„Colin hilft Paul“: 10.000-Euro-Spende dank Quietsche-Entchen

Colin Rimbach im Olper Haus der Kinderhospizarbeit


Melanie Zeppenfeld, stellvertretende Leitung des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, Colin Rimbach und Petra Kiwitt, Geschäftsführerin des DKHV (von links). von Deutscher Kinderhospizverein e.V.
Melanie Zeppenfeld, stellvertretende Leitung des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, Colin Rimbach und Petra Kiwitt, Geschäftsführerin des DKHV (von links). © Deutscher Kinderhospizverein e.V.

Olpe. Dass ein damals neunjähriger Junge beschließt, anderen Kindern, die lebensverkürzend erkrankt sind, zu helfen, ist allein schon etwas Besonderes. Seine Idee: Er verkauft mit der Aktion „Colin hilft Paul“ kunterbunte Quietsche- und Badeentchen und spendet die Erlöse an den Deutschen Kinderhospizverein (DKHV). Mittlerweile ist Colin 18 Jahre alt. Kürzlich stattete er dem Haus der Kinderhospizarbeit seinen vorerst letzten Besuch ab – mit einem Spendenscheck über unfassbare 10.000 Euro im Gepäck.


„Sowohl für mich privat als auch für die Welt standen in den letzten Jahren viele Veränderungen an“, erzählt Colin Rimbach aus Ludwigsau in Hessen bei seinem Besuch im Haus der Kinderhospizarbeit. „Ich habe den Führerschein gemacht, besuche die gymnasiale Oberstufe, suche meinen Weg ins Erwachsensein. Zeitgleich halten die Corona-Pandemie, die Ukraine-Krieg und die Inflation die Welt in Atem“.

Aktion endet jetzt

Daher, so Colin im Gespräch mit Petra Kiwitt, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderhospizvereins, und Melanie Zeppenfeld, stellvertretende Leiterin des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit/Fundraising, findet seine heißgeliebte Aktion „Colin hilft Paul“ jetzt seinen Abschluss. „Als Kind war es cool, die Quietschentchen zu verkaufen, jetzt passt das einfach nicht mehr“, schmunzelt der 18-Jährige.

„Neben der unglaublichen Summe beeindruckt mich besonders, dass Colin es geschafft hat, unser Thema – die lebensverkürzend erkrankten Kinder und Jugendlichen und deren Familien – auf eine wunderbare Weise bekannter zu machen und die Menschen dafür zu öffnen“, sagt Petra Kiwitt. „Vielen herzlichen Dank für dein Engagement. Ich bin tief bewegt.“

Idee im Jahr 2014

Seine außergewöhnliche Idee entsteht im Frühjahr 2014: Colin ist Fan des Comedians Paul Panzer, der Botschafter des Deutschen Kinderhospizvereins ist. So steht der Verein, für den er sich einsetzen will, ruckzuck fest. Als Dankeschön für die Spenden möchte er etwas zurückgeben: Da er Badewannen- und Quietscheentchen sammelt, sollen es eben diese sein.

Wochen und Monate verbringt der Neunjährige damit, Badeenten-Shops, Internet-Unternehmen und Hersteller zu kontaktieren mit der Bitte, ihm Entchen für den guten Zweck zu überlassen. Mit Erfolg. Seinen ersten Aktionsstand darf er im heimischen Supermarkt aufbauen – und die Aktion nimmt ihren Lauf.

Sein „mobiles Entenkörbchen“ immer dabei – ob beim Zahnarzt oder beim Brötchenkauf - gewinnt Colin nach und nach immer mehr Unterstützer. Rundfunk und Fernsehen werden auf die Aktion aufmerksam. „Dann bekam ich signierte Enten von Prominenten, wie Bülent Ceylan oder Sascha Grammel, die sich natürlich super verkaufen lassen“, erinnert sich Colin heute.

Auftritt in TV Gala

„Es war wirklich verrückt, wie die Aktion Fahrt aufnahm. Mein Dank gilt heute insbesondere meinen Eltern und meinen Freunden, die mit mir an den Spenden-Ständen ihre Zeit verbrachten. Ohne euch hätte ich das nicht geschafft.“ Die Krönung: Colin Rimbach wird in einer großen TV-Gala im ZDF mit dem „Goldenen Herzen“ der Aktion „Ein Herz für Kinder“ ausgezeichnet.

„Danach erreichten mich so viele Anfragen – es war einfach nicht zu fassen“. Auch im Deutschen Kinderhospizverein sorgt dieses außergewöhnliche Engagement für Staunen: So wird Colin Rimbach 2017 im Kulturbahnhof in Kassel mit dem „Deutschen Kinderhospizpreis“ ausgezeichnet. Insgesamt mehr als 111.111,11 Euro sammelt Colin für den DKHV.

Auch wenn die Aktion „Colin hilft Paul“ jetzt ein Ende findet – es bleibt Colins Herzenswunsch, Gutes zu tun und die Welt heute und morgen zu einem besseren Ort zu machen: „Auch wenn der Wandel mich auf einen neuen Abschnitt meines Lebens schickt“, so Colin. „Ich werde das Thema der Kinder- und Jugendhospizarbeit weiterhin in die Welt tragen.

Artikel teilen: