Band 31 des Olper Jahrbuchs wird wohl der letzte sein

Heimatverein kann Arbeit nicht stemmen


  • Olpe, 01.12.2023
  • Kultur
  • Von Wolfgang Schneider
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Archivfoto: Vereinsvorsitzender Axel Stracke, der Ex-Vorsitzende Gerhard Burghaus, Autor Stefan Kleine und Stadtarchivar Josef Wermert (v.l.) von Sigrid Mynar
Archivfoto: Vereinsvorsitzender Axel Stracke, der Ex-Vorsitzende Gerhard Burghaus, Autor Stefan Kleine und Stadtarchivar Josef Wermert (v.l.) © Sigrid Mynar

Olpe. Drei Jahrzehnte lang bot der Heimatverein für Olpe und Umgebung geschichtsinteressierten Leserinnen und Lesern alljährlich interessanten Lesestoff in seinem Jahrbuch „Olpe in Geschichte und Gegenwart“. In diesen Tagen ist die 31. Ausgabe des Jahrbuchs erschienen – und es wird vorerst die letzte sein.


Denn der Olper Stadtarchivar Josef Wermert, der seit 1993 für die Herausgabe des Jahrbuchs verantwortlich war, scheidet im Mai 2024 aus Altersgründen aus seinem Amt aus. Wie es mit der Stelle des Stadtarchivars weitergeht, ist derzeit noch offen.

„Redaktionelle Mitte“

„Ohne Josef Wermert, der immer die redaktionelle Mitte war, kann der Heimatverein die viele Arbeit nicht ehrenamtlich stemmen. Dazu fehlen uns einfach die Leute im Vorstand“, erzählt der Vereinsvorsitzende Axel Stracke. Wermert habe beim Jahrbuch, „das immer unser Aushängeschild war“, stets herausragende Arbeit mit größter Sachkompetenz geleistet. Das könne der Vereinsvorstand nicht leisten, wenn die Unterstützung durch den Stadtarchivar künftig nicht gesichert sei.

In seinen im September verfassten „Abschiedsworten“ zu Beginn des Buches schreibt Wermert: „Dieses Periodikum sollte auch in Zukunft ein wichtiges Nachschlagewerk zur Olper Stadtgeschichte sein. Somit bleibt zu hoffen, dass es nicht mit meinem Weggang „stirbt“, sondern dass es Heimatverein und Stadt Olpe gelingt, es in die Zukunft zu führen.“ Diese Hoffnung erfüllt sich wohl nicht.

Der vorerst letzte Band des Jahrbuchs des Olper Heimatvereins. von Wolfgang Schneider
Der vorerst letzte Band des Jahrbuchs des Olper Heimatvereins. © Wolfgang Schneider

Das aktuelle Jahrbuch Nr. 31 ist mit 612 Seiten das bislang umfangreichste. Die Beiträge sind ebenso vielfältig wie interessant. So befasst sich Hans-Bodo Thieme mit dem „Olper Sparkassenskandal von 1933“, in dessen Zusammenhang der ehemalige Sparkassendirektor Ruegenberg und der frühere Bürgermeister Sommerhoff in Untersuchungshaft saßen.

Mehr als 30 Beiträge

Stefan Kleine beleuchtet im dritten Teil seiner Reihe „Die ersten Nachkriegsjahre in Stadt und Kreis Olpe“ das Jahr 1948 als „Rückkehr zur Normalität“. Unter dem Titel „Der Zug ist abgefahren“ befasst sich Michael Nies-Steffens mit dem Bedeutungswandel des Olper Bahnhofs. Zwei Opfer des Nationalsozialismus stellt Stephan Schlösser vor.

Das sind nur einige der mehr als 30 Beiträge des Bandes, der in einer Auflage von 450 Stück erschienen ist. Mitglieder des Heimatvereins erhalten das Jahrbuch kostenlos. Im Buchhandel ist es für 20 Euro erhältlich. Die ISSN lautet 0943-996X.

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