DIHVA in Olpe: Projekt gegen Hausärztemangel auf dem Land
Gesundheitsminister Laumann zu Besuch
- Olpe, 21.01.2026
- Gesundheit & Medizin
Olpe. In zehn Jahren werden in 40 Prozent aller deutschen Kreise Hausarztpraxen fehlen, so eine Studie der Robert-Bosch-Stiftung. Mit dem Projekt „DIHVA – Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz“ wollen die Techniker Krankenkasse (TK) und das Digitale Facharzt- und Gesundheitszentrum (DFGZ) in Olpe die medizinische Versorgung stärken. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich das Projekt am Mittwoch, 21. Januar, vor Ort angesehen.



„Mit der DIHVA können wir medizinische Hilfe in ländlichen Regionen sichern. Dabei greifen innovative Technologie und die menschliche Unterstützung durch eine hausärztliche Assistenz bestmöglich ineinander. Gleichzeitig werden so die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt“, sagte Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung NRW. Die TK plane schon jetzt mit weiteren Standorten im Bundesgebiet.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärte: „Gerade im ländlichen Raum werden weitere Allgemeinmediziner dringend benötigt. Mit der Landarztquote, zusätzlichen Medizinstudienplätzen und dem Hausarztaktionsprogramm haben wir Instrumente geschaffen, um die wohnortnahe ärztliche Versorgung . Mindestens genauso wichtig ist es, dass aus der Praxis selbst innovative Versorgungsmöglichkeiten erprobt werden. Das DIHVA-Projekt zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in der Fläche sicherzustellen.“
Die digitale Hausarzt-Assistenz arbeitet quasi als mobile Außenstelle der Hausarztpraxis, wobei auch Alters- oder Pflegeheime zukünftig Einsatzorte für eine DIHVA sein können. Zentraler Aspekt ist die Integration von digitalen KI-basierten Systemen, die den diagnostischen Prozess unterstützen. Diese Untersuchungstools analysieren die Beschwerden der Patienten und leiten die Assistenten durch die notwendigen Untersuchungen.

Für Stefan Spieren, Hausarzt in Hünsborn und einer der Initiatoren des Konzepts, ist entscheidend, „dass die DIHVA nicht den Arzt oder die Ärztin ersetzt, sondern deren Arbeit ergänzt und bestmöglich vorbereitet. Mehr als 50 diagnostische Werte können von der DIHVA erfasst werden. Durch diese Vorarbeit kann ich mich als Arzt auf die Diagnose und Therapie konzentrieren. Dies verkürzt nicht nur die Wartezeiten für Patienten, sondern verbessert auch die Effizienz der gesamten Versorgungskette.“
„Die Ausbildung zur DIHVA ist ein Paradebeispiel für einen pragmatischen Ansatz“, ergänzt Alexander Baasner, zweiter DIHVA-Initiator und Forschungsleiter.

Das Konzept
- schnell verfügbare Fachkräfte, die in unter vier Monaten vollständig ausgebildet werden können
- ein standardisiertes Set an Diagnostik-Hardware und Software, welches bei Bedarf auch mobil eingesetzt werden kann
- einfache Online-Terminbuchung für alle Patienten vor Ort
- Voruntersuchungen ohne lange Wartezeiten und Fahrtwege durch wohnortnahe Installation von DIHVAs
- Anbindung von regional ansässigen Hausärzten für eine effiziente, zeitsparende, asynchrone Befundung der Patienten
