvereins Rehringhausen die Instrumente der Musiker buchstäblich tanzen. Offiziell zum letzten Mal. Das Konzert am Samstag, 25. März, in der Biggeseehalle Sondern ist sein Abschiedskonzert als Dirigent.

Das Konzertmotto, das mehr als 400 Besucher begeistert, ist sorgfältig gewählt. Der Name „Zugabe“ passt. Christoph Scheppe, der nach 16 Jahren als musikalischer Leiter abdanken möchte, verlängert so lange, bis ein passender Nachfolger gefunden ist. Erst dann möchte er zu seinen Wurzeln zurück kehren und das Orchester als Flügelhornist verstärken.





Das Konzertprogramm ist zusammengestellt aus den Stücken, die die Rehringhauser Musiker bei den Konzerten der vergangenen 16 Jahren, unter Leitung von Christoph Scheppe, zum Besten gaben. Quasi eine Auswahl der Lieblingsstücke, die garniert ist von einer besonderen Art der Moderation. Verschiedene Musiker aus den unterschiedlichen Registern kommen zu Wort, informieren, erheitern und bringen so eine individuelle Note in den wunderbaren Abend.
Beispiel gefällig? Das Klarinettenregister stellt „Lord Tullamore“ vor. Der Ort in Irland hat sogar einiges mit Rehringhausen gemeinsam, wie auf der Leinwand zu sehen ist: Die grünen Wiesen und die Adeligen. 2017 war Christoph Scheppe als Schützenkönig einer davon.

Das Stück scheint dem scheidenden Dirigenten besondere Freude zu bereiten. Er macht den Eindruck, als würde er gleich ein Tänzchen aufs Bühnenparkett legen - so schwungvoll dirigiert er das schön anzuhörende Stück. Ein weiterer Klassiker hiesiger Konzertprogramme „Moment for Morricone“ ist so wunderbar intoniert, dass man die Pferde galoppieren hören, den Mundharmonika-Sound genießen und sich beim Trommelwirbel zurück lehnen kann.
Die Flügelhornisten um den Vorsitzenden Thomas Nöker müssen sich bei der Anmoderation der „Symphonie Nr.1 – „The Lord of the Rings V. - Hobbits“ den Fragen des Nachwuchses Jonas und Elias stellen. Klappt bedingt, aber der Vortrag ist ein Hörgenuss und wird ebenfalls mit lang anhaltendem Beifall und Zugabe-Rufen belohnt.
In der wohlverdienten Pause mischen sich die Musiker unters Publikum und genießen so manches Lob der begeisterten Konzertbesucher. Christoph Scheppe freut sich über das ausverkaufte Haus und dass unter den Gästen auch Abordnungen von Schützenvereinen dabei sind, bei denen der Musikverein Rehringhausen in der Vergangenheit die Hochfeste musikalisch gestaltete. Er beteuert im Gespräch mit LokalPlus, den Taktstock mit einem lachenden und weinenden Auge weiter zu reichen. „Ich freue mich darauf, wieder Musik zu machen. Das ist ein tolles Orchester“, so Christoph Scheppe.
Bei den fünf Stücken der zweiten Konzerthälfte, die mit dem „Graf Zeppelin-Marsch“ beginnt, gibt es eine besondere Überraschung. Christopher Scheppe dankt den Familien der Musiker für ihre Geduld, als hinter ihm der Schriftzug „Thank you“ zu lesen ist.

Als besonderes Stück, das auf den Programmzetteln nicht auftaucht, spielt das Orchester – insbesondere für Vroni Scheppe – den ersten großen Erfolg der Kelly Family: „Who’ll come with me“. Auf der Leinwand sind die Familienfotos der Orchestermitglieder zu sehen und emotionale Momente vorprogrammiert.
Zu den weiteren Highlights zählen „Olpes Gloria“ und der „TV-Kultabend“. Ein kurzweiliges Programm, das dem Publikum außerordentlich gefällt. Denn eins steht für Christoph Scheppe fest: „Ein Konzertprogramm muss den Gästen und den Musikern gefallen“ - und das tat es, wie der Schlussapplaus einmal mehr untermalt.
Am Ende gibt es lobende Worte und ein Präsent für den Dirigenten, der immer mit Leidenschaft und Herzblut bei der Sache ist.
