CSD in Olpe mit großer Demo als Abschluss eines bunten Wochenendes
250 Menschen demonstrieren friedlich für Vielfalt, Frieden und Demokratie
- Olpe, 14.07.2024
- Verschiedenes
- Von Miriam Walkenbach
Olpe. „Bunt statt Braun“ – unter diesem Motto hat der Christopher Street Day Verein CSD Olpe e. V. zum vierten Mal nach seiner Gründung Ende 2020 zu einer Demonstration mit anschließender Kundgebung und Feier auf dem Marktplatz eingeladen. Nach der Auftaktparty am Freitag, 12. Juli, und der Veranstaltung Queeres Kino am Samstag, 13. Juli, war das der Höhepunkt des Wochenendes im Zeichen von Vielfalt, Frieden und Demokratie.

Ab Mittag sammelten sich rund 250 Teilnehmender des Demonstrationszuges, um vom Parkplatz des Dornseifer-Marktes durch die Olper Innenstadt zum Marktplatz zu laufen. Die Stimmung war ausgesprochen fröhlich und die gesamte Veranstaltung verlief friedlich. Auf dem Marktplatz erwarteten die Besucher zahlreiche Infostände und ein buntes Bühnenprogramm, auch kulinarisch waren alle bestens versorgt.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Lars Dietz vom CSD Olpe übernahm pünktlich um 14 Uhr Björn Jarosz, Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem und diesjähriger Schirmherr des CSD Olpe, das Mikrofon. Er freute sich, dass so viele Menschen trotz vieler Parallelveranstaltungen wie Schützenfesten den Weg nach Olpe gefunden hatten, um ein Zeichen zu setzen für Demokratie und Gleichheit.
Die Gemeinde Kirchhundem hatte sich im Vorfeld bereits an den „Wochen gegen Rassismus“ beteiligt und die Regenbogenfahne am Rathaus gehisst als Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung und für die Vielfalt von unterschiedlichen Lebensformen. Jarosz zitierte Nelson Mandela, um die Botschaft auf den Punkt zu bringen: „Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt.“ Und er forderte die Zuhörer auf: „Stehen wir auf – für ein buntes menschliches Miteinander!“
Lars Dietz fasste anschließend die wichtigsten Beweggründe der Veranstaltung zusammen: Vielfalt, Frieden, Demokratie. „Hass und Diskriminierung haben bei uns keinen Platz“, so Dietz, „und Demokratie lebt von allen - jede Stimme zählt!“ Die Veranstalter wollten ein Zeichen setzen für eine offene und friedliche Gesellschaft, die sich gegen Hass und Ausgrenzung stellt.

Moderator Vadim stellte klar, dass in den vergangenen Jahrzehnten schon viel passiert sei wie etwa die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare oder die Abschaffung des §175 StGB, der besagte, dass Homosexualität bis zum Jahr 1994 in Deutschland strafbar war.
Seine Forderung an die Gesellschaft war eindeutig: „Wir wollen genauso behandelt werden wie CIS-hetero Menschen – nicht mehr, aber auch nicht weniger“. Diese Forderung nach Gleichbehandlung unterstrich Vadim mit einem abgewandelten Zitat der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer: „Es gibt kein muslimisches, europäische oder heterosexuelles Blut.“

Die Infostände von Parteien wie Grüne, FDP und SPD sowie zahlreiche Organisationen wie Verband Queere Vielfalt, Puppy&Friends NRW, Olpe gegen Rechts, Queere Initiative Siegen andersroom, Anders&Gleich ISBTIQ Nrw, Mehr als Queer, Fridays for Future, Pride24.de, DRK, Checkpoint für sexuelle Gesundheit und der CSD Olpe e.V. luden zu Gesprächen ein und waren gut besucht.

Neben Redebeiträgen waren viele weitere musikalische Acts auf der Bühne zu sehen und zu hören: MKSM, die Sängerin Clementine Charpontier, Gina Glamour & Alice Poison und Kulturschock. Moderiert wurde das Bühnenprogramm von Alice Poison und Vadim.
Der CSD Olpe ist Ansprechpartner für den gesamten Kreis Olpe, es waren aber auch viele Besucher aus ganz Deutschland zu Gast, wie Stephan Meyer, stellvertretender Landesvorsitzender der FDP von LISL (Liberale Schwule und Lesben), der aus Düsseldorf angereist war und sich mit seinem Team auf politischer Ebene dafür einsetzt, queere Rechte vor allem im ländlichen Raum zu unterstützen.
Der Kreis Olpe ist bunt, nicht braun. Das hat diese Veranstaltung einmal mehr gezeigt.
