Aufwändig erneuert: Kreuzglöckchen in der Rhonard klingt wieder

Gedenkstätte besteht seit 90 Jahren


  • Olpe, 07.04.2023
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Heinz Koch hat das neue Geläut aus Edelstahl hergestellt, Martina Koch hat die Mauer zur Einfassung des Quellwassers gesetzt. von Wolfgang Schneider
Heinz Koch hat das neue Geläut aus Edelstahl hergestellt, Martina Koch hat die Mauer zur Einfassung des Quellwassers gesetzt. © Wolfgang Schneider

Olpe. Pünktlich zu den Ostertagen klingt das Kreuzglöckchen in der Rhonard wieder. Für viele Olper ist die Andachtsstätte im Wald zwischen Olpe und Rhonard ein bekanntes Wanderziel, an dem sie Besinnung und Ruhe finden und kurz einhalten können. Die Nachfahren des Erbauers sowie Heinz und Uwe Köster haben die Gedenkstätte wieder in Schuss gebracht – im Jahr des 90-jährigen Bestehens.


1932 war die Tochter des Olper Postbeamten Josef Koch gleich zweimal von einem der damals ganz wenigen Autos angefahren worden. Die kleine Anne hatte einen Schutzengel und kam bei beiden Unfällen mit leichten Verletzungen davon.

Aus Dankbarkeit über den glimpflichen Ausgang legte Josef Koch das Gelübde ab, ein Gedenkkreuz zu errichten. Er suchte einen Ort und fand ihn am Rundweg in der Rhonard an einem kleinen Bach. Dort errichtete Josef Koch 1933 ein Wegekreuz.

Freuen sich über die runderneuerte Gedenkstätte (von rechts): Förster Marlon Ohms, Heinz Köster, Martina Koch, Johannes Ohm und Alfred Koch. Mit dabei auch die Wanderer Gerhard Nebeling (links) und Peter Maiworm (hinten). von Wolfgang Schneider
Freuen sich über die runderneuerte Gedenkstätte (von rechts): Förster Marlon Ohms, Heinz Köster, Martina Koch, Johannes Ohm und Alfred Koch. Mit dabei auch die Wanderer Gerhard Nebeling (links) und Peter Maiworm (hinten). © Wolfgang Schneider

Doch dabei blieb es nicht. „Links am Kreuz vorbei plätscherte ein kristallklarer Quell. In diesem Bachlauf baute Josef Koch zur Freude aller Spaziergänger ein Läutwerk. Ein Wasserrad aus Holz setzte das Geläut in Bewegung und seither klingt es hell und einladend mit seinem fröhlichen „Kling-Klong“ in der Stille des Waldes. So bürgerte sich schnell der Name „Kreuzglöckchen“ ein“, heißt es in der von Martina Koch verfassten Chronik.

Das Kreuz wurde im Lauf der Jahrzehnte mehrmals geschändet und immer wieder erneuert. Letztmals wurde es 1973 von der Familie Koch grunderneuert und neu eingeweiht. Seit 2007 kümmert sich Martina Koch, Ehefrau von Alfred Koch (Enkel des Erbauers Josef Koch), um die Pflege des Kreuzglöckchens, unterstützt von einigen stillen Helfern.

Das neue Geläut. von Wolfgang Schneider
Das neue Geläut. © Wolfgang Schneider

Doch das Geläut hatte seine besten Jahre hinter sich, war völlig verrostet und eine Glocke sogar abgefallen. „Auf der Facebook-Seite „Olpe wie es früher einmal war“ fragte man bereits nach einer Reparatur des Kreuzglöckchens. Das Geläut verstummte immer öfter und fiel fast auseinander. Es musste ein neues Geläut her“, berichtet Martina Koch.

Sie bat Heinz Köster, Maschinenbaumeister im (Un)-Ruhestand, ein neues, solides Geläut zu bauen. Köster war sofort bereit, sich der Sache anzunehmen, und fertigte gemeinsam mit seinem Sohn Uwe in vielen Arbeitsstunden ein neues Geläut. Fast alle Teile wurden aus Edelstahl neu gefertigt, nur die drei Bronzeglöckchen und die Wellenlager wurden wieder verwendet.

Der Zaun rund um das Kreuz wurde vom Forstamt erneuert. von Wolfgang Schneider
Der Zaun rund um das Kreuz wurde vom Forstamt erneuert. © Wolfgang Schneider

Auch der Kump aus Bruchsteinen, in dem das Wasser gefasst wird, das das Wasserrad antreibt, wurde renoviert und ausgebessert – maßgeblich von Martina Koch selbst. „Jetzt haben wir hoffentlich viele Jahre Ruhe“, freut sich auch Johannes Ohm, einer der Initiatoren der Restaurierung. Auch das Forstamt half mit: Förster Michael Koop sorgte dafür, dass der morsche Zaun erneuert wurde – und zwar in der ursprünglichen Form von 1933.

„Hoffen wir, dass der Friede dieses schönen Ortes in Zukunft bewahrt bleibt und Wanderer dort Besinnung und Erbauung finden. Hoffen wir, dass sich immer wieder Menschen finden, die mithelfen, diesen Ort zu schützen und zu erhalten. Danke Opa Josef!“, schließt Martina Koch ihre Chronik.

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