Eine Schwester macht Radio: Katharina Hartleib vertont ihren Glauben
1.000 Folgen begeistern die Hörer
- Olpe, 26.02.2026
- Verschiedenes
- Von Jana Becker
Olpe. Es ist eine warme und freundliche Stimme am Mikrofon. Sie gehört zu Schwester Katharina Hartleib. Offen und ehrlich erzählt sie von sich, ihrem Leben und dem, was sie bewegt. Eins wird sofort klar: Schwester Katharina Hartleib hat viel zu erzählen und das tut sie auch gerne. Nicht nur im Gespräch mit LokalPlus, sondern auch in ihren fast täglichen Morgenimpulsen im Domradio.

Im Domradio ist die Schwester des Franziskanerordens seit 2018 zu hören. Ursprünglich sollte sie nur vier Wochen für das Radio sprechen, doch nun lief am 13. Februar ihre 1.000 Folge. „Dass das so lange geht, hätte ich nicht gedacht!“, lacht Schwester Katharina Hartleib.
Aufgewachsen ist sie in einem kleinen katholischen Dorf in Thüringen. Dort habe sie viele Schwestern und ihr Wirken erlebt. „Alle konnten zu ihnen gehen, für alle Dorfbewohner waren sie Ansprechpartner. Da habe ich mir gedacht: Ja, das ist was für mich. Das will ich auch sein!“

Und so tritt sie im Oktober 1981 im Alter von 23 Jahren der Ordensgemeinschaft bei und zieht 2009 nach Olpe. Hier lebt sie im Konvent San Damiano, ein „Kloster auf Zeit“. Frauen, die an dem Ordensleben interessiert sind, können hier ein paar Tage lang das Klosterleben kennenlernen.
Außerdem ist sie ehrenamtlich für die Gemeinde tätig, ist Mitglied der Provinzleitung der deutschen Ordensprovinz, kümmert sich um die Internetseite und plant Veranstaltungen. Es gibt also viel zu tun, langweilig wird es nicht.
Trotzdem ist sie nicht abgeneigt, als das Kölner Domradio sie 2018 fragt, ob sie bereit wäre, vier Wochen lang christliche Impulse im Advent zu halten. Aber, dabei bleibt es nicht. Denn Katharina schafft es, die Domradio-Hörer in dieser kurzen Zeit so zu fesseln, dass die sich beim Radio vermehrt dafür aussprechen, die Schwester aus Olpe weiter zu hören.
Nun kann man die Olperin montags bis freitags um 6.15 Uhr im Radio und anschließend auf Spotify, der Radio-Website und YouTube hören. Die Impulse schreibt sie selbst am Computer, so wie sie sie auch sprechen würde. Bevor sie das tut, lässt sie den Text ein paar Stunden liegen. Wenn sie dann immer noch mit ihrem Werk zufrieden ist, schickt sie den Impuls per Sprachnachricht ans Domradio-Team.
„Ich möchte den Alltag und das Christsein, die frohe Botschaft Gottes, miteinander verbinden und für die Hörer sichtbar machen“, erklärt Schwester Katharina Hartleib ihre Motivation.
„Ich möchte den Alltag und das Christsein, die frohe Botschaft Gottes, miteinander verbinden und für die Hörer sichtbar machen”
Inspiriert wird sie von ganz alltäglichen Dingen: „Manchmal lese was in der Bibel und überlege mir dann eine passende Alltagssituation. Manchmal ist es genau andersherum und ich lasse mich von Gesprächen, Gedanken oder Nachrichten inspirieren und verbinde die dann mit meinem Glauben“, erzählt die 67-Jährige. „Ich glaube, dass es vielen Menschen so geht, dass sie etwas hören und dann eine Einordnung brauchen.“
Für ihre Impulse erreicht Katharina sehr viel positives Feedback. Nicht nur aus ihrem direkten Umfeld, sondern auch über das Domradio oder per E-Mail erreichen sie Nachrichten. „Das ist so viel, das kann ich gar nicht alles beantworten!“
Ein älteres Pärchen ist ihr jedoch in Erinnerung geblieben. Das hat Katharina in einer E-Mail geschildert, dass sie jeden Morgen gemeinsam vor dem Frühstück ihren Impuls hören. „Das fand ich wirklich sehr schön!“
Das Sprechen mache ihr mittlerweile keine Schwierigkeiten mehr. Die Nervosität habe sich auch gelegt, vor allem weil Versprecher sich schnell korrigieren lassen. Schwierig sei es eher, wenn sie mal keine Idee habe, erzählt Schwester Katharina nach kurzem Überlegen. „Dann werde ich nervös“, gesteht sie.

Ihre Lösung? „Oft gehe ich dann in die Kapelle und spreche zu Gott. Ich frage ihn nach einer Idee, denn schließlich ist es seine Botschaft, die ich verbreite. Oder ich koche, dabei fällt mir auch immer etwas ein.“
Wie viele Folgen es noch geben wird, könne Schwester Katharina Hartleib nicht sagen. „Noch habe ich nicht das Gefühl, dass ich keine Lust mehr habe. Solange das so ist, mache ich es auch weiterhin.“
Hier geht's zu den Morgenimpulsen von Schwester Katharina Hartleib.
